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Gefährliche Nebenwirkungen durch Antibiotika: Zwei Tabletten Schmerz

Science Photo Library/imago Sehnenriss, Muskelqual, Depression - eine Gruppe von Antibiotika, die Fluorchinolone, können schreckliches Leid auslösen. Doch viele Ärzte ignorieren die Gefahr - und verschreiben die Medikamente zu oft.
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#1 - 13.02.2017, 08:50 von allessuper

Nix Neues

die Pharma-Industrie will Gewinne machen. Und zwar kräftige. Es wird Zeit, dass wir aufhören zu glauben, sie wolle uns etwas Gutes. Inzwischen werden Krankheiten nach den vorhandenen Medikamenten "designt" und nicht umgekehrt. Existiert kein Medikament gegen eine Krankheit, so wird einfach die Krankheit anders beschrieben und zwar so, dass ein Medikament verschrieben wird, an dem man kräftig gewinnen kann.
Wer etwas anderes glaubt hat verloren. Es hilft nur, sich mit der eigenen Gesundheit auseinanderzusetzen und nach den richtigen Ärzten, Heilpraktikern und anderen Hippokrates-Vereidigten, die es ernst meinen Ausschau zu halten (es gibt sie.)

#2 - 13.02.2017, 08:59 von ruhepuls

Fluch und Segen...

Das Problem sind nicht die Antibiotika an sich, WENN sie richtig eingesetzt würden. Bei einer schweren bakteriellen Infektion ist das Risiko-Nutzen-Verhältnis unstrittig. Niemand wird bei einer Sepsis "probieren", ob der Körper nicht selbst damit fertig wird. Vielleicht wird er, wahrscheinlicher aber wird er nicht. Früher war es das dann eben. Leider werden Antibiotika heute wie "Hustenguzel" verteilt, was nicht nur die Resistenzen fördert, sondern auch viele unnötige Schäden durch die Nebenwirkungen. Beispielsweise verordnen viele Hausärzte Antibiotika als "Placebo", weil die üblichen Erkältungsmittelchen (Echinacea & Co.) nicht mehr erstattet werden, der Patient aber erwartet, "etwas für seinen Kassenbeiträge" zu bekommen - und nicht nur den Rat, sich ins Bett zu legen und Hühnersuppe zu trinken. Blasenentzündungen lassen sich auch gut ohne Antibiotika behandeln - jedenfalls in 80% der Fälle. Ist halt ein wenig zeitlich aufwendiger....

#3 - 13.02.2017, 09:14 von ruhepuls

Halbwahrheit...

Zitat von allessuper
die Pharma-Industrie will Gewinne machen. Und zwar kräftige. Es wird Zeit, dass wir aufhören zu glauben, sie wolle uns etwas Gutes. Inzwischen werden Krankheiten nach den vorhandenen Medikamenten "designt" und nicht umgekehrt. Existiert kein Medikament gegen eine Krankheit, so wird einfach die Krankheit anders beschrieben und zwar so, dass ein Medikament verschrieben wird, an dem man kräftig gewinnen kann. Wer etwas anderes glaubt hat verloren. Es hilft nur, sich mit der eigenen Gesundheit auseinanderzusetzen und nach den richtigen Ärzten, Heilpraktikern und anderen Hippokrates-Vereidigten, die es ernst meinen Ausschau zu halten (es gibt sie.)
Das sind Halbwahrheiten: Erstens verschreibt nicht die Pharmaindustrie die Medikamente (auch wenn die gerne möglichst viel davon verkaufen), sondern Ärzte. Und Patienten nehmen sie...
Und einen "Eid des Hippokrates" gibt es schon lange nicht mehr. Ansonsten stimme ich zu: Gesundheit kann man nicht "machen lassen", sondern man muss sich vor allem selbst drum kümmern - vor allem vorbeugend! Die meisten alltäglichen (!) Gesundheitsprobleme heilen von selbst aus. Eine Behandlung kann das etwas beschleunigen oder die Zeit bis zur Heilung angenehmer gestalten. Aber mehr auch nicht.

#4 - 13.02.2017, 10:44 von Ikarus Schmidt

Hatte ein einziges Mal wegen Antibiotikum heftige Nebenwirkungen und das war auf Ciprofloxacin. Von Herzrasen bis hin zu starken Atembeschwerden und Panik, das werde ich nicht vergessen und das Mittel nie wieder nehmen. Aber zum Glück ist von den Nebenwirkung nichts dauerhaft geblieben.

#5 - 13.02.2017, 12:15 von fairnes

Leider war.

Habe durch Ciprofloxacin die gleichen Nebenwirkungen wie im Artikel beschrieben bekommen. 3 Wochen her aber die Sehnen Muskel und Psyche Problem /Schmerzen sind noch da. Das macht einen verrückt und wen der Arzt der es verschrieben hat einen nicht ernst nimmt.

#6 - 13.02.2017, 12:18 von clemensbarono

Moxifloxacin Aurobindo 400mg

Wegen starker Halsschmerzen, Husten und Schupfen wurde mir o.g. Medikament verschrieben. Die 7 Tabletten nahm ich an 7 aufeinanderfolgenden Tagen. Die Nebenwirkungen waren Magen-Darm-Probleme und Durchfall. Durchfall dauert nun schon seit 14 Tagen an. Im Netz fand ich Hinweise auf entsprechende Ernährung damit sich die "normalen" Darmbakterien wieder bilden / ansiedeln...

#7 - 13.02.2017, 12:46 von pommodorie

Norfloxacin

Interessanter Artikel. Ich kann die Nebenwirkung von Fluorchinologen ebenfalls bestätigen. Allerdings fände ich es schade, wenn dieses wirklich gut wirksame und ansonsten auch für den Magen-Darm-Trakt gut verträgliche Medikament eingestellt würde. Norfloxacin greift offenbar die Sehnen-Muskel-Ansätze an, wenn man es länger einnimmt. Der Beipackzettel weist auch auf mögliche Verletzungen der Achilles-Sehne als mögliche Nebenwirkung hin. Warum sollte nur diese stark beanspruchte Sehne betroffen sein? Und die Nebenwirkung verstärkt sich offenbar und dauert umso länger an, je länger man es einnimmt. Ich persönlich habe bei Blasenentzündungen gute Erfahrungen mit maximal drei Tagen gemacht. Da halten sich die als rheumatisch empfundenen Schmerzen in Grenzen. Jedoch sollte das mit einem Arzt abgesprochen werden. Mein Rat an Frauen mit vermutetem oder diagnostizierten Fibromyalgie-Syndrom, einmal in ihren Medikamentenhistorien nachzuforschen. Nicht umsonst wird in entsprechenden Infobroschüren auf wiederkehrende Blasenentzündungen als Symptom hingewiesen. Ich bin, seitdem ich diesen Zusammenhang berücksichtige, völlig schmerzfrei.

#8 - 13.02.2017, 12:47 von ddorfer_

Eigene Erfahrung

Zwischen meiner Jugend und Mitte 30 war ich praktisch nie krank. 2015 hatte ich dann eine kleine Pechserie. Erst eine Erkältung kurz vor dem Urlaub, Antibiotika, dann Nase gebrochen, vorsorglich Antibiotika, und acht Wochen darauf eine Prostatitis, drei Wochen Antibiotika.

Etwa einen Monat später fingen die richtigen Probleme an. Angeschwollener Bauch, Schmerzen, zwischendurch Blut im Stuhl. Angefangen bei einfachen Blutbildern, diverse Tests auf Unverträglichkeiten bis hin zu einer Magen-/Darmspiegelung. Cholesterin leicht erhöht, sonst ergebnislos. Das ging fast ein ganzes Jahr so, permanent leichte Schmerzen und Bauchgrummeln.

Dann nahm sich ein Arzt etwas Zeit, fragte nach eingenommenen Medikamenten. Drei Monate später, nach einer deutlichen Ernährungsumstellung mit seiner Hilfe, waren alle Beschwerden weg. Diese Odyssee, weil einige Ärzte Antibiotika wie Smartis verschreiben.

#9 - 13.02.2017, 12:51 von S. Heuer

Dank und Hinweise

Vielen Dank für den Artikel, von dem es leider immer noch zu wenige gibt.
An dieser Stelle möchte ich auf das im Bericht hingewiesene Selbsthilfe-Forum hinweisen. Es ist erreichbar unter http://fluorchinolone-forum.de
Hier findet man umfangreiche Informationen sowie Möglichkeiten mit den Nebenwirkungen umzugehen. Auch für Ärzte halten wir Informationen vor.

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