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Dieselabgase: Hamburg macht ernst bei Fahrverboten - was Autofahrer wissen müssen

DPA Verbotsschilder werden montiert, noch im Mai soll es erstmals in Deutschland Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge geben. Hamburg macht den Auftakt - weitere Städte werden folgen.
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#130 - 21.05.2018, 17:26 von ardbeg17

@cindy2009

Wie ich das lese. wurden gerade beim NO2 die WHO-guidelines 1:1 übernommen. Allerdings fehlt immer noch die Antwort auf die Frage, wie die reale Belastung der Menschen in den Studien aussah und wie sie bei uns aussieht. Dass der versuchte Näherungswert am Container (oder mit anderen Systemen wie in München) am Straßenrand tatsächlich repräsentativ genug ist, tiefgreifende Massnahmen zu ergreifen, ist nach wie vor nicht belegt. Ich denke, dass dies gerichtlich geklärt werden muss.

#131 - 22.05.2018, 08:25 von silviukumbi

das Geld regiert die Welt

immer die kleinen fertig machen! Ich wollte mein 2009er x3 im December 2017 verkaufen. War ja auch kein Problem das auto für 10500€ loszuwerden. Leider habe ich mich anderes entschieden. Wollte es den Winter noch fahren. Im März, ging leider nichts mehr. Bin das Auto für gerade mal 8000€ losgeworden. Und ich bin sicher nicht der Einzige, der davon betrofen ist... Ist aber alles nich so schlimm, solange bei den Deutschen Autokonzerne, ihre Verkaufzahlen in die Höhe schießen. So kann man auch die neuen Fahrzeuge schneller losswerden...
Die Kreuzfahrtschiffe, was die anrichten, interessiert auch niemanden! Aber wichtig ist dass man die E-Mobilität unterstützt... Infrastruktur gibt es null, die autos sind zu teuer und die ganze Sache ist einfach zu unausgereift. Aber solche Autos müssen wir wieder kaufen, obwoll das schwachsinn ist. Wie kann man solche Autos, Emissionsfrei nennen?! Lächerlich...

#132 - 22.05.2018, 10:14 von cindy2009

nicht eins zu eins

Zitat von ardbeg17
Wie ich das lese. wurden gerade beim NO2 die WHO-guidelines 1:1 übernommen. Allerdings fehlt immer noch die Antwort auf die Frage, wie die reale Belastung der Menschen in den Studien aussah und wie sie bei uns aussieht. Dass der versuchte Näherungswert am Container (oder mit anderen Systemen wie in München) am Straßenrand tatsächlich repräsentativ genug ist, tiefgreifende Massnahmen zu ergreifen, ist nach wie vor nicht belegt. Ich denke, dass dies gerichtlich geklärt werden muss.
Der Wert ist identisch, das bedeutet aber nicht, dass dieser gewürfelt wurde, oder ohne Prüfung einfach so übernommen wurde. Das zeigen doch die anderen Werte, die von den Empfehlungen der WHO abweichen.

Die reale Belastung sieht so aus, wie sie gemessen wurde. Und das eben nicht nur an den Brennpunkten, sondern in der Fläche. Messungen sind keine Näherungswerte, sondern Messungen.

Welche tiefgreifenden Massnahmen? Mir ist nur ein Urteil bekannt, welches verhältnissmäßige Massnahmen zulässt.

Wer soll denn das wie und vor welchem Gericht klären lassen? Die Grenzwerteinhaltungen werden nach den Vorgaben ermittelt und die Grenzwerte wurden nach Standards fest gelegt. Das Gericht hat entschieden, dass Fahrverbote, wie sie in Hamburg kommen sollen, grundsätzlich möglich sind.

#133 - 22.05.2018, 21:08 von tatsache2011

zum Beispiel

Zitat von mokdo
Ein Lieferfahrzeug ist ein Fahrzeug was Güter ausliefert. Ein Taxi das Personen befördert ist kein Lieferfahrzeug. Und wieso man die ausnimmt, wenn Lieferanten keine entsprechenden Dieselfahrzeuge haben könnte es zu Lieferschwierigkeiten kommen. Bei Paketen, Zeitungen, Elektrogeräten, Lebensmittel,bei allen Gütern eben. Für Handwerker gibt es in der Regel auch Ausnahmen Mann stelle sich mal vor in einem Haus platzt ein Wasserrohr und der Handwerker dürfte mit seinem Wagen nicht vorfahren
Das Bundesverwaltungsgericht verlangt, damit der
[Zitat] "Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gewahrt bleibt.
.... bedarf es hinreichender Ausnahmen,
z.B. für Handwerker oder bestimmte Anwohnergruppen."
https://www.bverwg.de/pm/2018/9

#134 - 23.05.2018, 12:23 von svensationell

Schöne Lachnummer

Die krassen Bußgelder, für deren Eintreibung das Personal fehlt, werden die Leute genauso vor der Durchfahrt der 5 m langen Verbotszonen abschrecken, wie sie auch das Bußgeld von der Handynutzung am Steuer abschreckt. Alternativ wird der homöopathische ehrliche Rest dann in Zukunft durchs Schulterblatt ausweichen, dort alles noch mehr verstopfen und die Abgase dann eben ein paar Meter weiter in die Luft blasen. Aber vielleicht hat das dann ja wenigstens einen positiven Einfluß auf die dort völlig überteuerten Mietpreise

#135 - 24.05.2018, 11:08 von aus-berlin

Grenzwerte sind Grenzwerte

Zitat von ardbeg17
Wie ich das lese. wurden gerade beim NO2 die WHO-guidelines 1:1 übernommen. Allerdings fehlt immer noch die Antwort auf die Frage, wie die reale Belastung der Menschen in den Studien aussah und wie sie bei uns aussieht. Dass der versuchte Näherungswert am Container (oder mit anderen Systemen wie in München) am Straßenrand tatsächlich repräsentativ genug ist, tiefgreifende Massnahmen zu ergreifen, ist nach wie vor nicht belegt. Ich denke, dass dies gerichtlich geklärt werden muss.
Es macht überhaupt keinen Sinn, in einer Diskussion ständig feststehende Punkte anzuzweifeln. Der Grenzwert von 40 steht genau so fest wie die 50 km/h Geschwindigkeitsbegrenzung in der Stadt. Dazu gibt es auch keine "wissenschaftliche" Ableitung. Warum darf ich mit meiner Karre nur 70 km/h in der Stadt fahren obwohl die doch 240 schafft. Das ist eine Benachteiligung der Autofahrer und der Automobilindustrie. Stellen Sie sich mal vor, was das für Arbeitsplätze vernichtet, wenn der vernünftige Verbraucher Autos kauft, die nur 50 km/h fahren. Nur mal so als Gedankenspiel.

So wie ich das mit den NOx Werten verstanden habe, ist die Gesundheitsgrenze schon bei 20. Darüber fängt es an zu jucken. 30 sollten nicht überschritten werden. Die 40 ist nach meinem Verständnis schon ein Entgegenkommen. Diese Grenze sollte dann aber eingehalten werden. Wenn jetzt das punktuelle Fahrverbot eine Verteilung in Nebenstraßen bringt, verteilt sich der Dreck dann wenigstens gleichmäßig von 80 auf 40 in der Hauptstraße und von 0 auf 40 in der Nebenstraße. Sowohl die Hauptstraße als auch die Nebenstraße sind Wohngebiete.

#136 - 24.05.2018, 11:36 von aus-berlin

nicht soviel lachen

Zitat von svensationell
Die krassen Bußgelder, für deren Eintreibung das Personal fehlt, werden die Leute genauso vor der Durchfahrt der 5 m langen Verbotszonen abschrecken, wie sie auch das Bußgeld von der Handynutzung am Steuer abschreckt. Alternativ wird der homöopathische ehrliche Rest dann in Zukunft durchs Schulterblatt ausweichen, dort alles noch mehr verstopfen und die Abgase dann eben ein paar Meter weiter in die Luft blasen. Aber vielleicht hat das dann ja wenigstens einen positiven Einfluß auf die dort völlig überteuerten Mietpreise
Glauben Sie ernsthaft, dass das hier in Hamburg die Finale Lösung ist? Wer leben in einem Rechtsstaat, da geht alles Schritt für Schritt.

Es wurde ein Fahrverbot um einen schon lange existierenden Messpunkt eingerichtet. Man hat also viele historische Werte und ab sofort neue Werte. Zwei Szenarien sehe ich vor meinen Augen. Die Polizei macht eine Woche lang intensiv Kontrolle und fischt alles raus bzw. verhindert die Durchfahrt. Dadurch gibt es Betroffene und einige wenige werden sich wehren. Klage an die Stadt und Klage an den Hersteller. Dann sehen wir weiter. Das muss aber erstmal durch ein Fahrverbot provoziert werden, freiwillig bewegt sich ja keiner.

Und dann werden wir sehen, was die Messwerte machen. Sollte der Wert tatsächlich von 80 auf 40 gehen, ist ein Fahrverbot genau das richtige Mittel und wird umgehend ausgeweitet. Das ist dann alles schön wissenschaftlich experimentell. Leider wird das Experiment eine Weil andauern müssen. Auf die Labormesswerte der Hersteller kann man sich je leider nicht verlassen.

#137 - 27.05.2018, 00:02 von ardbeg17

@aus-berlin

"(...)So wie ich das mit den NOx Werten verstanden habe, ist die Gesundheitsgrenze schon bei 20. Darüber fängt es an zu jucken. 30 sollten nicht überschritten werden. Die 40 ist nach meinem Verständnis schon ein Entgegenkommen.(...)"
Da ist ihr Verständnis leider sehr fehlerbehaftet und löchrig. Es gibt reichlich Studien zum NO2, ein paar toxikologische hier (http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/3527600418.mb1010244d0049/full), die haben zu Arbritsplatugrenzwerten von 950 Mikrogramm geführt. In der Aussenluft gelten 40 im Schnitt (in den sooo Stickoxid-sensiblen USA sind es 100) und die WHO sieht NO2 auch als Indikator für eine Gesamt-Belastung. Es gibt auch keine epidemiologischen Studien, welche dem NO2 bei 40 oder 60 Mikrogramm Schäden direkt zuordnen können - Gasherdnutzer müssten sonst signifikant geschädigt werden (http://apps.who.int/iris/handle/10665/107335).

#138 - 31.05.2018, 08:49 von lab61

Zitat von dragon75
...wenn die betroffenen Autos jetzt einen Umweg, also mehr Strecke, fahren sollen?
Weil sich die Belastungen über eine größeres Gebiet verteilen und den Belastungsschwerpunkt damit ENTLASTEN.
Was ist daran nur so schwer zu verstehen?

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