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70 Jahre Grindelhochhäuser: Hamburgs Traum von Manhattan

imago/ Lars Berg Grüne Idylle statt sozialer Brennpunkt: 1946 begann der Bau von Deutschlands erster Großwohnsiedlung. Mitten im heute teuersten Stadtteil von Hamburg.
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#1 - 12.07.2016, 12:06 von Jan Leitz

So richtig schön..

...sind auch die Grindelhäuser nicht. 0815 Plattenbau-Archtektur. Das einzige was sie rettet ist die tatsächlich exzellente Lage und die Tatsache das sich so mancher Mittelständler in Hamburg nichts anderes leisten kann

#2 - 12.07.2016, 12:11 von Erhard Stammberger

Sehr schlecht recherchiert ...

... dabei gibt es fundierte und lesenswerte Literatur zu den Grindelhochhäusern, die ursprünglich das Hauptquartier der britischen Besatzungsmacht beherbergen sollten. Da diese ihre Präsenz in Deutschland im beginnenden Kalten Krieg nicht als so umfangreich und langandauernd einschätzten und lieber nach Bad Oeynhausen auswichen als im zerbombten Hamburg auf die Fertigstellung zu warten, wurden die Grindelhochhäuser in völlig unterschiedlicher Struktur (auch mit Kleinstwohnungen für Mitarbeiter/innen der damals noch manuellenTelefonvermittlung und Verwaltungsbauten wie dem Bezirksamt Hamburg-Eimsbüttel) weiter gebaut. Zu empfehlen: "Die Grindelhochhäuser. Eine Sozialgeschichte der ersten deutschen Wohnhochhausanlage Hamburg-Grindelberg 1945-1956." Buch mit DVD (Schriftenreihe des Hamburgischen Architekturarchivs). Auch und gerade für Architekturinteressierte interessant, denn der in Hamburgs Nachkriegsära vielfach verwendete gelbe "Gail'sche Klinker" wuirde für diese Siedlung entwickelt.

#3 - 12.07.2016, 12:59 von Nils Peer Clasen

Naja.

Die Häuser liegen am Rand von Harvestehude und die Außenalster ist doch ein gutes Stück entfernt... Und häßlich sind die Dinger immer noch.

#4 - 12.07.2016, 13:48 von Peter Girteit

unfassbar hässlich...

ein Abriss wäre zielführend, eine Schande für diesen schönen Teil HHs

#5 - 12.07.2016, 15:19 von T. Franz

Trotzdem hässlich

Und heißt der Architekt auch Oscar Niemeyer, Hochhäuser dieser Art wie im Hansaviertel tun einfach nur weh. Zu Bausünden wie dem Riegel am Kotti hat Farin Urlaub immer noch den besten Vorschlag: "Dynamit. Wir verschönern unser Innenstadtgebiet. Dynamit. Architekturkritik, die man tatsächlich sieht."

#6 - 12.07.2016, 16:21 von Kalle Kollau

Also mir gefallen die Grindelhochhäuser. Die gehören zu Eimsbüttel (Bezirk) einfach dazu. Zudem sollte man nicht annehmen, dass da großartig Stadtentwicklung möglich wäre, wenn man sie abreißt. Selbst wenn man die Grünflächen zubetoniert, hat der "Block" gerade mal 0,1km². Mit einer dichten, fünfgeschossigen Blockrandbebauung würde man nicht mehr Wohnraum schaffen, zumal die Gebäude (wenn auch durch seine Architekten damals ungewollt) dem heutigen Bedürfnis nach eher kleinen Wohnzellen bzw. Singlehaushalten entspricht. Da wäre ein Abriss nicht verhältnismäßig. Und nein, ich hab kein Problem mit moderner Architektur. Mir gefällt der Großteil der Hafencity, was wohl viele Hamburger anders sehen. Aber jedes Viertel hat eben seine Epoche und Geschichte -- was natürlich nicht heißt, dass nicht partiell (z.B. die City-Hochhäuser) über Abriss nachgedacht werden kann.

Aber die Ecke rund um die Grindelhochhäuser ist spannend, inklusive der Geschichte des (jüdischen) Viertels und der britischen Besatzung. Im Westen stößt man auf das "rote Hamburg" mit seinen Klinkerbauten, im Osten auf das "weiße Hamburg" mit seiner Gründerzeitarchitektur und vielen Alstervillen. Im Süden beginnt langsam Univiertel und im Norden liegen mit Hoheluft-Ost und -West zwei der am dichtesten besiedelten Viertel Deutschlands.

#7 - 12.07.2016, 16:22 von Tilmann Jörg

Frankfurt am Main, Golanhöhen

Dans la banlieue de Francfort-sur-le-Main. In a suburb of Frankfurt on the Main. Welche unterschiedlichen Konnotationen in dem Wort Vorstadt in den unterschiedlichen Sprachen mitschwingen, ist schon enorm.

Wenn wir von den französischen Banlieues sprechen, haben wir eigentlich nur Ghettos vor Augen. Wenn wir das amerikanische Suburb hören, denken wir an beschauliche oder protzige und meistens langweilige Einfamilienhaussiedlungen. Nur unser eigenes Wort Vorstadt ist quasi neutral, weil wir die unterschiedlichen Vorstädte jeweils einzeln betrachten und ihnen gegebenenfalls Namen geben.

Aber wenn wir die Namen Hasenbergl, Gropiusstadt, Mümmelmannsberg, Lichtenhagen oder Chorweiler hören, wissen wir Bescheid. Oder glauben es zumindest. Alles Beispiele westdeutscher Großwohnsiedlungen. Und seit ich selbst in einer solchen wohne, weiß ich, dass sie deutlich besser sind als ihr Ruf. Eine Tabuzone (neudeutsch No-Go-Area) sieht unbedingt anders aus. Jedenfalls habe ich in noch keiner Wohnung so oft und so viele schöne Sonnenauf- und untergänge gesehen wie in dem Hochhaus, in dem wir wohnen.

#8 - 12.07.2016, 18:07 von Bart Tarnat

Denkmalgeschützt?

Wie bitte? Diese häslichen Bauten sind denkmalgeschützt? Ich meine, aus der Not geboren nach dem Krieg, kann man ja verstehen. Aber eigentlich sollte es doch darum gehen, solch architektonischen Wahnsinn irgendwann auch mal loszuwerden. Wobei es schwer fällt, dabei überhaupt von Architektur zu reden....

#9 - 13.07.2016, 02:24 von Marc Hasenkamp

Herr Jörg, Lichtenhagen liegt aber nicht in Westdeutschland.

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