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DDR-Abenteurer: Fotos einer verbotenen Reise

Jens Kießling Sie trampten durch die Wüste Gobi, schliefen in der Wildnis und überlisteten sowjetische Kontrollposten: Mit gefälschten Papieren erkundeten im Sommer 1987 zwei Ost-Berliner Studenten die Mongolei und China. Ihr Abenteuer dokumentierten sie auf rund 5000 einzigartigen Fotos.
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#1 - 09.04.2014, 11:03 von Ingo Parkoz

Qualität...

Hmm, ich hoffe die Bilder sind in der Ausstellung besser. Da schleppt jemand eine Mittelformatkamera so weit und kommt mit solchen Bildern zurück? Bei allem Respekt für die Reise und die Leistung in damaliger Zeit als DDRler so eine Reise zu organisieren und durchzuführen, aber die Qualität der Bilder sind doch eher mehr Schnappschüsse... Sicherlich toll als Erinnerung, aber aus photographischer Sicht eher durchschnittlich.

#2 - 09.04.2014, 11:08 von Olaf Schaper

Ausstellung

Die Fotos würde ich gerne sehen, aber bei mehreren tausend Fotos nur 2 Dutzend zu veröffentlichen finde ich jetzt etwas witzlos ;(

#3 - 09.04.2014, 12:10 von Ronald Lohse

Ich finde die wenigen Fotos hier sehr interessant..

..und würde gern mehr davon sehen.
Wer die Qualität des ORWO-Filmmaterials noch kennt, wird über eine gewisse Grobkörnigkeit und Nachlässigkeiten in der Farbwiedergabe, besonders nach fast 30 Jahren, hinwegsehen können. Ich gehe aber davon aus, dass man für die Ausstellung Bilder ausgewählt hat, die auch in der entsprechenden Vergrößerung sehenswert sind.
Und ja, das Jahr 1987 würde ich als damals dort Lebender durchaus zur unmittelbaren Vorgeschichte des Mauerfalls zählen. Nach meinem Erleben begann sich ab 1987 die Stimmung im Lande merklich zu verändern, weg vom "wir können ja eh nichts ändern" zu "irgendwas muss sich ändern, so gehts nicht weiter". Diese Reise passt da durchaus ins Bild. Danke für den Beitrag!

#4 - 09.04.2014, 12:12 von vorname nachname

Schwarz-weiß sind scheinbar nicht nur die Fotos

Sondern auch Ihre Meinung, Herr Meisner. Die ewig Aufteilung in Ost und West. Gleich mal der ganze Westen doof. Alle. Und was Ernährung angeht, das darf bitte jeder selber entscheiden, auch wenn Ihnen das nicht gefällt. Überhaupt, warum MUSS es bei Ernährung immer diese Kategorien geben, fällt die Welt sonst auseinander, wenn jeder nur isst, wonach im gerade so ist? Ich verstehe Ihre Behauptung auch nicht, dass Veganismus mit dem Nichtverständnis des Abbiegepfeils korreliert. Worauf beruht diese Annahme? Vielleicht bringen sie auch mal den Mut der Reisenden aus dem Artikel auf und ändern Ihre betonierte Sicht der Dinge. Nicht böse gemeint, aber Ihr Kommentar ist schon recht fragwürdig. Die Mauern in unseren Köpfen usw. - LG

#5 - 09.04.2014, 13:11 von Hans Meiser

Verfolgte und Verweigerer

Seit 25 Jahren melden sich in den westdeutschen Medien ständig die ostdeutschen Verweigerer und die Verfolgten. Niemand überprüft ihre Aussagen und jeder ist natürlich zu Unrecht belangt worden. Da passen Uni- Rauswürfe immer. Was ist im Westen mit linksgerichteten Lehramtsstudenten passiert? Diese Fotographen setzen sich über jedwedes Gesetz hinweg und werden dafür im SPON gefeiert, aber andere Länder dürfen nicht bestrafen, nicht der Osten!

#6 - 09.04.2014, 14:18 von Thomas Berger

Verfolgte

@ Hans Meiser:

So undemokratisch das Berufsverbot für linksextreme Lehrer (und die man dafür hielt) war: das Studium in der BRD war frei, und kein Student wurde wegen seiner Ansichten gefeuert. Ich selbst habe mich als Jung-68er zeitweise in maoistische Kreise verirrt und habe dadurch nirmals irgendwelche Nachteile gehabt.

Warum Sie die mutigen Reisenden aus der DDR als "Verweigerer" diffamieren, bleibt wohl Ihr Geheimnis. Ist der Grund alleine der, dass sich sich dem faschistischen Anpassungsdruck der DDR verweigerten?

Der Bericht zeigt, dass individuelle Freiheit durch nichts zu ersetzen ist, und dass jeder Staat, der diese über Gebühr einschränkt, sich schon alleine dadurch als gescheiterter Staat zu erkennen gibt.

Den beiden Reisen gilt meine allerhöchste Hochachtung. Ich freue mich schon, die Ausstellung besuchen zu können.

#7 - 09.04.2014, 14:46 von Mathias Damm

Schöne Reise, schöne Erinnerungen

Wer eine Reise tut, hat was zu erzählen - und/ oder schöne Bilder zu zeigen!

Für meine Begriffe hätte es dem Bericht nicht geschadet, auf die Widerstandskämpferattitüde zu verzichten: so bleiben von den effektheißerisch angekündigten "gefälschten Papieren" nur eine getürkte Einladung aus Freundesland, aus den "überlisteten sowjetischen Kontrollposten" lediglich gelangweilte Uniformierte in der Nähe eines "Russenmagazins" übrig.

Trotzdem schöner Bericht über eine schöne Reise.

#8 - 09.04.2014, 15:13 von Oliver Haarhaus

Was sitzt Du hier noch rum?

"Eines Tages, baby, werden wir alt sein. Oh baby, werden wir alt sein und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können."

#9 - 09.04.2014, 16:18 von anna anders

faszinierend

ist dieser Bericht und diese Fotos. Alles erinnert mich an eine Reise, die wir in den 70er Jahren unternommen haben. Legal allerdings, weil aus der BRD, aber auch mit ORWO-Filmen. Berührend erinnert hat mich in diesem Bericht wieder diese unendlich offene Freundlichkeit der Menschen aus jenen Landstrichen, die dem doch ihnen völlig unbekannten Fremden mit offenem Herzen entgegenkommen, in einem absoluten Vertrauen, ohne Argwohn oder Hinterlist, und ihn trotz deren Armut mit großzügiger Gastfreundschaft umgeben. Sowas findet man im ganzen Westen nicht, in dem dagegen nur Begriffe wie "Überlistung" oder "Fälschung" angesagt sind, und wo an der technischen Qualität von Fotoaufnahmen herumgemault wird, obwohl die Fotos doch solch ungewöhnlich bahnbrechende Informationen über das menschliche Zusammenleben transportieren. Auf die Ausstellung freue ich mich sehr, wenn es auch leider nur zwei Dutzend Fotos sind.

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