Wissenschaft

Teleskop-Aufnahme

"Hubble" zeigt verschmelzende Galaxien

In einer Entfernung von 350 Millionen Lichtjahren kommen sich zwei Galaxien immer näher. Das Weltraumteleskop "Hubble" hat sie fotografiert.

Montag, 12.03.2018   16:01 Uhr
ESA/ Hubble, NASA

Im All ist alles in Bewegung. Nicht nur Planeten drehen sich, auch ganze Galaxien schweben durch die Dunkelheit. Hin und wieder kommt es vor, dass zwei Exemplare kollidieren. Genau so ein Ereignis hat das "Hubble"-Teleskop bei einem Galaxienpaar im Sternbild Walfisch beobachtet.

Arp 256, wie das Galaxienduo heißt, befindet sich 350 Millionen Lichtjahre entfernt von der Erde. Das "Hubble"-Bild zeigt, wie Gase und Staub der fusionierenden Spiralgalaxien durcheinanderwirbeln. Sterne werden umhergeschoben von den Gravitationskräften, die die Galaxien zusammenführen. Während die Kerne der Galaxien noch weit voneinander entfernt sind, hat sich das Drumherum bereits verformt. Die im Bild obere Galaxie trägt beispielsweise an beiden Enden je einen langgezogenen Schweif aus Gas, Staub und Sternen.

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Regionen der Sternentstehung verleihen den Galaxien ihren Glanz. Was aussieht wie blaues Feuerwerk, sind in Wahrheit die Geburtsstätten von Sternen. Sterngeburten sind häufig in den Galaxien. Das liegt auch an starken Gravitationskräften, die interstellaren Staub und Gase anziehen. Aus diesem Material entstehen neue Sterne.

Unsichtbares wird sichtbar gemacht

Vor langer Zeit, als das sich ausdehnende Universum noch kleiner war, waren Interaktionen und Kollisionen noch häufiger. Bis heute gelten sie als galaktische Evolutionstreiber, weil sie die Anordnung der Galaxien im All immer wieder verändern. Die Galaxien im Arp 256-System werden ihren Gravitationstanz noch über Millionen von Jahren weiterführen, bevor sie zu einer Einzelgalaxie verschmelzen.

Das nun veröffentliche Bild ist eine verbesserte Darstellung einer bereits 2008 herausgegebenen Aufnahme. Nun wurden aktuelle Daten zweier "Hubble"-Kameras ergänzt. Das Weltraumteleskop wurde von der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa und der europäischen Weltraumbehörde Esa entwickelt und 1990 ins All geschickt.

Um Bilder wie die nun veröffentlichte Aufnahme zeigen zu können, stellen speziell ausgebildete Astronomen für das menschliche Auge normalerweise nicht erkennbare Lichtwellen farbig dar.

jme

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