Mobilität

Zwei Straßen betroffen

Gericht bestätigt Dieselfahrverbot in Darmstadt

In Darmstadt gelten ab Mitte 2019 Fahrverbote in zwei Straßen. Das bestätigte heute das Verwaltungsgericht. Ein weiteres Urteil steht noch aus.

DPA

Schadstoff-Messstation in Darmstadt

Mittwoch, 19.12.2018   11:22 Uhr

Ab Juni 2019 gelten in Darmstadt Fahrverbote für ältere Diesel- und Benzinautos. Betroffen seinen zwei Straßen, wie das Verwaltungsgericht Wiesbaden jetzt verkündet hat. Damit ist der Vergleich rechtskräftig, auf den sich die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) außergerichtlich mit der schwarz-grünen Landesregierung in Hessen verständigt hatten. Es ist das erste Mal, dass sich die Parteien auf einen Vergleich zu Fahrverboten geeinigt haben.

Die DUH hatte für Darmstadt Fahrverbote für ältere Diesel gefordert, damit dort die Grenzwerte für Stickoxid von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft eingehalten werden. Die südhessische Stadt belegt laut DUH nach Stuttgart und München den dritten Platz im Ranking der Städte mit der schlechtesten Luft.

Fahrverbote für Diesel und Benziner

Die Hügelstraße am Citytunnel und die Heinrichstraße sind künftig für Dieselfahrzeuge bis Euronorm 5 und für Benziner bis Euronorm 2 gesperrt. Es gibt jedoch Ausnahmen, etwa für Rettungsfahrzeuge. Nachgerüstete Fahrzeuge sind von den Verboten nicht betroffen. Zugleich soll der innerstädtische Autoverkehr verringert werden, indem Fahrspuren reduziert werden.

Ebenfalls zur Einigung der Konfliktparteien gehört ein rund 200 Maßnahmen umfassender Plan zur Förderung des Rad- und öffentlichen Nahverkehrs. Sollte die Stickoxidbelastung im zweiten Halbjahr 2019 durch die Maßnahmen nicht wie erwartet unter den EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft sinken, sind schärfere Maßnahmen geplant.

In einem zweiten Verfahren beschäftigt sich das Verwaltungsgericht am Mittwoch mit dem Luftreinhalteplan der Landeshauptstadt Wiesbaden. Dabei wird die Umwelthilfe vom Verkehrsclub Deutschland VCD unterstützt.

cfr/dpa

insgesamt 30 Beiträge
dasfred 19.12.2018
1. Am ersten April wäre der Artikel noch lustiger
Das man in Darmstadt die Luft misst, besonders das, was hinten raus kommt, ist ja schon häufiger in Kalauern verbraten worden. Jetzt zwei Straßen zu sperren, macht allerdings soviel Sinn wie hier in Hamburg, wo man dann eben auf [...]
Das man in Darmstadt die Luft misst, besonders das, was hinten raus kommt, ist ja schon häufiger in Kalauern verbraten worden. Jetzt zwei Straßen zu sperren, macht allerdings soviel Sinn wie hier in Hamburg, wo man dann eben auf riesigen Umwegen noch mehr Schadstoffe in die Stadtluft pustet. Fragt sich nur, ob es in Darmstadt auch höhere Methanwerte gibt.
ptb29 19.12.2018
2. Die Wahrscheinlichkeit
dass ich nach Darmstadt komme, geht gegen NULL. Dass dann gleichzeitig auch noch Fahrverbot ist, unwahrscheinlich. Ich nutze aber wenn möglich öffentliche Verkehrsmittel. Damit sind die Fahrverbote völlig egal. Mich [...]
dass ich nach Darmstadt komme, geht gegen NULL. Dass dann gleichzeitig auch noch Fahrverbot ist, unwahrscheinlich. Ich nutze aber wenn möglich öffentliche Verkehrsmittel. Damit sind die Fahrverbote völlig egal. Mich interessiert aber, ob sie zu Verbesserung der Luft beitragen. Ich habe in Physik nicht geschlafen, deshalb halte ich die ganze Dieseldiskussion für überflüssig.
tatsache2011 19.12.2018
3. Ihre Widersprüche
Sie meinen, alle anderen haben in Physik geschlafen und verhängen nun Fahrverbote (?). ;-)) Sie "interessiert aber, ob sie zu Verbesserung der Luft beitragen". Eigenartig, dass Sie dann "die ganze [...]
Zitat von ptb29dass ich nach Darmstadt komme, geht gegen NULL. Dass dann gleichzeitig auch noch Fahrverbot ist, unwahrscheinlich. Ich nutze aber wenn möglich öffentliche Verkehrsmittel. Damit sind die Fahrverbote völlig egal. Mich interessiert aber, ob sie zu Verbesserung der Luft beitragen. Ich habe in Physik nicht geschlafen, deshalb halte ich die ganze Dieseldiskussion für überflüssig.
Sie meinen, alle anderen haben in Physik geschlafen und verhängen nun Fahrverbote (?). ;-)) Sie "interessiert aber, ob sie zu Verbesserung der Luft beitragen". Eigenartig, dass Sie dann "die ganze Dieseldiskussion für überflüssig" halten.
sir-steed 19.12.2018
4. Darmstadt - DIE Smart City
Ich hatte vor einem Jahr das Vergnügen, im Rahmen einer Konferenz, an einer Rundfahrt zum Thema "Smart City" in dieser ach so smarten City teilnehmen zu dürfen. Mir war damals schon dieser interessante Standort der [...]
Ich hatte vor einem Jahr das Vergnügen, im Rahmen einer Konferenz, an einer Rundfahrt zum Thema "Smart City" in dieser ach so smarten City teilnehmen zu dürfen. Mir war damals schon dieser interessante Standort der "Messstation" direkt am Ende des Stadttunnels aufgefallen. Also, ich würde solche Sensoren gleich IM Tunnel anbringen - das wäre dann obersmart. In einer Metropole in NRW kaufen mittlerweile Leute sündhaft teure ETWs mit 3-fach Verglasung und Zwangsbelüftung - das nenne ich clever.
huerom 19.12.2018
5. Fahrverbote sind weitgehend sinnlos.
Es ist völlig richtig, dass Stickoxid ungesund ist, und es ist völlig klar, dass man es weiter reduzieren sollte. Doch wie meistens kommt es auf die Dosis an. Prof. Barbara Hoffmann, Umweltmedizinerin Uni-Klinik Düsseldorf, kam [...]
Es ist völlig richtig, dass Stickoxid ungesund ist, und es ist völlig klar, dass man es weiter reduzieren sollte. Doch wie meistens kommt es auf die Dosis an. Prof. Barbara Hoffmann, Umweltmedizinerin Uni-Klinik Düsseldorf, kam am 17.12.18 in der Sendung Quarks (WDR5) unter Berücksichtigung der bei uns in Deutschland herrschenden Luftbelastung zu einer Gesamtbetrachtung unter dem Motto: Selbst wenn man in einer belasteten Umgebung Fahrrad fährt, hat das deutlich weniger negative Auswirkungen auf die Gesundheit als das, was man an positiven Effekten durch die körperliche Bewegung auf den Körper ausübt. Regelmäßige körperliche Bewegung selbst in einer Großstadt, wo die Luft nicht so optimal sei, sei immer noch besser als sich nicht zu bewegen. NOx habe insgesamt deutlich weniger negative Auswirkungen als das, was man an positiven Effekten durch die körperliche Bewegung auf den Körper ausübe. Die Deutsche Umwelthilfe ist mit einem Eilantrag beim Hessische Verwaltungsgerichtshof bezüglich der Fahrverbote in Frankfurt übrigens gescheitert. Es scheint, dass seriöse Wissenschaft an die Stelle von reißerischer Panikmache tritt.
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