Mobilität

Streetscooter-Gründer

Aachener Elektroauto-Pionier stellt Flugtaxi vor

Über den Stau hinweg ans Ziel - das versprechen Entwickler von Flugtaxis. Aachener Forscher um den E-Auto-Unternehmer Günther Schuh haben nun ein Gerät vorgestellt, das bis zu 1000 Kilometer weit kommen soll.

Oliver Berg/ DPA

Erstes Modell des hybridelektrisch angetriebenen Flugzeugprojektes Silent Air Taxi

Dienstag, 11.06.2019   20:00 Uhr

Bis zum Jahr 2024 wollen Aachener Forscher um den Elektroautopionier Günther Schuh ein elektrohybrides Kleinflugzeug in Betrieb nehmen. Die RWTH und die Fachhochschule Aachen haben ein Modell des fünfsitzigen Flugzeugs mit dem Namen Silent Air Taxi vorgestellt. Es soll bis zu 1000 Kilometer bei einer Reisegeschwindigkeit von über 300 Stundenkilometern fliegen können, teilten die beiden Hochschulen mit.

Das Flugzeug könne den Zubringerverkehr zu Flughäfen und den Verkehr zwischen größeren Städten entlasten. Ziel sei, dass das Silent Air Taxi im Betrieb so günstig ist wie ein Erste-Klasse-Bahnticket. Als besonderes Merkmal des Fluggeräts bezeichneten die Entwickler auch die "strömungsmechanisch optimale" Tragflächenanordnung, die dem sogenannten Boxwingkonzept folgt.

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Silent Air Taxi: Das nächste Projekt des Günther Schuh

Die Aachener Wissenschaftler reihen sich in die wachsende Zahl von Firmen und Entwicklern ein, die kleine Fluggeräte als möglichen Ausweg aus dem Verkehrschaos preisen. So hatten zuletzt BMW, Airbus, Boeing derartige Fortbewegungsmittel präsentiert, aber auch weniger bekannte Unternehmen wie Ehang oder Lilium. Das Karlsruher Start-up Volocopter hat seit 2016 die deutsche Verkehrszulassung für ein zweisitziges elektrisches Flugtaxi und ist 2017 in Dubai im Test autonom geflogen. Meist werden die Flugtaxis elektrisch angetrieben.

Kritiker warnen jedoch vor allzu großen Hoffnungen in die neue Technik. Der Lufttransport verschlinge große Mengen an Energie, zudem verlagere sich der Stau von der Straße womöglich nur in die Luft oder auf Flugplätze.

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Prototyp: Erstes Flugtaxi mit Wasserstoffantrieb

Das Aachener Silent Air Taxi soll vor allem mit geringen Geräuschemissionen punkten. Es sei so leise, dass es im Abstand von 100 Metern nicht mehr zu hören sei, versprechen die Entwickler. Das Flugtaxi benötige eine Start- und Landebahn von maximal 400 Metern Länge und könne so fast jeden deutschen Flughafen und -platz anfliegen. Der Jungfernflug ist den Angaben nach für 2022 vorgesehen, die Musterzulassung werde 2024 angestrebt.

Das Projekt soll unter dem Dach der e.SAT GmbH zur Serienreife geführt werden. Elektroautopionier Günther Schuh wirkt in der Firma als Finanzchef. Zudem soll er die Produktion und Qualität sichern. Schuh hat sich bereits als Mitbegründer des Postlieferautos Streetscooter sowie des Kleinwagens e.Go life einen Namen gemacht.

nis/dpa

insgesamt 70 Beiträge
o.schork 11.06.2019
1. Da bleiben Fragen
So wie ich das sehe, ist das nicht die Vorstellung eines Flugtaxis, sondern lediglich die Vorstellung eines Konzeptes. Genauer gesagt lese ich sogar nur die klassischen Designvorgaben, als da wären Startstrecke, [...]
So wie ich das sehe, ist das nicht die Vorstellung eines Flugtaxis, sondern lediglich die Vorstellung eines Konzeptes. Genauer gesagt lese ich sogar nur die klassischen Designvorgaben, als da wären Startstrecke, Reisegeschwindigkeit, Runwaylänge und Anzahl Paxe. Interessant wäre, wie diese Vorgaben erreicht werden sollen. Zum Konzept selbst lese ich nur "Boxwing" und "Elektrohybrid". Klingt beides nicht unvernünftig obwohl es m.E. schwer sein wird, mit Elektohybrid einen dem Verbrenner äquivalenten Nutzlastfaktor zu erreichen. Zwei Schlagworte können auch kaum das ganze Konzept sein. Vielleicht fehlen dem Artikel noch 200 Zeilen?
vetris_molaud 11.06.2019
2.
Geht einem im Auto der Sprit aus oder meinetwegen der Akku leer, fährt man rechts ran und holt Hilfe. Bleibt ein Flugtaxi im dreidimensionalen Himmelsstau stecken und der Akku sinkt auf 0, geht's rapide abwärts und man fällt [...]
Geht einem im Auto der Sprit aus oder meinetwegen der Akku leer, fährt man rechts ran und holt Hilfe. Bleibt ein Flugtaxi im dreidimensionalen Himmelsstau stecken und der Akku sinkt auf 0, geht's rapide abwärts und man fällt Passanten auf dem Kopf. Geniale Idee, Probleme verlagern anstatt zu lösen. Das Mobilitätsproblem lässt sich nur mit massiven Ausbau des Nahverkehrs, gekoppelt mit intelligenten Verkehrsformmix lösen. Vor dem 2. Weltkrieg gab in vielen größeren Städten Straßenbahnen. Nach dem Wiederaufbau konnten nur wenige dieser Städte der Versuchung widerstehend, die Straßenbahnen abzuschaffen, da sie "den Autoverkehr stören".
noalk 11.06.2019
3. Elektrohybrid
Was bedeutet das? Die eine Antriebskomponente nutzt elektrische Energie. Welche Energie wird von der zweiten Antriebskomponente genutzt? Kohle? Rückenwind? Sollten es fossile Energieträger sein, ist das Konzept albern.
Was bedeutet das? Die eine Antriebskomponente nutzt elektrische Energie. Welche Energie wird von der zweiten Antriebskomponente genutzt? Kohle? Rückenwind? Sollten es fossile Energieträger sein, ist das Konzept albern.
frenchie3 11.06.2019
4. @2 Ist Ihnen bei Ihren Überlegungen
nicht aufgefallen daß das mit einem normalen Flugzeug auch passieren kann? Übrigens, auch Elektrofliegerpiloten können rechnen....
nicht aufgefallen daß das mit einem normalen Flugzeug auch passieren kann? Übrigens, auch Elektrofliegerpiloten können rechnen....
frenchie3 11.06.2019
5. @3 Hybrid ist albern wenn mit fossilen Brennstoffen?
Und Hybridautos fahren mit Kohle? Rückenwind?zusätzlich?
Und Hybridautos fahren mit Kohle? Rückenwind?zusätzlich?

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