Mobilität

Zusammen mit BMW

Start-up entwickelt erstes Wasserstoff-Flugtaxi

Die US-Firma Alaka'i Technologies hat zusammen mit BMW ein Flugtaxi mit Brennstoffzelle gebaut. Der Wasserstoffantrieb soll eine Reise von Hamburg nach München ermöglichen - ohne Zwischenlandung.

Foto: Skai
Dienstag, 04.06.2019   21:42 Uhr

Nach Daimler und Audi steigt nun auch BMW in das Geschäft mit Flugtaxis ein. Zusammen mit dem US-Start-up Alaka'i Technologies hat BMW-Designworks ein Flugtaxi mit Wasserstoffantrieb entwickelt. Es bietet Platz für fünf Passagiere, wird von sechs Elektromotoren angetrieben und kann bis zu vier Stunden in der Luft bleiben.

Das Besondere am Skai - so der Name der Passagierdrohne - ist der Antriebsstrang. Hier verwendet das Start-up einen Brennstoffzellenantrieb, der die nötige Energie für die Rotoren liefert und mit Wasserstoff betankt werden muss. Die Konkurrenz nutzt hierfür bislang große, schwere Akkus als Energielieferanten. Ein Pfund komprimierter Wasserstoff enthalte 200-mal mehr Energie als eine gleich schwere Batterie, begründet Firmengründer Brian Morrison die Wahl für den Wasserstoffantrieb.

Nonstop von Hamburg nach München

Laut dem Unternehmen fassen die Tanks zwischen 200 und 400 Liter Wasserstoff, die für eine Strecke von 644 Kilometern ausreichen sollen - das entspricht theoretisch der Luftlinie von Hamburg nach München. Innerhalb von zehn Minuten könnten die Tanks neu befüllt werden.

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Prototyp: Erstes Flugtaxi mit Wasserstoffantrieb

Zudem habe die Drohne, die zu großen Teilen aus Karbonverbundwerkstoffen gefertigt ist, ein vergleichsweise geringes Gesamtgewicht, wodurch sich die Reichweite weiter erhöhe. Die Nutzlast des Fluggeräts soll 454 Kilogramm betragen.

Der Strom wird in drei Brennstoffzellen erzeugt, die wiederum sechs Elektromotoren mit jeweils 100 Kilowatt Leistung antreiben. Laut Hersteller kann das Flugtaxi auch beim Ausfall von zwei Rotoren noch zum Zielort fliegen. Für den Ernstfall gibt es einen Fallschirm an Bord, der das Fluggerät sanft zu Boden gleiten lässt.

Erstflug steht "unmittelbar" bevor

Die Höchstgeschwindigkeit soll laut Alaka'i bei bis zu 190 km/h liegen. Deutlich effizienter sei aber eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 137 km/h. Konkurrenten wie Lilium, Bell und Boeing versprechen für ihre Flugtaxis Geschwindigkeiten von mehr als 250 km/h. Der Skai ist dagegen auf Effizienz ausgelegt, da das Unternehmen für die meisten Flüge von Entfernungen zwischen 16 bis 241 Kilometer ausgeht.

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Obwohl das Flugtaxi vollautonom fliegen kann, muss bei ersten Testflügen aus Sicherheitsgründen noch ein Pilot mit an Bord sein. Erhält das Fluggerät dann die Zulassung, will das Start-up es für den regulären Passagiertransport, aber auch als Rettungsflugzeug beispielsweise bei Naturkatastrophen einsetzen.

Immer mehr Unternehmen sehen im Flugtaxi ein Transportmittel der Zukunft. Experten meinen, dass sie bald auch in Deutschland an den Start gehen könnten. Über einen Serienstart des Skai sagt Alaka'i bisher noch nichts. Allerdings stehe der Erstflug unmittelbar bevor, wie ein Sprecher des Unternehmens bestätigte.

cfr

insgesamt 68 Beiträge
Abel Frühstück 04.06.2019
1.
Das sind dann vielleicht fünf Personen mit je knapp acht Kilo Gepäck, die dann dreieinhalb Stunden unterwegs wären auf der Maximalstrecke. Auf der Kurzstrecke entsprechend sinnvoller. Schönes Spielzeug für die Elite. Wie [...]
Das sind dann vielleicht fünf Personen mit je knapp acht Kilo Gepäck, die dann dreieinhalb Stunden unterwegs wären auf der Maximalstrecke. Auf der Kurzstrecke entsprechend sinnvoller. Schönes Spielzeug für die Elite. Wie sieht das bei Landungen in Lakehurst aus, sprich, weiß jemand, wie das heute mit der Sicherheit ist?
allgemeinspezifiker 04.06.2019
2. Die Gleichen die auch schon Boden
und Luft ruinieren kommen jetzt auch noch von oben. Mir wird schlecht.
und Luft ruinieren kommen jetzt auch noch von oben. Mir wird schlecht.
fundador 04.06.2019
3. Für mich ist das Teil ja eh nicht gedacht,
aber nie im Leben würde ich mich in ein autonom fliegendes Lufttaxi setzen - obwohl ich sonst nicht unter Flugangst leide. Und was ist, wenn das Teil in einer Stromleitung hängen bleibt? Das gäbe wohl ein schönes Feuerwerk und [...]
aber nie im Leben würde ich mich in ein autonom fliegendes Lufttaxi setzen - obwohl ich sonst nicht unter Flugangst leide. Und was ist, wenn das Teil in einer Stromleitung hängen bleibt? Das gäbe wohl ein schönes Feuerwerk und einen lauten Knall...
robert.muench 04.06.2019
4. Umweltfreundliche Autos entwickeln? - Technisch unmöglich für deutsche
Autobauer. Lieber mal die Ressourcen in Wasserstoff-Flugtaxis stecken. Alles andere könne ja auch den SUV-Absatz gefährden.
Autobauer. Lieber mal die Ressourcen in Wasserstoff-Flugtaxis stecken. Alles andere könne ja auch den SUV-Absatz gefährden.
NightToOblivion 04.06.2019
5. Flugzeit 4,5h
Das entspricht einer regulären Flugzeit von knapp 4,5h. Wenn man davon ausgeht das man 137km/h fliegt. Ein ICE ist kaum langsamer und nimmt deutlich mehr Personen auf. Das heißt rein energetisch ist das Flugtaxi lediglich dem [...]
Das entspricht einer regulären Flugzeit von knapp 4,5h. Wenn man davon ausgeht das man 137km/h fliegt. Ein ICE ist kaum langsamer und nimmt deutlich mehr Personen auf. Das heißt rein energetisch ist das Flugtaxi lediglich dem Auto überlegen.
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Welche Typen von Elektroautos gibt es?

Reiner Elektroantrieb
Diese Fahrzeuge haben keinen klassischen Antriebsstrang mehr, der vom Motor die Bewegungsenergie auf die Räder überträgt. Stattdessen sind in den Radnaben Elektromotoren, die Energie kommt aus einem Akku, der an der Steckdose aufgeladen werden kann. Weil die Speicherkapazität der Batterien noch nicht mit einem klassischen Automobil vergleichbar ist, haben einige Elektromobile einen sogenannten Range Extender an Bord - einen kleinen Generator, der die Elektromotoren mit Energie versorgt, wenn der Akku leer ist.

Beispiele: Tesla Model S, VW E-Up, VW E-Golf, Renault Zoe, BMW i3, Ford Focus Electric, Nissan Leaf, Mercedes B-Klasse E-Drive
Hybridantrieb
Hybridautos haben zusätzlich zum klassischen Verbrennungsmotor einen Akku an Bord. Wenn der leer ist, springt der Benziner an. Eine Variante sind sogenannte Mild-Hybrid-Systeme, bei denen der Stromantrieb nur parallel unterstützend läuft, um den Benzinverbrauch zu reduzieren. Der Akku wird in der Regel durch Bremskraftrückgewinnung und einen Dynamo geladen. Zukünftige Hybridfahrzeuge sollen aber auch an der Steckdose aufladbar sein.

Beispiele: Toyota Prius, Toyota Prius+, VW Golf GTE, Porsche Panamera S E-Hybrid, Porsche 918 Spyder, Volvo V60 PiH, BMW i8
Brennstoffzellenantrieb
Bei diesen Fahrzeugen tankt man statt Benzin flüssigen Wasserstoff. In einer chemischen Reaktion wird das Hydrogen in der Brennstoffzelle in elektrische Energie umgewandelt, die dann das Fahrzeug antreibt. Anders als bei reinen Elektrofahrzeugen ist die Infrastruktur für den Wasserstoff eine ungelöste Frage. Vorteil der Brennstoffzellenfahrzeuge ist ihre größere Reichweite.

Beispiele: Hyundai ix35, Honda FCX Clarity, Hamburger Nahverkehrsbusse (Mercedes-Benz), Toyota Mirai
Range Extender
Im Gegensatz zu den herkömmlichen Elektroautos haben Range Extender einen Verbrennungsmotor an Bord, der anspringt, wenn die Ladung der Batterie zur Neige geht. Vorteil: Die Reichweite steigt auf das Niveau eines Autos mit konventionellem Antrieb. Vorreiter dieser Spezies ist der Opel Ampera, der die Kraft des Verbrenners aber auch nutzt, wenn die volle Leistung zum Beispiel auf der Autobahn abgerufen wird.

Beispiele: Opel Ampera (baugleich mit Chevrolet Volt), BMW i3 (optional mit Benzinmotor)

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