Mobilität

Autogramm Opel Insignia GSI

In der Kurve ein Star

Opel bringt den Insignia als sportliches Topmodell unter dem Label GSI. So soll das Geschäft belebt werden, ohne die CO2-Bilanz zu trüben. Denn einen stärkeren Motor gibt es für den Wagen nicht.

Opel
Von
Samstag, 13.10.2018   07:27 Uhr

Der erste Eindruck: Potent, aber nicht peinlich: Als GSI sieht der Insignia ein bisschen kräftiger aus, spart sich aber alberne Spoiler oder Schweller wie zu alten Opel-OPC-Zeiten.

Das sagt der Hersteller: Leistung ist nicht alles. Während andere Hersteller bei ihren Sportmodellen üblicherweise ein paar Extra-PS aus dem Motor kitzeln, hat Opel von den Aggregaten die Finger gelassen. Es fehlt das Geld für große Entwicklungen bei Nischenmodellen. Zudem ist jeder getunte Motor schlecht für den Flottenverbrauch und die CO2-Ziele der Marke. Werden diese überschritten, droht die EU mit empfindlichen Strafzahlungen.

Trotzdem sei der GSI nicht nur eine Buchstabenkombination aus dem Marketing, sagt Volker Strycek, der für die Performance Cars und den Motorsport bei Opel verantwortlich zeichnet. Als Beleg führt er die Rundenzeiten auf dem Nürburgring an: "Auf der Nordschleife ist der Insignia GSI zwölf Sekunden schneller als die leistungsstärkere OPC-Variante der Vorgängergeneration", sagt Strycek. Die Gründe dafür seien das niedrigere Gewicht, der tiefere Schwerpunkt, das spielerische Handling sowie die über einen weiten Drehzahlbereich nutzbare Turbokraft und die gute Traktion. "Das hohe Grip-Niveau ist für die Nordschleife perfekt und auf öffentlichen Straßen ein Fahrspaß- und Sicherheitsplus."

Foto: Opel

Das ist uns aufgefallen: Der GSI ist kein Heißsporn, der einen sofort zum Heizen animiert, wie etwa ein BMW M3 oder ein Mercedes-AMG-Modell. Sehr wohl aber ist der Opel eine Limousine, die etwas sportlicher ausgelegt ist. Während man mit den anderen Varianten des Opel-Flaggschiffs gerne gelassen dahingondelt, sitzt man im GSI in den neuen Integralsitzen mit hohen Seitenwagen etwas aufrechter, lenkt, bremst und beschleunigt bewusster.

Spätestens wenn das Fahrwerk den Kampf mit der Querkraft aufnimmt, erkennt man die eigentlichen Qualitäten des Insignia GSI und ist Feuer und Flamme für den vermeintlichen Papiertiger. Denn die Eckdaten bei Leistung, Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit sind mit denen des konventionellen 2.0-Diesel identisch.

Auf der Landstraße spielt das Modell seine Stärken aus. Er folgt spielerisch leicht der Ideallinie und hält dabei guten Kontakt zum Asphalt. In Kurven trifft der Fahrer problemlos genau den Scheitelpunkt. Wenn sich danach beim Herausbeschleunigen alle vier Reifen in den Asphalt krallen und die Elektronik die Kraft nicht nur zwischen vorn und hinten, sondern auch zwischen den Rädern rechts und links bestmöglich verteilt, dann ahnt man, wo die zwölf Sekunden herkommen, die der GSI dem ehemaligen OPC auf der Nordschleife abgenommen hat.

Der Insignia fährt sich nicht nur engagierter, sondern auch emotionaler. Vor allem, wenn man eines der sportlichen Fahrprofile wählt. Dann lässt die Automatik die Gänge länger stehen und selbst die Dieselvariante klingt ein bisschen kerniger. Im so genannten Competition-Modus hält sich das ESP bis zur allerletzten Sekunde zurück, so dass bisweilen sogar kleine Drifts drin sind. So ambitioniert man den GSI bewegen kann, so alltagstauglich bleibt er. Wenn man im Tour-Modus unterwegs ist, ist die Sportlichkeit wie weggeblasen. Bis auf die strafferen Sitze und etwas weniger Federungskomfort wird aus dem Wagen dann eine kreuzbrave Familienkutsche.

Werfen Sie einen Blick in den Innenraum des Opel Insignia GSI - mit unserem 360-Grad-Foto:

Das muss man wissen: Der Insignia GSI kostet mindestens 45.800 Euro als Limousine und nochmals 1265 Euro mehr als der Kombi. Aktuell steht nur noch eine Dieselvariante mit 210 PS in der Preisliste. Der Motor mobilisiert bis zu 480 Nm Drehmoment, beschleunigt die Limousine in 7,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht ein Spitzentempo von 233 km/h. Dabei sind Allradantrieb und Achtgang-Automatik ebenso Standard wie das adaptive Fahrwerk.

Beim Insignia GSI wird es nicht bleiben. Während das Kürzel OPC für die Sportmodelle aus dem Opel Performance Studio langsam ausstirbt, wird demnächst - sozusagen am anderen Ende der Modellpalette - auch der Kleinwagen Corsa als zweites Opel-Modell das neue Sportabzeichen erhalten.

Das werden wir nicht vergessen: Wie sehr einen der Insignia GSI auf der Geraden enttäuscht, und wie schnell er einen dafür in den Kurven entschädigt. Performance-Chef Strycek hat Recht, wenn er sich eher auf die Straßenlage und das Handling konzentriert, als auf die Geschwindigkeit, die man zumeist ohnehin nicht ausnutzen kann. Doch die nächste Kurve kommt garantiert.

Hersteller: Opel
Typ: Insignia GSI
Karosserie: Limousine
Motor: Vierzylinder-Turbodiesel
Getriebe: Achtgang-Automatik
Antrieb: Allrad
Hubraum: 1.956 ccm
Leistung: 210 PS (154 kW)
Drehmoment: 480 Nm
Von 0 auf 100: 7,8 s
Höchstgeschw.: 233 km/h
Verbrauch (ECE): 7,1 Liter
CO2-Ausstoß: 187 g/km
Kofferraum: 490 Liter
umgebaut: 1.450 Liter
Preis: 45.795 EUR
insgesamt 29 Beiträge
ovi100 13.10.2018
1. Sport..Sport..Sport
immer die gleiche Leier!! brauchen wir Auto Sport auf den verstopften Strassen?? wie waere es wenn die KFZ Hersteller mal an inteligente Verfahren arbeiten und besser die Enwicklungs-Energie in richtige Innovationen investieren [...]
immer die gleiche Leier!! brauchen wir Auto Sport auf den verstopften Strassen?? wie waere es wenn die KFZ Hersteller mal an inteligente Verfahren arbeiten und besser die Enwicklungs-Energie in richtige Innovationen investieren als nur die Wagen sportlicher zu machen?!
gutmichl 13.10.2018
2. GSI ? So nicht !
Bedenkt man den Insignia mit V6 von 2009, so kommt jetzt ein schwacher Diesel als GSI. Wer kauft heute noch einen Diesel ? Wer GSI kauft will kultivierten Sound und ordentlich Dampf. Ich glaube das wird so nichts, liebe [...]
Bedenkt man den Insignia mit V6 von 2009, so kommt jetzt ein schwacher Diesel als GSI. Wer kauft heute noch einen Diesel ? Wer GSI kauft will kultivierten Sound und ordentlich Dampf. Ich glaube das wird so nichts, liebe französische Opelaner
jujo 13.10.2018
3. ....
Wir brauchen eine Motormäßige Abrüstung und ein Tempolimit auf unsere verstopften Straßen, damit wäre gleichzeitig das CO2 Thema erledigt. Wer bräuchte dann noch einen 3Liter Motor mit 250 PS z.B. wenn er sein Ziel in [...]
Zitat von ovi100immer die gleiche Leier!! brauchen wir Auto Sport auf den verstopften Strassen?? wie waere es wenn die KFZ Hersteller mal an inteligente Verfahren arbeiten und besser die Enwicklungs-Energie in richtige Innovationen investieren als nur die Wagen sportlicher zu machen?!
Wir brauchen eine Motormäßige Abrüstung und ein Tempolimit auf unsere verstopften Straßen, damit wäre gleichzeitig das CO2 Thema erledigt. Wer bräuchte dann noch einen 3Liter Motor mit 250 PS z.B. wenn er sein Ziel in der gleiche Zeit mit einem Auto mit 1,5 Liter Motor und 100PS erreicht. Vor allem wenn das Auto zu 90% im urbanen Gebiet bewegt wird!
ingo.wachtberg 13.10.2018
4. Opel?
An der Leine von Peugeot kommen da nur noch Markting-Face-Lifts heraus. Der Insignia ist sicher ein gutes Auto. Die Ingenieure haben ihren Job gemacht. Aber die Marke ist abgeritten. Da steckt nichts Neues drin. Die [...]
An der Leine von Peugeot kommen da nur noch Markting-Face-Lifts heraus. Der Insignia ist sicher ein gutes Auto. Die Ingenieure haben ihren Job gemacht. Aber die Marke ist abgeritten. Da steckt nichts Neues drin. Die Millionenseller, wie der Rekord und Kadett (Ascona) sind Legende. Opel wird werden wie Vauxhal - nur in diesem Fall ein Peugeot mit Opel Badge.
aehzebaer 13.10.2018
5.
Ja, so kann ich das unterschreiben. Aus Geldmangel einfach ins Regal greifen, ein paar Komponenten sportlicher abstimmen, ist sicher nicht der richtige Weg. Und ein Diesel geht an der Stelle überhaupt nicht. So habe ich [...]
Zitat von gutmichlBedenkt man den Insignia mit V6 von 2009, so kommt jetzt ein schwacher Diesel als GSI. Wer kauft heute noch einen Diesel ? Wer GSI kauft will kultivierten Sound und ordentlich Dampf. Ich glaube das wird so nichts, liebe französische Opelaner
Ja, so kann ich das unterschreiben. Aus Geldmangel einfach ins Regal greifen, ein paar Komponenten sportlicher abstimmen, ist sicher nicht der richtige Weg. Und ein Diesel geht an der Stelle überhaupt nicht. So habe ich derzeit den 6-Zylinder und das wird dann auch der letzte aus dem Hause Opel gewesen sein. Zu den aufgerufenen Preisen schau ich dann lieber auf 8-Zylinder Amis.
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