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Deutsche Geheimmission in Persien: Hauptmann Kleins Heiliger Krieg

Preußen-Museum NRW, Wesel Er hetzte zum Dschihad auf und ließ Ölpipelines sprengen: Hauptmann Fritz Klein führte im Orient einen Guerillakrieg gegen die Feinde des Kaiserreichs. Ein Historiker hat bislang unbekannte Dokumente des vergessenen Offiziers ausgewertet.
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#1 - 25.11.2014, 15:39 von Manfred Schmidt

Junge, Junge,

er »hetzte« zum Dschihad auf, meint der Redakteur des SPON. »Hetzte« auch der britische Lawrence die arabischen Völker mit falschen Versprechungen gegen das Osmanische Reich auf, oder war das - um im Sprachgebrauch zu bleiben - eine »gerechte Sache«, die dort verfolgt wurde?
Was ist eigentlich mit unserer Presse los, dass diese - häufig unreflektiert - Sprachschablonen und Verurteilungen verwendet, immer zu Lasten des Deutschen Reiches? Greift die angloamerikanische Umerziehung so weit, dass nicht einmal mehr halbwegs ruhig und vernünftig Geschichte reflektiert wird?

#2 - 25.11.2014, 16:28 von Daniel Sachse

Hetzerei

@Manfred Schmidt: Ich würde durchaus beides als Hetzerei oder zumindest opportunistische Aufwiegelei bezeichnen. Haben sie mal Lawrence's "Pillars of Wisdom" gelesen? Dem war (und es ist nicht völlig klar wie leid ihm das tat) sehr bewusst, wie sehr die Araber an der Nase herumgeführt wurden um ihren Kopf für die Europäer hinzuhalten.

#3 - 25.11.2014, 16:48 von henrik ørsted

Klein von Persien war nicht der Einzige..

.. da gab es noch den Wilhelm Wassmuss, aus Oberniedersachsen. Das war eben solch eine Schiessbudenfigur. Einmal wurden ihm seine Geheimdienstaufzeichnungen gestohlen, die der persische Diebe sofort an die Briten weiter verkaufte und die alsbald in der Imperial War Office in London landeten. D.h. die Briten wussten über jeden Schritt des Wassmuss bescheid und statt grosse Sachen ausrichten zu können war er den Rest des Krieges auf der Flucht vor britischen Spionen in Persien. Er konnte zwar eine Aufstände anzetteln, hatte jedoch nicht das nötige Kleingeld um diese aufrecht zu erhalten. Also stuften ihn die Perser als einen Lügner ein.

Eigentlich ist das, was Wassmuss in Persien widerfahren ist, ein gutes Beispiel für die Mentalität der Perser und für die jetzigen Atomverhandlungen. Man lässt sich doch nicht ersthaft vorschreiben, was man zu tun und zu lassen hat, aber man hält die Leute, die etwas von einem wollen, bei der Stange; nur im Falle, dass man sie noch einmal braucht.

#4 - 25.11.2014, 17:18 von Johannes Höper

Nicht die einzige Mission

Parallel neben Klein und - wie Herr Oersted richtig schreibt - Herrn Wassmuss gab es noch den Versuch, die Afghanen gegen die Briten aufzuwiegeln.
Geleitet wurde dieser von Werner-Otto von Hentig, einem Kavallerieoffizier und Legationssekretär des Aussenministeriums (Vater von Hartmut v. Hentig).
Näheres auch hier:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14322834.html
Hentig war im zweiten Weltkrieg auch in die fehlgeschlagene Irak-Operation involviert.

#5 - 25.11.2014, 22:28 von Gangolf. Freisberg

Interessante geschichten.aus heutiger Sicht alles bisschen lächerlich.Aber Klein hatte schon recht. Auch mir hat das damalige Persien (1966) sehr gut gefallen. Wäre fast geblieben. Heute alles im Eimer!

#6 - 25.11.2014, 22:45 von Uwe Schwarz

Re: Junge, Junge,

Was hindert Sie, BEIDES als Aufhetzung zu betrachten, als Missbrauch ahnungsloser Bäuerlein für die eigenen schäbigen Zwecke, stets bereit, den Mohren wieder davonzujagen, nachdem er seine Schuldigkeit getan hat? Ist es der gleiche Grund, der manche Landsleute veranlasst, bei jedem Bericht über deutsche Kriegsgräuel oder über die Niederschlagung von Aufständen in deutschen Kolonien reflexhaft „Aber die anderen haben doch auch!“ zu schreien?

Heinrich Böll brachte es auf den Punkt: „Mögen andere von ihrer Schande sprechen, ich spreche von der meinen.“ Oder um es volkstümlicher auszudrücken: Ein jeder kehre erst vor der eigenen Tür, bevor er sich über den Dreck bei anderen auslässt.

#7 - 26.11.2014, 10:42 von Horst Unterholzner

Krieg ist Krieg

Und dem Gegner dabei soviel Schaden wie möglich zuzufügen, eine Selbstverständlichkeit. Das hat nichts mit "Hetzen" zu tun, schade, dass das Kaiserreich die damaligen Pläne, insbesondere Richtung Afghanistan, nicht mit mehr Geld und Männern weiterverfolgt hat. Die Engländer waren immer klüger darin, Nebenkriegsschauplätze optimal auszunutzen, wie man schon im Siebenjährigen Krieg gut beobachten konnte...
Am Ende hatten sie das Öl und nutzten dies Jahrzehnte nach Kräften aus.

#8 - 26.11.2014, 11:40 von Volker Eschen

Gelernt

Klein hat offensichtlich aus dem Krieg etwas gelernt. Leider war bei vielen anderen, die daran teilgenommen hatten, das Gegenteil der Fall.

#9 - 26.11.2014, 13:33 von Christian Duerig

Bagdadbahn

Herr Christoph Dunkel, haben Sie nie von der Bagdadbahn gehört ?
Herr Hauptmann Klein war kein Träumer. Basta. Geträumt haben andere. Klein war ein Profiteur. Er war ein Söldner. Er hat kein Geld verloren.

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