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Einzug mit Stemmeisen

Leben auf die unfeine englische Art: Londons Hausbesetzerszene bot in den siebziger Jahren jedem eine Heimat - Obdachlosen, jungen Schwulen, wohnungslosen Studenten, selbst der gesuchten RAF-Terroristin Astrid Proll. In einem Buch zeigt sie nun Fotos aus der Parallelwelt im Untergrund. Von Solveig Grothe
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#1 - 13.04.2014, 22:58 von Peter Boots

Brixton Squats -- eine ueberraschende Erinnerung

Interessant -- ein paar der schwulen Maenner in Brixton kannte ich, und spater habe ich da auch gelebt. Was nicht erwaehnt ist wieviel Arbeit an den langbesetzten Haeusern in Brixton gemacht wurde: sie wurden von den Squattern rehabilitiert mit neuer Elektrik, Wasser, Gas, auch mal eine Heizung, wobei nicht immer 100% den Bauvorschriften entsprechend. Nach mehreren Jahren fand die Stadtverwaltung von Lambeth -- zu der Brixton gehoert -- eine Loesung des Squatter Problems. Die Regel war dass Squatter nicht in Wohnungen oder Haeuser der Stadt einziehen durfte. Also stand dann eines Morgens ein Angestellter der Stadtverwaltung vor der Tuer und erklaerte mein Freunden in einem der Schwulenhauser dass es fuer sie keine moeglichkeit gab ein anderes Hause zu bekommen. Aber sollten sie obdachlos sein wuerde die Stadtverwaltung natuerlich fuer sie verantwortlich sein -- und er werde am folgenden Morgen noch einmal vorbeikommen, so gegen 11 Uhr. Am folgenden Morgen sassen dann meine Freunde mit allen Habseligkeiten auf der Strasse vor dem Haus, der Stadtangestellte kam vorbei und sagte das sie offentsichtlich obdachlos seien und daher als Gruppe anspruch auf ein anderes unrenoviertes Haus der Gemeinde haetten. Meine Freunde zogen dann wieder in ihre Squat ein bis sie ein paar Wochen spaeter den Mietvertrag und die Schluessel fuer ihr neues Haus hatten, das sie dann auch wieder grundrenovierten. Astrid Proll lebte kurzzeitig in einem dieser Haeuser und war eigentlich auch bekannt. Meine Freunde hatten dann noch jahrelang nach ihrer Verhaftung einen gelegentlichen Besuch oder Anruf von der Polizeiabteilung die mit der Geheimbehoerde MI5 zusammenarbeitete.

#2 - 03.09.2014, 22:41 von Hans-Ulrich Pfähler

Danke

fuer den Kommentar !

#3 - 19.03.2015, 13:57 von Robert Gradl

das letzte foto

schaut interessant aus. zu schade, dass ich damals noch nicht da war. das war sicher ausgesprochen inspirierend in einigen Gruppen. heute ist es so langweilig.

#4 - 22.07.2018, 12:54 von Joergen Duehn

Interessanter Artikel..aber

eine kleine Anmerkung...
Ich würde niemanden von der RAF als Aktivisten/in bezeichnen...das entwertet alle die sich für etwas Positives einsetzen...
Bankraub,Mord,Entführung etc. sind für mich kein Aktivismus ..