Forum
Auto

Mobilität und Inklusion: Ridesharing für Rollstuhlfahrer

italdesign/ WheeM-i Italdesign hat einen elektrischen Fahruntersatz für Rollstuhlfahrer entwickelt, der vielleicht bald in großen Städten verfügbar sein soll. Behindertenverbände begrüßen das Konzept, sehen aber ein Problem mit dem Elektroantrieb.
zum Artikel
Im mobilen Forum können sie die Beiträge nur lesen.
Um zu kommentieren, verwenden Sie bitte die Kommentarfunktion im Artikel.
#1 - 17.10.2019, 07:11 von Rico456

Countdownampeln

Diese Countdownampeln führen bei einem kleinen Teil der Fußgänger dazu, dass auch in den letzten Sekunden noch losgerannt wird, obwohl klar ist, dass es nicht zu schaffen ist. Deshalb steigt die Unfallrate an. Aus diesem durch Studien belegten Gründen wurden diese Ampeln in D nicht breit eingeführt.

#2 - 17.10.2019, 09:27 von Zitrone!

Zitat von Rico456
Diese Countdownampeln führen bei einem kleinen Teil der Fußgänger dazu, dass auch in den letzten Sekunden noch losgerannt wird, obwohl klar ist, dass es nicht zu schaffen ist. ..
Das kann ich nicht nachvollziehen. Können Sie das belegen? Wenn ohne Countdown einfach nur grün ist, geht man doch auch los(?).

#3 - 17.10.2019, 10:13 von Romiman

Rollstuhlfahrer im "Eisbergsalat"

Das wesentlichste Bild fehlt: Wie ein Rollstuhlfahrer in diesem Mobil drinsitzt und fährt. Und ob es einen Regenschutz gibt.

#4 - 17.10.2019, 11:17 von alterknacker54

Countdownampeln

machen auch für den KfZ-Verkehr Sinn...

#5 - 17.10.2019, 12:26 von 7eggert

Zitat von Rico456
Diese Countdownampeln führen bei einem kleinen Teil der Fußgänger dazu, dass auch in den letzten Sekunden noch losgerannt wird, obwohl klar ist, dass es nicht zu schaffen ist. Deshalb steigt die Unfallrate an. Aus diesem durch Studien belegten Gründen wurden diese Ampeln in D nicht breit eingeführt.
Auch in der letzten Sekunde DARF noch die Kreuzung betreten werden und die Räumzeit MUSS noch für Oma und Opa reichen, daß sie sicher herübergehen können. Autofahrer haben zu warten, bis die Kreuzung frei ist.

Insbesondere bei Radfahrern gilt sogar noch eine virtuelle Gelbphase von drei bis fünf Sekunden.

#6 - 17.10.2019, 14:18 von frenchie3

Elektrische Rollstühle

fahren bei uns seit Jahren rum, das Konzept ist also zumindest halbwegs ausgereift. Wie die bedient werden haben die Nutzer wohl offensichtlich verstanden. Wieso unkt man jetzt über Reichweiten bei diesem interessanten Konzept? Ein Ro-Ro (roll on-roll off, googeln!) System daß es jedem Rollstuhlfahrer die Möglichkeit einer bequemen "Fernreise" erlaubt. Irgendwelche infrastrukturbedingte Probleme jetzt noch dagegen zu verwenden ist Käse, damit kämpft auch der "manuelle" Rollstuhlfahrer

#7 - 20.10.2019, 10:26 von intercooler61

Countdown ist (nur) eine Notlösung

wie #2 und #5 zutreffend schrieben, gibt es für Fußgänger kein Gelb. Solange Grün ist, dürfen auch Langsame losgehen - und der Querverkehr darf bei Grün nicht blind losbrettern, solange die Querung noch nicht geräumt ist. Der Fußgänger oder Rolli-Fahrer muss nicht "erahnen", wann seine Ampel von Grün auf Rot springt.

Normalerweise beobachte ich in HH keine größeren Probleme mit dieser Regel. (Kann vorkommen, das mal jemand weiter hinten in der Schlange die Situation verkennt und die Vordermänner durch Hupen zu wecken versucht, aber das ist halt menschlich.)

Gefahren ergeben sich u.U. durch schlechte Sicht, Dunkelheit, schwerer einsehbare Querungen (z.B. Abbiegepfeil) und Regelverstöße. An entsprechend neuralgischen Stellen wäre ein Countdown evtl. hilfreich. Angesichts verbesserter Technik und gesunkener Preise wären mMn aber auch Bewegungs- bzw. Präsenzmelder erwägenswert, die ggfls. die Freigabe des Querverkehrs verzögern oder durch gelbes Blinklicht einschränken könnten.

An manchen Querungen dauern die Grünphasen für Fußgänger nur wenige Sekunden. Dort hilft eine Verlängerung auf Anforderung mehr als ein Countdown. Um Missbrauch vorzubeugen, ließe sich diese evtl. auch über normierte Nahfeldsender anfordern, die gezielt an Gehbehinderte auszugeben wären.

#8 - 20.10.2019, 11:53 von intercooler61

Es gibt _keine_ "virtuelle Gelbphase"!

Zitat von 7eggert
[...] die Räumzeit MUSS noch für Oma und Opa reichen, daß sie sicher herübergehen können. Autofahrer haben zu warten, bis die Kreuzung frei ist. Insbesondere bei Radfahrern gilt sogar noch eine virtuelle Gelbphase von drei bis fünf Sekunden.
Das Gebot, auf der Kreuzung oder Querung verbliebenem Verkehr die Räumung derselben zu ermöglichen, gilt für alle und gegenüber allen Verkehrsteilnehmern - seien dies Fußgänger, Rolli-, Radfahrer oder Kfz. Es gilt solange, bis die Kreuzung geräumt ist, dem Räumenden ist jedoch besondere Vorsicht auferlegt; §1 und §11 (3) StVO.

Im Gegenzug verbietet §11 (1) allen _Fahrzeugen_, bei stockendem Verkehr in eine Kreuzung einzufahren; dies gilt auch bei Grün.

Das Verhalten an Ampeln regelt §37 StVO.
Gehbehinderte und Rolli-Fahrer können dem Gebot des §37 (2) Nr. 5, ihren Weg beim Wechsel auf Rot "zügig" fortzusetzen, nur eingeschränkt im Rahmen ihrer Möglichkeiten nachkommen, was besondere Rücksichtnahme gebietet.
Für Radfahrer gilt dies nicht; sie _können_ zügig räumen (Treten vorausgesetzt) und bedürfen daher keiner gesonderten Regelung.

Beim _Einfahren_ in Kreuzungen mit Ampelregelung haben Radfahrer idR die Lichtzeichen für den Fahrverkehr zu beachten; §37 (2) Nr. 6 StVO. Diese zeigen eine _reale_ Gelbphase, deren Dauer auf Kfz abgestimmt, folglich für langsamere Radfahrer mit entsprechend kürzerem Anhalteweg allemal ausreichend bemessen ist.

Gesonderte Fahrradampeln haben idR eine eigene, passend bemessene Gelbphase. Wo nicht, hat der Radfahrer seine Geschwindigkeit bei Annäherung so zu wählen, dass er beim Wechsel auf Rot entweder vor der Querung anhalten kann oder jene nicht später als ein (in jedem Fall langsamerer) Fußgänger geräumt hat.

Deshalb gibt es keine "virtuelle Gelbphase" für Radfahrer (außer vielleicht in der Phantasie des ADFC). So etwas wäre gefährlicher Unfug. Es gilt die StVO. Für alle.

#9 - 21.10.2019, 00:52 von intercooler61

Nachtrag: Nix gegen Radfahrer

Zitat von intercooler61
[...] Deshalb gibt es keine "virtuelle Gelbphase" für Radfahrer (außer vielleicht in der Phantasie des ADFC). So etwas wäre gefährlicher Unfug. Es gilt die StVO. Für alle.
Ein (gesunder) Fußgänger braucht etwa 8 Sekunden, um eine 12 m breite Fahrbahn "zügig" zu queren, bei schmalen 6 m sind es erwa 4 Sekunden. Diese Räumzeiten sind bereits im zeitlichen Abstand zwischen "Rot für Fußgänger" und "Grün für Kfz" berücksichtigt.

Falls Sie als Radfahrer eine Fußgängerampel oder eine Fahrradampel ohne Gelbphase beachten müssen, unterbieten Sie diese Zeiten auch unter Einschluss von Reaktions- und Bremsweg locker bei allen Geschwindigkeiten von 10 bis 30 km/h. Deshalb benötigen Sie wirklich keine "virtuelle Gelbphase".

Zur Info: Ihr Entscheidungspunkt (Anhalten oder Weiterfahren bei Wechsel von Grün auf Rot) liegt:
- bei 10 km/h knapp 4 m vor der Querung,
- bei 20 km/h ca. 9,5 m,
- bei 30 km/h ca. 17 m,
entsprechend dem Anhalteweg bei Bremsung mit 4 m/s2 (was gefahrlos möglich sein sollte).