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Der letzte Schuss auf Mauerflüchtlinge: "Lauft! Lauft! Lauft!"

privat Hindernislauf in die Freiheit: Zwei junge Ost-Berliner wollten 1989 durch einen Grenzübergang sprinten. Nur wenige Meter fehlten - dann fiel der Schuss, der selbst nach DDR-Regeln nicht hätte fallen dürfen.
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#1 - 08.04.2019, 14:05 von Christian Marx

Bitte informieren Sie uns auch...

... was aus diesem Stasi-„Helden“ Karl-Heinz B. wurde.

#2 - 08.04.2019, 14:57 von Christian Schwarz

...und aus seinem Freund Micha.

Danke.

#3 - 08.04.2019, 15:52 von Mann-spricht-Deutsch Texte für Geld

Grenze zu - glückliches Land?

Und heute träumen sie wieder von schön verschlossenen Grenzen.

#4 - 08.04.2019, 17:01 von Siegfried Bernhard

Und ich dachte schon...

"...dann fiel der Schuss, der selbst nach DDR-Regeln nicht hätte fallen dürfen."
Mein erster Gedanke war schon, hier hat jemand den Mut, gegen den Mainstream anzuschreiben, und sich endlich einmal auf den Boden von Rechtsstaatlichkeit stellen. Im Gegensatz zu den Foristen, aber (naach dem lesen) hatte ich die seltene Gelegenheit in einem Sozialverein zu arbeiten (1991-1999) deren eherenamtlicher Vorsitzender im Hauptberuf Vorsitzender einer Goßen Strafkammer an einem LG im Land Brandenburg war. Der also alle sog. Grenzerprozesse in Brandenburg leitete. Der sich damals schon als Jurist darüber erregte, daß die Medien nur die 10% der Anklagen aufgriffen, die auch verhandelt wurden. Während die 90%, die das Gericht gar nicht erst zur Verhandlung zugelassen hatte, unter den Tisch fielen. Und das ist das Rechtsstaatliche. So wie bei den Todesschüssen an der Grenze BRD - Österreich (JA, auch das gab es), wurden in Berlin und den anderen östlichen Bundesländern nur die Fälle verhandelt, die sich auch nach DDR-Recht strafbar gemacht hatten. Etwas anderes, so der damalige Richter P., wäre rechtlich auch gar nicht möglich gewesen.

#5 - 09.04.2019, 01:11 von Jens Enders

Todesschüsse BRD - Österreich

Das sollten Sie erläutern. Davon habe ich noch nie gehört und bezweifle das auch. Beamte der Bundesrepublik sollen auf deutsche Staatsbürger geschossen haben, die nach Österreich "flüchten" wollten? Das halte ich für eine waschechte Ente...

#6 - 09.04.2019, 03:27 von G. Schumann

@ S.Bernhard

Ihre Aussage, dass nur Fälle verhandelt wurden, die auch eine Strafbarkeit nach DDR-Recht ergaben, ist Unsinn. Der BGH hat den auch in der DDR-Verfassung enthaltenen Verhältnismäßigkeitsgrundsatz zugrundegelegt, und dabei zwar den Rechtfertigungsgrund des Grenzgesetzes der DDR als prinzipiell gültig betrachtet, allerdings nur in einer die Menschenrechte achtenden Auslegung. 1994 präzisierte der BGH, dass die gezielte Tötung von unbewaffneten Flüchtlingen auch in der DDR Unrecht waren. In einem Beschluss des BVGs (1996) wurde das Rückwirkungsverbot bei Fällen von staatlicher Mißachtung der Menschenrechte eingeschränkt. Bereits 1995 sah das BVG in den Urteilen der Mauerschützenprozesse keine Verstösse gegen das Rückwirkungsverbot, was vom EuGH 2001 bestätigt wurde. Zu Deutsch: Die Anklage bzw. rechtliche Aufarbeitung in der BRD setzte im Fall der Mauerschützen keine Strafbarkeit nach DDR-Recht voraus.

#7 - 09.04.2019, 13:48 von Detlev Vreisleben

Pke

"Die PKE war der Hauptabteilung VI der Stasi untergeordnet." Das stimmt so nicht, die PKE war Bestandteil der HA VI.

#8 - 14.04.2019, 14:56 von Max Blum

Der Fall ist ein weiteres Dokument einer absurden und tragischen heißen Linie des kalten Krieges. Man mag es kaum glauben, aber den Schusswaffengebrauch gegen Flüchtende zivile Personen durch Militärangehörige gibt es noch heute. Er konnte beispielsweise gegen Zivildienstverweigerer durch Feldjäger angewendet werden, wenn diese vor Feldjägern die Flucht ergriffen. Was zum Glück kaum vorkam. Ehe die AfD an die Macht kommt, sollte man sehen, dass solche staubigen, antidemokratischen Gesetze endlich verschwinden: UZwBwG

#9 - 14.04.2019, 15:09 von Max Blum

Re: Todesschüsse BRD-Österreich

Würde mich auch mal interessieren. Es gab beispielsweise einen amerikanischen Soldat, der in der BRD stationiert war, und im Zuge der Kommunistenverfolgung in den 1950ern inhaftiert werden sollte. Dieser flüchtete bei Nacht und Nebel über die Donau nach Österreich und von dort über Umwege in die DDR, wo er später beim Radio (ich glaube DT64) arbeitete. Leider ist mir der Name entfallen, dürfte aber herauszukriegen sein. Solche Fälle von Flucht aus dem Westen gab es durchaus (siehe auch Potsdamer Platz Lenné-Dreieck, wo Westberliner Protestler über die Mauer in den Osten flüchteten, um dem Zugriff der West-Polizei zu entgehen), aber dass auf solche Leute tatsächlich geschossen wurde (rein rechtlich wäre es zulässig gewesen), ist mir nicht bekannt.