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Henker für einen Tag

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#1 - 29.04.2011, 16:12 von

Das ist ganz nett geschrieben, aber so richtig klar wird mir nun nicht, wieso die Hinrichtung Eichmanns den Portraitierten "ein Leben lang" verfolgt haben soll. Es trägt nicht das Versprechen. Ansonsten ist es nur eine Nacherzählung, die nichts Neues beinhaltet. Schön, dass die Autorin mit dem "Henker für einen Tag" gesprochen hat, einen Artikel musste sie daraus nicht notwendigerweise machen. Mir fehlt die Relevanz. Hätte sie mehr vom Prozess erzählt und wäre mehr in die Tiefe gedrungen, das ganze sähe schon anders aus.

#2 - 30.04.2011, 17:17 von gerhart wiesend

Was wenig bekannt ist, einer von Eichmanns Vorgesetzten im Reichsinnenministerium war Adenauers Kanzleramtsminister Globke, der mit Ben Gurion die Details der sog. Wiedergutmachung ausgehandelt hatte. Globke vermied es, nach Israel zu reisen, aus Angst, wegen seiner Rolle in der Judenvernichtung verhaftet zu werden.
Eichmann wurde durch Zufall entdeckt und hingerichtet, sein Vorgesetzter saß am Schalthebel der Macht der CDU-Regierung in der jungen Bundesrepublik.
Israel hat inzwischen zahllose Menschen gezielt hingerichtet, allerdings nicht in geregelten Exekutionen, sondern durch Attentate, gezielte Militärschläge und Mossad-Attacken.

#3 - 30.04.2011, 17:17 von Christian Christof

"Fast 50 Jahre lang hat er kaum öffentlich über diesen Tag gesprochen, an dem er das einzige Todesurteil in der Geschichte Israels vollzog."

Ich weis nicht ob man das wirklich so sagen kann. Die gezielten Tötungen durch den Mossad folgen doch auch Todesurteilen. Auch wenn diese von der Regierung und nicht von Gerichten gesprochen werden.

#4 - 30.04.2011, 17:17 von Wolfgang Bischoff

@ michael helderlein

Sie sind offenbar noch sehr jung, wenn sich Ihnen eine Relevanz nicht zeigt. Das kann Ihnen natürlich nicht vorgeworfen werden, eher dem Geschichtsunterricht Ihrer Schule. Eine fundierte Beurteilung und ein Verstehen des Staates Israels und der gesamten Nahost-Problematik ist aber nur möglich vor dem Hintergrund der Geschichte, zu der auch die Hinrichtung Eichmanns gehört. Da eröffnen sich die Relevanzen deutlich!

Warum sollte sich übrigens die Autorin in Schilderungen ergehen, die es tausendfach schon gibt? Sollten Sie ernsthaft daran interessiert sein, steht Google zur Verfügung!

Einen ignoranten Beitrag in einer lapidaren Form in einem Forum zu schreiben, wird dem Thema nie gerecht werden. Nie! Verstehen Sie?

#5 - 30.04.2011, 17:17 von Sven Kirchner

ich stimme dir voll und ganz zu.
auch ich hatte mit einem tiefsinnigerem text gerechnet als ich es anklickte. der artikel an sich beinhaltet aber zumindest informations technisch nichts neues...

#6 - 30.04.2011, 17:17 von

Ich hätte gern gewußt, was Eichmann dem Ausschwitz-Überlebenden, der ihm seine tätowierte Nummer zeigte, genau entgegengebrüllt hat. Was hatte dieses Tier denn inhaltlich vorzubringen?

#7 - 02.05.2011, 12:50 von

"Die beiden Henker drückten jeder einen Knopf, von denen einer die Falltür öffnete. Eichmann stürzte drei Meter in die Tiefe."

Quelle: Der Spiegel 15/2011

Welche Version stimmt nun? Ein Henker oder zwei? Hebel oder Knopf?

#8 - 14.03.2014, 11:56 von Kai Bonte

Henker für einen Tag

Er hat nur einmal getötet, den NS-Verbrecher Adolf Eichmann. Für Israel war dies lebenswichtig. Für Schalom Nagar, den Gefängniswärter und einzigen Henker des jungen Staates, aber wurde die Hinrichtung des Holocaust-Organisators eine lebenslange Qual. Von Juliane von Mittelstaedt

#9 - 24.11.2015, 03:21 von Thorsten Schmidt

< gerhart wiesend, 30.04.2011
< Was wenig bekannt ist, einer von Eichmanns Vorgesetzten im
< Reichsinnenministerium war Adenauers Kanzleramtsminister Globke,
< der mit Ben Gurion die Details der sog. Wiedergutmachung
< ausgehandelt hatte.

Kein Wunder das dies wenig bekannt ist, weil es nicht den Tatsachen entspricht:

Eichmann: Angehöriger des Reichssicherheitshauptamtes
Globke: Beamter im Reichinnenministerium

Eine Vorgesetztenfunktion von Globke gegenüber Eichmann ist folglich Quatsch.

Sind Sie einer Stasi-Fälschung aufgesessen?
Die Stasi hat in den 1950er und 1960er Jahren versucht, eine direkte Verbindung von Globke und Eichmann zu "belegen" und war zu diesem Zweck auch bereit, entsprechendes Material "herzustellen".