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Geschichte einer explosiven Idee: Einen Cocktail für Molotow

ullstein bild/ SZ-Photo Eine Flasche Brennstoff, zwei Streichhölzer - so bekämpften finnische Soldaten einst sowjetische Panzer. Der schwarzhumorige Spitzname der Finnen für die primitive Handgranate wurde weltbekannt.
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#1 - 08.02.2019, 16:38 von Michael Schnickers

Nun...

Karelien (und andere finnische Gebiete an der Ostgrenze sowie der Zugang zum Nordmeer) wurden nicht "getauscht", sondern abgetreten an einen brutalen Räuber, der das kleine Land hinterrücks und ohne jeden Anlass überfallen hatte. Hunderttausende Finnen mussten fliehen, auch aus Viipuri (Wyborg), damals die zweitgrößte finnische Stadt (heute als Startpunkt der "North Stream"- Gaspipeline bekannt).
Das war auch der Grund für den Eintritt der Finnen in den Zweiten Weltkrieg auf deutscher Seite (obwohl die ihr Land ja zur sowjetischen Einflusszone geschlagen hatten), die wollten einfach nur ihre geraubten Gebiete wiederhaben. Nach der Niederlage mussten sie dann gezwungenermaßen die endgültige Abtretung unterschreiben und lange Zeit neutral bleiben.
Als die Sowjetunion auseinanderbrach, blieben die ehemals finnischen Gebiete bei Russland.
Die heutigen Einwohner Kareliens würden sich mit Freuden für Finnland entscheiden, wenn sie die Wahl hätten.

PS: Der unerwartet mühsame und kostspielige Sieg der Roten Armee gegen das kleine Finnland verleiteten Hitler und seine Generäle dazu, die Kampfkraft der Sowjetunion drastisch zu unterschätzen.

#2 - 08.02.2019, 17:10 von Niklas Kleinenkuhnen

Tippfehler

"Denn viele Ländefdr setzten nun auf Panzer, die 25 Jahre zuvor erfunden wurden. " Da hat sich wohl ein Tippfehler eingeschlichen. Ansonsten ein sehr interessanter Artikel.

#3 - 08.02.2019, 19:45 von David Landau

Correction

In preparing this article, the journalist Martin Pfaffenzeller contacted me and has used my study on the topic. In his thorough article he indeed mentions my name.

However, I would like to correct one mistake. He writes:

“Ein britischer Kriegsreporter berichtete vom Widerstand der Finnen und ihren Molotowcocktails. Sein Bericht erschien am 17. Februar 1940 im schottischen "Dundee Courier", es war laut Sprachwissenschaftler Landau das erste Mal, dass der Begriff in seiner heutigen Bedeutung in einer Zeitung gedruckt wurde. Fortan tauchte das Wort häufiger in der finnischen und britischen Presse auf.”

Well, this is not what I wrote. In 1995, while studying this topic, I examined the microfilms of The Times of London which are kept at Tampere University, Finland. I came across this text from January 27, 1940 (p.5), ‘From Our Special Correspondent, on the arctic front:’

“Molotoff Cocktail”
One of the Russian tanks had been destroyed by only one direct hit from a 3in. gun. The tanks often get stuck on the road, as the petrol mixture used – the so-called Molotoff cocktail – seems to be unsuitable for these temperatures. It is absolutely impossible to drive the tanks anywhere off the roadway, as the snow-drifts are in places more than 30ft. deep.

The Times' special correspondent was Reginald Oliver Gilling Urch (1884-1945). While stationed with the troops in the front line, he apparently heard a term used by the Finns and interpreted it wrongly as a 'petrol mixture' instead of a weapon. Actually, the original Finnish term is 'Molotovin cocktail' or 'Molotovin koktail' which is translated as 'Molotov's cocktail.' In my opinion Reginald Oliver Gilling Urch, with his ‘whimsical sense of humour’ as written in the obituary published by The Times, is the one who coined the English version 'Molotov Cocktail' of the original Finnish term Molotov's cocktail.

David Landau
Tampere, Finland

#4 - 09.02.2019, 12:11 von Werner Haertel

Leider...

... verschweigt der Autor die Vorgeschichte des "Winterkriegs": Angesichts der Tatsache, dass die damalige Grenze zum - mit Nazi-Deutschland sympathisierenden - Finnland nur knapp 50 km vor Leningrad verlief, hatte die Sowjetunion vorgeschlagen, den Südteil der Karelischen Landenge gegen andere karelische Gebiete auszutauschen, die flächenmäßig immerhin doppelt so groß waren. Erst nach der Weigerung der finnischen Regierung, auf diesen Vorschlag einzugehen, sah sich die Sowjetunion genötigt, die Grenze mit kriegerischen Mitteln vorzuverlegen.

#5 - 09.02.2019, 14:50 von Luca Brasi

Seltsame Sache

"In einem geheimen Zusatzprotokoll legten sie auch fest, wie Polen und das Baltikum aufgeteilt werden sollten."
Ich habe nie verstanden, warum Großbritannien und Frankreich nach der deutsch-sowjetischen Invasion Polens nicht auch Russland den Krieg erklärt haben. Das hätten sie aufgrund ihres Beistandspaktes eigentlich tun müssen. Spätestens mit dem Überfall auf Finnland hätte klar sein müssen, dass Hitler und Stalin gemeinsame Sache machen.

#6 - 09.02.2019, 18:42 von Deep Thought

@ Luca Brasi ( doch nicht

Vielleicht liegt das an dem Umstand, dass Stalin einfach cleverer war als Hitler. Die UdSSR hatte sich nämlich nicht exakt an die Abmachungen gehalten. Vereinbart war ein gleichzeitiger Einmarsch von beiden Seiten, um Polen in die Zange zu nehmen. Bloss, die Rote Armee kam einfach nicht über die Grenze ! Erst nachdem Deutschland nahezu ganz Polen unter seine Kontrolle gebracht hatte, wurden die Sowjets in im Marsch gesetzt und die forderten dann ihre Hälfte ein, was die Deutschen dann auch zuliessen. Und dann kam Katyn, aber das ist eine andere Geschichte ...
Ich nehme an , die Westallierten reagierten nicht, da sie eine winzige Chance sahen, irgendwann die UdSSR doch noch als Verbündeten zu bekommen. Den Gefallen hat ihnen Hitler mit "Barbarossa" Mitte 1941 getan.

#7 - 10.02.2019, 00:40 von Michael Schnickers

Unerhört!

Werner Haertel begeht hier schlimme Geschichtsklitterung!
Und so plump! "sah sich die Sowjetunion genötigt, die Grenze mit kriegerischen Mitteln vorzuverlegen."
Unprovozierter Angriffskrieg!

#8 - 10.02.2019, 16:12 von Werner Haertel

Keine Ahnung...

... worüber Herr Schnickers sich aufregt: Die Fakten, auf die ich hinweise, stehen bei Wikipedia (da konnte er nachts um halb eins wohl nicht mehr nachschauen), und dass ich das sowjetische Vorgehen gutheiße, ist seine Vermutung bzw. Unterstellung.

#9 - 10.02.2019, 21:12 von Deep Thought

@ Luca Brasi (2. Versuch)

Sehr geehrter Herr Brasi, die Titelzeile meiner Antwort wurde leider sinnentstelkend abgeschnitten. Der vollständige eingeklammerte Zusatz lautete (doch nicht bei den Fischen ?).
Mit freundlichen Grüssen - Don Corleone

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