Mobilität

Vom Kleinwagen bis zum SUV

Diese Elektroautos kommen 2020

Im nächsten Jahr werden Käufer eine nie gekannte Auswahl an E-Autos haben. Sie reichen vom Kleinwagen bis zum SUV. Die Stromer kommen aus Deutschland, aus Europa - und aus China.

Citroen
Von Michael Specht
Mittwoch, 16.10.2019   04:30 Uhr

Die Ausrede, es gäbe bei den E-Autos einfach zu wenig Auswahl, gilt spätestens ab 2020 nicht mehr. Fast alle großen Autohersteller kommen dann mit elektrisch angetriebenen Modellen auf den Markt.

Ganz freiwillig geschieht dies allerdings nicht. Ab 2020 muss der CO2-Ausstoß aller Autos eines Herstellers, der sogenannte Flottenverbrauch, bei durchschnittlich 95 g/km liegen. Davon sind die Konzerne noch weit entfernt, deswegen drohen empfindliche Geldstrafen. Sie können mehrere Hundert Millionen Euro, je nach Absatzvolumen bisweilen auch mehr als eine Milliarde Euro betragen.

Elektroautos gelten als derzeit effektivster Weg, die CO2-Bilanz in der Flotte zu reduzieren, denn 2020 gehen die Stromer noch mit dem Faktor 2 in die Bilanz ein. Heißt: Ein E-Fahrzeug (Emission: 0 Gramm CO2 pro Kilometer) gleicht zwei große SUV mit jeweils 190 g/km aus. Aber: Es gilt nicht, was schick poliert im Autohaus steht. Die Anzahl der Neuzulassungen zählt. Die Stromer müssen also gekauft werden.

Das teure Herz der Elektroautos

Daran aber scheiterte es bislang, aktuell liegt der Anteil von E-Fahrzeugen in Deutschland unterhalb von zwei Prozent. "Viele Kunden scheuen den Wechsel, weil sie zu Hause nicht laden können oder die Infrastruktur an Stromsäulen noch zu dünn ist und weil sie Angst haben, die Kapazität der Batterie könnte für das Fahrprofil im Alltag nicht ausreichen", sagt Peter Fintl, E-Mobilitäts-Experte beim Beratungsunternehmen Altran.

Aber auch der Preis ist ein Hemmnis: Elektroautos in der Kleinwagen- und Kompaktklasse sind vielfach noch doppelt so teuer wie ihre konventionellen Pendants mit Verbrennungsmotoren. Kostentreiber ist vor allem die Batterie. "Für sie muss der Hersteller dem Lieferanten derzeit rund 150 Euro pro Kilowattstunde zahlen", sagt Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach. Macht allein für einen 58-kWh-Akku, wie er beispielsweise im ID.3 von Volkswagen eingebaut wird, knapp 9000 Euro.

Um die Verkaufspreise für E-Autos nicht vollends aus dem Ruder laufen zu lassen, wollen die Autobauer ihre milliardenteure Elektro-Architektur auf möglichst viele Modelle verteilen. VW hat den MEB entwickelt, den Modularen E-Antriebsbaukasten. Auf ihm basieren nicht nur die ID-Modelle, sondern auch die Stromer von Skoda, Audi und Seat. Und sogar andere Hersteller bauen ihre Elektroautos auf Basis des MEB. Erster Großabnehmer ist Ford: Die Kölner werden ab etwa 2023 mit einem kompakten Elektrofahrzeug auf Basis des MEB auf den Markt kommen.

Ein kleiner, teurer Honda

Der französische PSA-Konzern verfolgt eine ähnliche Strategie. Die Elektroautos seiner Marken Citroen, DS, Opel und Peugeot basieren alle auf der gleichen Plattform, genannt E-CMP. Die ersten Sprösslinge dieser elektrischen Konzern-DNA sind der Corsa-e, der Peugeot e-208 sowie e-2008 und der DS3 Crossback E-Tense.

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Fotostrecke: Die Elektro-Neuheiten 2020

Selbst im hochpreisigen Segment wird fleißig kooperiert. Audi und Porsche teilen sich die J1-Plattform für ihre drei Modelle Taycan und e-tron GT sowie für Taycan Sport Turismo. Beide Marken arbeiten aber bereits intensiv an einer neuen Architektur mit der Bezeichnung PPE. Die Abkürzung steht für Premium Platform Electric und wird natürlich vom ganzen Konzern genutzt werden. Von ihr wird dann auch Bentley profitieren.

Einen Alleingang dagegen wagt Honda. Ohne Kooperationspartner entstand der Honda E. Vielleicht ist er deswegen, bezogen auf seine Größe und Reichweite, so teuer geraten. 33.850 Euro für nur 200 Kilometer Reichweite zu argumentieren, dürfte für die Verkäufer schwierig werden. Die Konkurrenz fährt weiter und kostet weniger.

Welche Elektroautos im nächsten Jahr in den Handel kommen, zeigt unsere Bildergalerie.

insgesamt 163 Beiträge
dirkcoe 16.10.2019
1. Die Preise
werden der Hauptgrund bleiben kein EAuto zu kaufen. Sicher werden einige als Firmenfahrzeug im Leasing laufen - nur wer kauft die dann nach drei Jahren als Gebrauchtwagen?
werden der Hauptgrund bleiben kein EAuto zu kaufen. Sicher werden einige als Firmenfahrzeug im Leasing laufen - nur wer kauft die dann nach drei Jahren als Gebrauchtwagen?
herjemine 16.10.2019
2. Der Ami one
von Citroen, erstes Bild in der Fotogalerie, würde schon geschätzten 85 Prozent aller Haushalte reichen. Dann gerne noch mit 10 Jahren Wartezeit. Ach wie angenehm uniform war doch das Strassenbild im damaligen Ostblock. Wegen [...]
von Citroen, erstes Bild in der Fotogalerie, würde schon geschätzten 85 Prozent aller Haushalte reichen. Dann gerne noch mit 10 Jahren Wartezeit. Ach wie angenehm uniform war doch das Strassenbild im damaligen Ostblock. Wegen der schlechten Motoren nicht ruhiger oder Kontaminatjonsfreier, letzteres eben nur weil es generell weniger PKW gab, aber ich fands fürs Auge herrlich beruhigend. Und mit so nem Trabi konnte man so ziemlich alles. Und die Kn-autsch!-zonen? Ja wenn diese schrecklichen Strassenpanzer eben weg wären sondern nurmehr die Gewichtsklasse von Trabi und Ami One rumgurken würden, rumgurken reicht auch geschätzten 85 Prozent aller PKW-Nutzer, dann wären die kein Problem. LKWs mit allerlei Assietnzsystemen ausrüsten und dazu generell bundesweit auf 60kmh beschränken, schon wären so kleine Kugeln resp. Würfel gar kein Sicherheitsproblem. Und bevor hier jemand mit der Neiddebatte kommt: ich könnt mir jährlich einen neuen gehobenen Mittelklassewagen vor die Hütte stellen. Begnüge mich aber mit vier Fahrrädern im Gesamtwert von knapp 3000 Euro. Das was bei unserem Haus mal als Garage gebaut wurde dient nun schon seit Jahren als Gewächshaus. Gemūse.
bolte.klaus 16.10.2019
3. anakronistisch
Die Welt taumelt in die Klimakatastrophe. Ein großer Anteil des Problemes macht die völlig aus dem Ruder gelaufenen persönlich Mobilität aus. Jetzt feiert der Spiegel die Auswucherung des bizarren Stadpanzer Trends auf die [...]
Die Welt taumelt in die Klimakatastrophe. Ein großer Anteil des Problemes macht die völlig aus dem Ruder gelaufenen persönlich Mobilität aus. Jetzt feiert der Spiegel die Auswucherung des bizarren Stadpanzer Trends auf die potentiell positive Elektromobilität. Was ist nur los mit euch? 2/3 der vorgestellten Autos sind sinnlos überdeimensionierte Vehikel. Schaffen wir es endlich mal soziale Differenzierung ohne Resourcenverschwendung zu regeln? Es ist klimaschonender einen fossil betriebenen Kleinwagen zu fahren als eines der hier überwiegend vorgestellten Dinosaurier Fahrzeuge. Nicht alle können auf das Auto verzichten. Dafür gibt es inzwischen praktikable Share Modelle. Wer trotzdem ein eigenes Auto brauch, kann sich im nächsten Jahr diesen Kaufen: https://t3n.de/news/schwedisches-startup-uniti-mitte-1208220/ Weil es sich dabei nicht um einen Monstertruck handelt konnt es in die Spiegel liste nicht aufgenommen werden.
schorsch_kluni 16.10.2019
4. 2003 ...
... habe ich mein Auto damals abgegeben. Mit 31 Jahren. Aus Kostengründen. Benzin war zu teuer. Mein Gehalt war nicht besonders hoch damals. Ich habe mir ein gutes Fahrrad gekauft und fahre seit dem bei Wind und Wetter überall [...]
... habe ich mein Auto damals abgegeben. Mit 31 Jahren. Aus Kostengründen. Benzin war zu teuer. Mein Gehalt war nicht besonders hoch damals. Ich habe mir ein gutes Fahrrad gekauft und fahre seit dem bei Wind und Wetter überall hin. Mittlerweile ist ein Auto immer mal wieder ein Gesprächsthema. Aber ich kann mich einfach nicht dazu durchringen eins zu kaufen. Meine Frau will auch kein Auto. So haben wir uns jetzt gesagt "wenn wir uns ein Auto kaufen dann ein Elektro." Naja hat sich bei den Preisen jetzt auch erledigt. Das ist es mir nicht Wert. Ich fahre lieber weiterhin Fahrrad. Ich hab einen Anhänger mit dem ich Bier kaufen kann oder andere schwere Sachen. Ich habe in den letzten Jahren nicht ein einziges Mal ein Auto vermisst. Ich muss dazu erwähnen, dass ich ein Jahr lang in der Automobilindustrie gearbeitet habe. Als Zulieferer. In der Zeit hat sich bei mir eine große Ablehnung aufgebaut. Knebelverträge und diktatorische Handelsbeziehungen dazu keine Spur von Win-Win. Irgendwie habe ich keine Lust denen Kohle in den Rachen zu werfen.
manni0815 16.10.2019
5. Wo ist das Problem,
einen Dacia Logan bekommt man fuer 8000, die Elektromotor Variante, wäre nicht so aufwändig, dazu noch 9000 tausend fuer eine Batterie minus 4000 Bonus und man bekäme fuer 13000 Euro eine E-Karre. Einsparung bei 100000 km ca. [...]
einen Dacia Logan bekommt man fuer 8000, die Elektromotor Variante, wäre nicht so aufwändig, dazu noch 9000 tausend fuer eine Batterie minus 4000 Bonus und man bekäme fuer 13000 Euro eine E-Karre. Einsparung bei 100000 km ca. 5000 Euro und man ist wieder bei den 8000 Euro.

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