Wissenschaft

Wasserquelle

Forscher entdecken junges Eis auf dem Mars

Für bemannte Marsflüge könnten sie als Wasserquelle dienen: Die Entdeckung junger Eisschichten entzückt Forscher.

REUTERS/ NASA/ JPL-Caltech/ UA/ USGS

Marsoberfläche mit farblich hervorgehobener Eisschicht

Freitag, 12.01.2018   15:24 Uhr

Forscher haben auf dem Mars mehrere Orte beobachtet, an denen dicke unterirdische Eisadern an die Oberfläche stoßen. Das Wassereis sei dort bis zu 100 Meter dick, berichten die Wissenschaftler um Colin Dundas vom US Geological Survey in Flagstaff im Wissenschaftsmagazin "Science".

Das offenliegende Eis sei ein lohnendes Ziel für künftige Missionen, meinen die Gelehrten.

Verschiedene Untersuchungen, unter anderem per Radar, haben Belege für die Existenz von unterirdischem Wassereis auf dem Roten Planeten geliefert. Unklar ist jedoch unter anderem, wie dick, rein und ausgedehnt diese Vorkommen sind.

Das Team um Dundas hat mit der HiRise-Kamera der Raumsonde "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO) nun acht Steilhänge und Abbruchkanten in den mittleren Breiten des Mars identifiziert, an denen unterirdisches Eis an die Oberfläche tritt.

Durch Schneefall entstanden

Die Aufnahmen zeigen, dass dieses Eis mancherorts bereits ein bis zwei Meter unter der Oberfläche beginnt und mehr als hundert Meter dick sein kann. Es besitzt Schichten, was darauf hindeutet, dass die Eisablagerungen nach und nach durch Schneefall entstanden sind.

Dadurch bildet es eine Art Klimaarchiv, dessen Untersuchung Einblicke in die Klimageschichte des Roten Planeten geben könnte. Weil die Umgebung der beobachteten Eisadern arm an Einschlagkratern ist, schließen die Forscher, dass die Ablagerungen geologisch gesehen eher jung sind.

An einem Steilhang beobachteten die Wissenschaftler, dass im Laufe von drei Marsjahren teils meterdicke Felsbrocken aus den Eisadern gefallen sind. Als Ursache sehen die Forscher ein langsames Verdampfen (Sublimieren) des Eises, wodurch es eingeschlossenes Gestein freigibt. Durch diesen Prozess erodieren die beobachteten Steilhänge vermutlich um einige Millimeter pro Jahr, schreiben Dundas und Kollegen.

Oberflächennahes unterirdisches Eis sei auf dem Mars möglicherweise noch häufiger als bislang angenommen, schließen die Wissenschaftler aus ihren Beobachtungen. Die geringe Tiefe mache das Wassereis vergleichsweise leicht zugänglich für eine Analyse durch künftige Marsmissionen. Für mögliche bemannte Marsflüge könnte es auch eine wertvolle Wasserquelle sein.

Erst kürzlich hatten Mars-Bilder eine Eiskappe auf dem Roten Planeten offenbart, die sich wie eine Spirale über den Nordpol des Planeten zieht.

Von Till Mundzeck, dpa/boj

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