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Deutsche in Argentinien: Wie der Kriegsverbrecher ins Familienalbum kam

Archiv Juan Alberto Schulz Über die "Rattenlinie" flohen viele Nazis nach Südamerika, vor allem nach Argentinien. Juan Alberto Schulz hat seine Familiengeschichte durchleuchtet und stieß auf einen fragwürdigen Nachlass seines Vaters.
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#1 - 07.05.2019, 12:10 von peter baetz

neben

der oben erwähnten firma siemens-schuckert war auch z.b. die IG farben in argentinien und eigentlich in fast ganz süd-amerika engagiert; im prinzip sowas wie ein eigenständiges ("zweites") auswärtiges amt mit angeschlossenem geheimdienst und natürlich agenten für besondere aufträge ...

#2 - 07.05.2019, 13:42 von Christian Voemel

Deutscher Klub in Bariloche

Wieso soll es keinen Deutschen Klub in Bariloche geben? Ich habe noch vor garnicht so langer Zeit dort Skat dort noch an Skatturnieren teilgenommen.

#3 - 07.05.2019, 14:01 von Werner Gassert

Ueber die Rattenlienie

und unter demSchutz der katholischen Kirche nach Argentinien. Was ich den westlichen Alliierten am meisten verafge ist, dass sie diese Verbrecher nicht bis in die lezten Winkel verfolgt hat. Ach ja, da brach ja der Kalte Krieg aus, und man musste gegen die noch schlimmeren Kommunisten zusammenstehen.

#4 - 07.05.2019, 18:25 von juan alberto schulz

Gleichschaltung

Ja, Alle Deutsche firmen in Argentinien waren in den 30er Jahren dem Drittem Reich gleichgeschaltet. Es gab aber auch Konflikte zwischen Firmen, Botschaft und die Nazi Auslandorganisationen.

#5 - 07.05.2019, 18:31 von juan alberto schulz

Deutscher Klub

Es gab eigentlich nie einen deutschen Klub als solcher. Mitglieder des deutschen Vereins oder der deutschen Gemeinschaft trafen sich manchmal im Restaurant der deutschen Schule unde es wurde auch Skat gespielt. Die Schule galt und gilt immer noch als Treffpunkt der deutschsprachigen Veranstaltungen der Gemeinschaft.

#6 - 07.05.2019, 19:56 von Raimondo Civetta

Chile, heute

Dass die über ganz Chile verteilten, faschistoiden Deutschen Schulen noch heute Nazibewunderer und vor allem lautstarke Pinochet-Verehrer anziehen und vom Deutschen Staat u. a. finanziell unterstützt werden, ist auch kein Geheimnis.

#7 - 07.05.2019, 20:58 von erwin fortelka

Einige Foristen werden

...nicht müde, die Siegermächte mit verantwortlich zu machen für die Flucht vieler Nazis nach Argentinien oder Chile. Die Siegermächte haben mit den Nürnberger Prozessen ein richtiges Zeichen gesetzt, wurden und werden von rechtskonservativen Kreisen als Siegerjustiz diffamiert. Nachdem in Deutschland zwei souveräne Staaten entstanden, war es Aufgabe der deutschen Justiz, die geflohenen Nazi-Verbrecher im Ausland, wenn möglich, zur Rechenschaft zu ziehen. Nur, die Justiz im Nachkriegsdeutschland war da nich besonders fleißig. Noch heute stehen einige wenige Naziverbrecher vor Gericht, meistens nicht verhandlungsfähig. Der damalige Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, angefeindet in der eigenen Behörde, war einer der wenigen konsequenten deutschen Staatsanwälte, vielleicht sogar der einzige. Ihm haben wir zu verdanken, dass die Auschwitz-Prozesse stattfinden konnten, ihm haben wir zu verdanken, dass der Schreibtischtäter Adolf Eichmann vom isrealischen Geheimdienst entführt und vor ein Gericht in Israel gestellt und zu recht zum Tode verurteilt werden konnte. Leider hat Josef Mengele es geschafft, bis zu seinem Tod immer wieder zu entkommen. Wir wissen heute, dass er nach seiner Flucht engste Kontakte zu seiner Famlilie in Deutschland hatte. Es kann auch offenbar nicht ausgeschlossen werden, dass er sich kurz in Deutschland aufgehalten hat. Also, immer wieder auch auf den Foren zu diesem Thema die Allierten zu beschuldigen, geht einfach an den historischen Tatsachen vorbei. Auch die Justiz im Nachkriegsdeutschland hat in dieser Frage versagt.
Erwin Fortelka (Klarname)

#8 - 08.05.2019, 15:33 von juan alberto schulz

Kriegsverbrecher

Zum Thema Kriegsverbrecher des Zweiten Weltkrieges rate ich das Buch vom Staatsanwalt und Leiter der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg (2000-2015) zu lesen: Schuld die nicht vergeht (2017). Dort spricht er von einer halben Million Kriegsverbrecher im Zweitem Weltkrieg ! Auch interessant:
https://www.spiegel.de/spiegel/kurt-schrimm-ueber-versaeumnisse-bei-der-aufklaerung-von-ns-verbrechen-a-1170016.html

#9 - 08.05.2019, 20:36 von erwin fortelka

In dem Beitrag Nr. 8 auf

....diesem Forum wird deutlich, wie sehr die deutsche Nachkriegsjustiz bei der Verfolgung von Naziverbrechern versagt hat, die meisten waren bekannt und vor allem Argentinien und auch Chile waren als Fluchtorte bekannt. Aber die Justiz im Nachkriegsdeutschland hat bewusst und gewollt versagt, saßen doch furchtbare Juristen mit einschlägiger NS-Vergangenheit wieder an entscheidenden Stellen, auch in der Politik: Hans-Karl Filbinger, um nur einen zu nennen: "Was damals rechtens war, kann heute nicht Unrecht sein." Da musste erst das Ehepaar Beate und Serge Klarsfeld aus Frankreich kommen, um der deutschen Justiz auf die Sprünge zu helfen, und die deutsche Justiz ist nicht besonders gern gesprungen. Das Ehepaar Klarsfeld hat mit detaillierten Dokumentationen auf zahlreiche unbehelligt lebende Täter hingewiesen: Kurt Lischka, Alois Brunner, Klaus Barbie, Ernst Ehlers, Kurt Asche....die Liste lässt sich fortsetzen. Auch wenn ich den vorliegenden Artikel immer wieder lese, komme ich zu dem Schluss: Die Spuren schrecken nach wie vor, und es gibt noch viel aufzuarbeiten.
Erwin Fortelka (Klarname)

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