Wissenschaft

Satellitenbild der Woche

Alle Wege führen nach Rom

Mittelitalien schimmert in sattem Grün. Fast könnte man Rom übersehen, die größte Stadt des Landes. Nur einige Tupfer in blassem Rosa geben Hinweise auf die Lage der Metropole.

ESA
Montag, 01.10.2018   12:39 Uhr

Ein bekanntes Sprichwort lautet: Alle Wege führen nach Rom. Diese Redewendung soll eigentlich ausdrücken, dass es verschiedene Wege gibt, ein Ziel zu erreichen. Der Spruch geht möglicherweise auf die Tatsache zurück, dass Rom im Verkehrssystem der Antike einst als Zentrum fungierte - und es so aussah, als würden dort zwangsläufig alle Wege beginnen oder enden.

Zumindest auf der Aufnahme ist davon allenfalls etwas zu erahnen. Die ewige Stadt liegt auf dem Satellitenbild in der Mitte links - die bebauten Gebiete erscheinen aber diesmal in Rot- und Rosatönen. Das Stadtgebiet zieht sich vom fast kreisrunden Braccianosee, der etwa 33 Kilometer nordwestlich vom Stadtzentrum liegt, bis zum Albaner- und dem etwas kleineren Nemisee südöstlich der Stadt. Es zeigt die Region Latium.

Vulkanische Aktivitäten

Besonders die beiden südlichen Seen auf der Aufnahme sind interessant. Hier liegt der Vulcano Laziale. Die geologische Struktur bildete sich einst, als sich flüssiges Magma auftürmte. Auch heute kommt es in der Region noch zu einzelnen vulkanischen Aktivitäten, etwa zu Gasaustritten oder Erdbewegungen. Am häufigsten sind aber Erdbeben.

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Im August 2016 traf ein Erdbeben der Stärke 6,2 die Region. Vor allem die Kleinstädte Amatrice, Accumoli und Pescara del Tronto im Nordwesten waren betroffen. Ein Erdbeben der Stärke 6,6 folgte in der italienischen Gemeinde Norcia im Oktober desselben Jahres und richtete große Zerstörungen an. Das Zittern war im ganzen Land zu spüren, es war das stärkste seit 1980 in Italien.

Landwirtschaftliche Flächen in blauen und violetten Tönen

In solchen Fällen greifen Wissenschaftler auch auf Daten der "Sentinel"-Satelliten zurück. Sie gehören zum Copernicus-Programm der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa. In diesem Fall stammt die Aufnahme von "Sentinel-1B", er umrundet in rund 700 Kilometern Höhe die Erdoberfläche und tastet sie mit einem Radargerät ab. Die Bilder können nach Erdbeben verwendet werden, um etwa das Gefahrenpotenzial von Überschwemmungen abzuschätzen.

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Bei dem Bild aus Mittelitalien, das aus dem Juni stammt, handelt es sich wie so häufig beim Satellitenbild der Woche um ein sogenanntes Falschfarbenbild. Dabei werden einzelne Bildabschnitte bunt eingefärbt. So werden entsprechende Informationen wie etwa unterschiedliche Vegetationsbereiche sehr viel leichter erkennbar. In diesem Fall etwa sind die landwirtschaftlichen Flächen in den Abruzzen am rechten, oberen Rand der Bilder in blauen und violetten Tönen dargestellt.

joe

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