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Google-Schwester Waymo: Kalifornien lässt Autos ohne Fahrer auf die Straße

picture alliance / Andrej Sokolo Der Platz hinterm Lenkrad bleibt leer: Googles Schwesterfirma Waymo darf als erstes Unternehmen Autos ohne Fahrer auf Kaliforniens Straßen schicken. Erlaubt sind sogar hohe Geschwindigkeiten.
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#1 - 31.10.2018, 12:47 von EhemalsWestBerlinerFossil

Interessant...

..., weil das damit noch schneller in die Felderprobung geht, als ich gedacht habe. Die nächsten 5 Jahre werden interessant, weil während derer die jetzt auftretenden Probleme angegangen werden können. Ich glaube nicht, dass es noch 10 Jahre dauern wird, bis sich die autonomen Vehikel zunehmend verbreiten werden.

In Europa wird es dann wohl mit den üblichen paar Jahren Verspätung ankommen, ausser der Weltmarkt überrumpelt die hiesige Industrie und die müssen auf Teufel komm raus für die USA und China autonome KFZ bauen, weil sie sonst weg vom Fenster wären. Das würde sich dann natürlich auch direkt auf den relativ kleinen Heimmarkt (derzeit bleiben meines Wissen nur ~30% der in Deutschland gefertigten Wagen im Inland) auswirken. Da für den relativ kleinen Anteil der Inlandsproduktion nicht eine gesonderte Produktlinie kostengünstig gefahren werden kann , wird die Politik entweder reagieren müssen und Zulassungen erteilen, oder aber die klassisch durch Fahrer gelenkten Fahrzeuge werden unverhältnismässig teurer werden.

Wird also ab 2030 so richtig spannend.

#2 - 31.10.2018, 13:18 von Grünspahn

Es ist ja nicht so, dass die deutschen Autohesteller die Entwicklung verschlafen. Alle in Deutschland vertretenen Autohersteller arbeiten an automatischen Systemen und sind auch schon ziemlich weit in der Entwicklung. Es gibt auch in Dtl. entsprechende Teststrecken, die allerdings nur mit einem Sicherheitsfahrer (m/w/d) befahren werden dürfen. Ebenso wird, wie im Text beschrieben, in den USA entsprechend getestet. Noch sind viele Fragen offen, die wahrscheinlich je nach Kultur entsprechend beantwortet werden. Hier wird es noch einmal spannend. Ich bin gespannt, wann solche Systeme soweit ausgereift sind, dass sie auch n Dtl. verfügbar sind.

#3 - 31.10.2018, 13:23 von c.PAF

Oh, das ging schnell. Ok, mit Google steht auch ein enorm finanzkräftiges Unternehmen mit großen Rechnerkapazitäten etc. dahinter, aber trotzdem.

Bin gespannt, wie es weitergeht und wie sich das Fahrzeug im Alltag schlägt. Jedenfalls der richtige Schritt, den Straßenverkehr eine ganze Ecke sicherer zu machen.

#4 - 31.10.2018, 13:36 von Referendumm

@SPON-Redaktion

Vielleicht kann ich Euch ein wenig weiterhelfen:
"Software-Fehler für tödlichen Uber-Unfall verantwortlich
Der tödliche Unfall mit einem Roboterwagen von Uber geht laut einem Medienbericht nach bisherigen Untersuchungen auf einen Software-Fehler zurück. Der Computer habe die Sensor-Daten, die ein Hindernis auf der Straße anzeigten, ignoriert, weil er sie als einen Fehlalarm einstufte, berichtete die Technologie-Website „The Information“ unter Berufung auf informierte Personen. Dem Bericht von „The Information“ zufolge wurde die Software der Uber-Roboterwagen darauf getrimmt, Sensor-Daten in einigen Fällen zu ignorieren, zum Beispiel wenn es sich auf dem Weg um ungefährliche Gegenstände wie zum Beispiel eine herumfliegende Plastiktüte handelt. Das sollte unnötig scharfes Bremsen verhindern, wenn es in solchen Fällen die Sicherheit gefährden würde. In dem konkreten Fall seien die Einstellungen aber zu weit gegangen und die Software habe nicht schnell genug reagiert, hieß es."

@ EhemalsWestBerlinerFossil Heute, 12:47
2030? Das geht deutlich schneller!

Überhaupt bin ich nach wie vor sehr verwundert, dass viele Leute die Entwicklungsgeschwindigkeit von früher einfach linear in die Zukunft hochrechnen.
Da werden sich vor allem viele Deutsche noch schwer wundern.

Es gab vor einiger Zeit hier auf SPON mal Zukunftsbilder, die irgend so eine Schokofabrik um 1900 hergestellt hatte - Vorschau war das Jahr 2000. Da wurden bereits Bildtelefone angekündigt - die es (aus welchen Gründen auch immer) selbst heute noch nicht gibt (in der Massenanwendung). Lustig waren natürlich die Luxuskutschen, welche sich in 2000 auch in die Lüfte erheben sollten. Das Auto war damals kein Thema. ;)

Zu Alphabet-Tochter Waymo (Google ist NICHT die Mutter): Die sind aktuell auf Platz 1 - Tesla aufm letzten Platz:
"Eine neue Studie von Navigant Research deutet an, dass Tesla in Sachen Autonomes Fahren hinter der Konkurrenz zurückgefallen ist.
Die Analysten bei Navigant Research haben dazu 19 Firmen analysiert, die an autonomer Fahrzeugtechnik arbeiten. Überraschendes Ergebnis: Tesla landete dabei auf den letzten Platz, so der Branchendienst U.S. News mit Verweis auf die Navigant-Studie.
Navigant bewertete dabei die 19 großen Firmen im Bereich Autonomer Fahrzeugtechnik nach zehn Kriterien (Vision, Marktstrategie, Partnerschaften, Produktstrategie, Technologie, Produktqualität und Standhaftigkeit). Laut Navigant führen die beiden US-Anbieter General Motors (GM) und die Alphabet-Tochter Waymo diesen Markt derzeit an."

Oder: Roboterautos - Google schafft 9000 Kilometer autonom, Daimler nur drei
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/google-auto-faehrt-9000-kilometer-autonom-a-1190854.html

"die GM-Tochter Cruise legte nur rund ein Drittel der Entfernung von Waymo zurück. Sie will ab 2019 einen Taxiservice mit Roboterautos anbieten und testet deswegen vor allem im komplexen Stadtverkehr von San Francisco.
BMW, Volkswagen, Ford und Tesla testeten in den zwölf Monaten bis November 2017 keine selbstfahrenden Autos in Kalifornien."

#5 - 31.10.2018, 13:37 von Jinxxx

Die Welt ist weiter.... wir sind noch bei Neuland?

Waymo und GM Cruise sind schon weiter, von unseren deutschen Herstellern fehlt jede Spur. Aus dem Report der Kalif.Behören wissen wir, dass das die Technik von Waymo 2017 (wir haben jetzt 2018) über 9000 Km ohne den Eingriff eines menschlichen Fahrers fährt. Das ist mehr als ich im Jahr, und ich hatte schon 3 Fälle wo ich selbst nachdenken musste.

Im Endeffekt laufen alle unseren Hersteller in die Nokia / Kodak Falle. Elektro+Autonomie ist das neue Non-Plus-Ultra. Bei einem KM Preis von 4-8 Cent lohnt sich auch kein eigenes Auto mehr, was vor dem Fenster steht und rostet.

#6 - 31.10.2018, 13:46 von Jinxxx

Zitat von Grünspahn
Es ist ja nicht so, dass die deutschen Autohesteller die Entwicklung verschlafen. Alle in Deutschland vertretenen Autohersteller arbeiten an automatischen Systemen und sind auch schon ziemlich weit in der Entwicklung. Es gibt auch in Dtl. entsprechende Teststrecken, die allerdings nur mit einem Sicherheitsfahrer (m/w/d) befahren werden dürfen. Ebenso wird, wie im Text beschrieben, in den USA entsprechend getestet. Noch sind viele Fragen offen, die wahrscheinlich je nach Kultur entsprechend beantwortet werden. Hier wird es noch einmal spannend. Ich bin gespannt, wann solche Systeme soweit ausgereift sind, dass sie auch n Dtl. verfügbar sind.
Sie verwechseln hier etwas den Wunsch und die Realität.

Waymo fährt über 9000 KM ohne Probleme in der realen Welt, mit anderen Autos, Fahrradfahrern und Passanten. Eine "Test"strecke ist dagegen ein Witz.

Gerne nachlesen unter: disengagement_report_2017 bei California Department of Motor Vehicles

Über 16 Millionen autonom gefahrene KM sind schon ein Wert, der so einfach nicht mehr eingeholt werden kann.

#7 - 31.10.2018, 14:24 von sischwiesisch

Vergleich

Zitat von Jinxxx
Sie verwechseln hier etwas den Wunsch und die Realität. Waymo fährt über 9000 KM ohne Probleme in der realen Welt, mit anderen Autos, Fahrradfahrern und Passanten. Eine "Test"strecke ist dagegen ein Witz. Gerne nachlesen unter: disengagement_report_2017 bei California Department of Motor Vehicles Über 16 Millionen autonom gefahrene KM sind schon ein Wert, der so einfach nicht mehr eingeholt werden kann.
Wenn man sich überlegt, daß es in den USA ca. dreimal soviele zugelassene PKW gibt wie in Deutschland, aber über/ ca. 12 mal soviele Verkehrstote, dann kann ich mir ausmalen woher die Sehnsucht nach selbstfahrenden Fahrzeugen in den USA kommt.

#8 - 31.10.2018, 14:27 von Nania

Zitat von sischwiesisch
Wenn man sich überlegt, daß es in den USA ca. dreimal soviele zugelassene PKW gibt wie in Deutschland, aber über/ ca. 12 mal soviele Verkehrstote, dann kann ich mir ausmalen woher die Sehnsucht nach selbstfahrenden Fahrzeugen in den USA kommt.
Ich glaube, die Sehnsucht gibt es in Deutschland auch.
Mein Traum wäre ein selbstfahrender Wagen, der in der Lage ist, auf Bestellung zu kommen und ggf. noch einen anderen Menschen mitnehmen kann, der einen gleichen Weg hat (ob man alleine oder mit anderen Fahrgästen fahren möchte, könnte man im Vorfeld festlegen können und dementsprechend mehr zahlen (wer allein fährt, zahlt mehr). Keine Konzentration mehr auf das Autofahren, schnelles Erreichen des Ziels ohne nerviges Umsteigen zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln, hohe Flexibilität auch Nachts, die Möglichkeit, im Auto zu schlafen oder zu arbeiten.

Zukunftsmusik? Ja. Aber ich glaube nicht, dass es eine weit entfernte Zukunft ist.

#9 - 31.10.2018, 14:48 von vitalik

Zitat von Jinxxx
Waymo und GM Cruise sind schon weiter, von unseren deutschen Herstellern fehlt jede Spur. Aus dem Report der Kalif.Behören wissen wir, dass das die Technik von Waymo 2017 (wir haben jetzt 2018) über 9000 Km ohne den Eingriff eines menschlichen Fahrers fährt. Das ist mehr als ich im Jahr, und ich hatte schon 3 Fälle wo ich selbst nachdenken musste. Im Endeffekt laufen alle unseren Hersteller in die Nokia / Kodak Falle. Elektro+Autonomie ist das neue Non-Plus-Ultra. Bei einem KM Preis von 4-8 Cent lohnt sich auch kein eigenes Auto mehr, was vor dem Fenster steht und rostet.
Was hat Waymo in der Zukunft vor? Will es selbst Fahrzeuge herstellen? Ich denke, dass Waymo (und Google) den Standard setzen wollen. Man wird dann in 10 Jahren einen Kit aus Software und Hardware an beliebige Autohersteller verkaufen. Wozu sich mit dem Fahrzeugbau beschäftigen, wenn man es schaffen kann als quasi Standard in der ganzen Welt eingesetzt zu werden.
Mit diesem Gedanken folgt nun die weitere Überlegung, dass es auch in Zukunft Menschen geben wird, die gern in einer Mercedes S Klasse sitzen würden und dafür eben mehr Geld zahlen als die anderen. Damit haben die deutschen "Premiumhersteller" auch in der Zukunft einen Platz. Ob der Platz so groß ist, wie jetzt, kann ich nicht beurteilen.
Sie scheinen es auszublenden, aber für sehr viele Menschen ist ein Auto eben mehr als von A nach B zu kommen. Da spielen Gefühle und andere Dinge eine Rolle. Unterschätzen Sie das bitte nicht.

Können Sie mir bitte verraten, wie Sie auf 4-8 Cent pro Kilometer kommen und warum es sich nicht lohnen sollte ein eigenes Auto zu haben?

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