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"Ich breche nun in die Wildnis auf"

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#1 - 17.08.2012, 16:26 von

Ausgerechnet der "Playboy" schickte mich damals, unmittelbar nach dem Auffinden Alex McCandless" im Busch von Alaska, für eine Reportage auf eine mehrwöchige Spurensuche durch die USA, bis nach Alaska. Eine der faszinierendsten Geschichten, die ich in meinem Reporterleben gecovert habe. Natürlich führte mich meine Reise auch an den ausrangierten Bus. Im Gegensatz zu heute war der Fundort jedoch alles andere als eine Pilgerstaette. Er kam mir vor wie die traurige Ruine eines eigentlich traurigen Lebens eines jungen Mannes, der mit 23 seine Zukunft bereits hinter sich hatte. Sean Penns Film ist an Authentizität, Drama und Liebe zum Detail kaum zu überbieten. In einer Art "making of" habe ich in meinem Blog über die Spurensuche von damals geschrieben: http://canada365.wordpress.com/2012/01/16/fur-den-playboy-in-alaska

#2 - 17.08.2012, 17:40 von Walter Carlucci

Alex... ein echter Narr. Ich habe selbst die Wildnis Alaska und Kanada besucht und, es fehlt Alex der Respekt vor der Natur diese ist in diesen Breitengraden erbarmungslos und es gibt viele dkeser McCandless die geglaubt haben stärker als die Natur zu sein und dafür mit Ihrem Leben bezahlt haben. Der gute Junge hat nichts verstanden...

#3 - 17.08.2012, 17:40 von Christoph Wirtz

Möglicherweise ist das jetzt unromantisch, aber vielleicht hätte Christopher McCandles eher einen Psychiater oder einen Klinikaufenthalt gebraucht, als eine lange Reise durch die Wildnis. Und vielleicht würde er dann noch leben.

Der Artikel und die Fotos vermitteln mir das Bild eines jungen Mannes auf der Suche nach sich selber, nach seiner Identität. Auf den Fotos vermittelt er den Eindruck der Pose, für den Betrachter, wenig authentisch, das wirkt aufgesetzt.

Seine Schwester wird es wissen: "Es war seine Art, sich mit Problemen aus unserer Kindheit auseinanderzusetzen." Vielleicht war es seine Art, davor wegzulaufen. Was selbstverständlich auch sein Recht ist.

#4 - 17.08.2012, 17:55 von Maximilian Sichart

Die Einwohner hatten schon Recht - hier stellt sich die Frage wie blöd man denn sein kann. Keine Karten, keine Ausrüstung, keinerlei Erfahrung. Naivität ersetzt keinen Lachs am Lagerfeuer. Solche Vollidioten sollte man sich nicht als Vorbild nehmen.
Und was Krakauer , Thoreau und Kerouac betrifft - Prosa bleibt Prosa. Über die Wildniss schreiben ist eine Sache, in ihr überleben ein ganz ganz andere.

#5 - 18.08.2012, 10:58 von

Man sollte der Natur Respekt zollen und sich nicht unbedingt waghalsig hineinbegeben....ohne Ausrüstung,Verpflegung ect.
Ich hab mich jugendlich mal in den österr.Vorderalpen verirrt für 2 Tage,dieses Panikgefühl war nicht schön, da nützt die Schönheit der Natur auch nichts mehr,weil diese Mächte können grausam sein. Es sollte sich niemand zum Vorbild nehmen so einfach in die einsame Natur zu wandern,dazu braucht man schon Erfahrung und am besten einen Begleiter.

#6 - 18.08.2012, 10:58 von

Ich war in dem Alter auch ein ziemlicher Traumtänzer. Meine Sinnsuche führte nach Indien und Thailand, und teilweise lebte ich als Vagabund und am Existenzminimum, aber niemals "so broke, that I couldn't leave town...". Die Geschichte von McCandless hat mich damals berührt, ich konnte nicht verstehen, wie er sich derart unvorbereitet vollkommen alleine so tief in die Wildnis wagen konnte. Keine nennenswerten Vorräte oder Ausrüstung, keine Ahnung vom Jagen oder wie gejagtes Fleisch zu konservieren ist, keine Landkarte... Ich glaube nicht, dass er arrogant war, auch nicht unbedingt naiv. Ich glaube, er wollte wirklich wissen, ob ihm Natur und Universum freundlich und fürsorglich gesonnen waren, oder nicht. Er hat seine Antwort bekommen.

#7 - 18.08.2012, 10:58 von

Er wird als eine Art Märtyrer verklärt, dabei hätte er lieber weiter gelebt - war aber zu dämlich dafür - also eher ein kandidat für den darwin-award.

#8 - 18.08.2012, 10:58 von

Das Buch ?In die Wildnis? von Jon Krakauer ist spannend und heroisch geschrieben.
Auch ich habe es gelesen und war fasziniert von Alex Heldentaten. Dass dieses Buch aus einseitiger Perspektive Jugendliche ohne reale Wildnis- Kenntnisse fasziniert ist daher verständlich.

Als ich Jahre später den Film sah war ich entsetzt zu sehen, wie spärlich Alex vorbereitet war.
Rückblickend ist es für mich ein Wunder, dass Chris alias Alex überhaupt so lange von seiner Substanz her überleben konnte.
Wer an einer kompetenten Analyse der Geschehnisse interessiert ist, sollte das Buch ?Will to live? des Survival- Experten Les Stroud lesen.
Darin werden reale Fälle von geglückten und missglückten Survivalsituationen zunächst genau beschrieben. Anschließend beschreibt Les, welche Handlungsmöglichkeiten bestanden hätten, was gut und was schlecht war und welche marginalen Ausrüstungsgegenstände eine enorme Erleichterung gebracht hätte.
Chris bleibt für real an Wildnis Interessierte leider nur als absolutes Negativbeispiel für völlige Inkompetenz und Ignoranz erhalten.
Mit ein wenig Wildniserfahrung wäre erstens gar keine Notsituation eingetreten, und zweitens, selbst als Alex am Ende war, hätte er reale Chancen auf Rettung gehabt.
An Stelle romantischer Romane hätte er Wildnishandbücher mitnehmen, lesen und vor allem üben sollen. Dies sollte auch in den College Kursen gelehrt werden.

#9 - 18.08.2012, 10:58 von

Menschen wie Alexander McCandless einer war:

Sie sehen Schönheit wo wir zu blind sind.
Sie fühlen Geborgenheit wo wir uns zu verlassen fühlen.
Sie sind mutig Ihren Träumen zu folgen wo wir zu feige sind.
Sie leben höhere Werte wo wir zu selbstsüchtig sind.
Sie erwarten nicht verstanden zu werden wo wir zu unsensibel und fühlbar intellektuell überfordert sind.

Die Borniertheit und tief inne liegende Angst der "lupenreinen" Besserwisser war schon immer die Ursache für die Vernichtung dessen was Sie in Ihrer eigenen kümmerlichen Welt an Anderen nicht ertragen können.

#10 - 18.08.2012, 10:58 von Katharina Jomund

Was McCandless von "Narren" und "Vollidioten" unterscheidet: Er hat seine Entscheidung nie bereut. Sein planerisches Unvermögen steht außer Frage, doch war er sich dessen bewusst und ist das Wagnis dennoch eingegangen. Deswegen schafft er es bis heute, Menschen zu inspirieren, während die Preisträger des Darwin-Awards mit vergleichbaren Intelligenzleistungen lediglich Hohn und Spott auszulösen vermögen.

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