Wissenschaft

UK Space Agency

Briten gründen eigene Weltraumbehörde

Nun hat auch Großbritannien eine eigene Weltraumbehörde. Die UK Space Agency nimmt am 1. April ihre Arbeit auf. Auch einen Astronauten haben die Briten bereits ernannt - und schmieden große Pläne für die Zukunft.

AFP

Britischer Minister Mandelson (links), Astronaut Peake: "Ein riesiges Talent"

Mittwoch, 24.03.2010   09:38 Uhr

London - Die neue britische Weltraumagentur besteht vorerst aus einer losen Partnerschaft von Regierungsbehörden und Forschungsinstitutionen, wie Industrieminister Peter Mandelson mitteilte. Als Anfangsetat sind rund 255 Millionen Euro vorgesehen. Mit Gründung der Agentur wurde auch der gelernte Kampfhubschrauberpilot Timothy Peake zum Astronauten ernannt. Die Europäische Raumfahrtbehörde Esa hatte ihn im vergangenen Jahr bereits als Kandidaten präsentiert.

Europas Staaten verfolgen ihre Raumfahrtinteressen über die Esa. Manche Länder haben aber auch eigene Agenturen, wie etwa Italien, Spanien oder Frankreich. In Deutschland nimmt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Aufgaben einer Weltraumbehörde wahr. Rund ein Fünftel der deutschen Gesamtausgaben für die Raumfahrt (insgesamt rund 920 Millionen Euro) fließen in nationale Programme.

Der britische Astronaut Peake nannte die Gründung der UK Space Agency einen "positiven Schritt". In Großbritannien gebe es "ein riesiges Potential" in Bereichen, die für die Raumfahrt relevant sind - wie etwa die Telekommunikation oder der Bau von Robotern. "Es ist äußerst wichtig, dass wir versuchen, unsere jüngeren Generationen zu ermutigen, diese Art von Laufbahnen einzuschlagen", sagte Peake.

In Großbritannien sind rund 68.000 Menschen in Unternehmen beschäftigt, die unmittelbar oder indirekt für den Weltraumbereich produzieren. Die Regierung in London hofft, dass der Jahresumsatz der Branche bis 2030 auf rund 44 Milliarden Euro steigt.

Minister Mandelson sagte, die hochentwickelten Technologien im Weltraumbereich müssten gefördert werden. Er kündigte außerdem die Einrichtung eines neuen Internationalen Zentrums für Raumfahrtinnovationen in der Esa-Niederlassung im englischen Harwell an.

chs/AFP/apn

Verwandte Themen

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

TOP