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Jagd durch die Jahrzehnte

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#1 - 20.07.2008, 13:16 von

Meineserachtens kann man geteilter Meinung darüber sein, ob es tatsächlich notwenidig ist mit einem Riesenspektakel alte Männer mit Vergangenheit zu suchen. Den Opfern hilft das nicht, die meisten, wahrscheinlich sogar alle weilen nicht mehr unter den lebenden. Zudem wird in Gedenkstätten und Mahnmalen die Erinnerung an die unmenschlichen Bedingungen gut wachgehalten und das Grauen dokumentiert. Dem Beschuldigten, den zunächst ist mal nur Beschuldigter, ob er Täter war müsste in einem Verfahren festgestellt werden (habeas corpus), wird es mitlerweile egal sein, wahrscheinlich ist er eh dement und hat nur noch ein geringe Restelebenserwartung (da verliert eine lebenslange Freiheitsstrafe ganz schnell ihren Schrecken). Auch ist nicht klar, ob der Beschuldigte dem Prozess überhaupt folgen kann.

Die Jäger jagen eigentlich nur die eigene Reputation. Einen Sinn kann ich in der Aktgion nicht erkennen.

#2 - 20.07.2008, 18:27 von

Es ist richtig, diese Verbrecher zu jagen, und seien sie noch so alt. Es kann nicht angehen, daß jemand wie Aribert Heim seinen Lebensabend in Ruhe geniesst. Die Tatsache, daß man seiner immer noch habhaft zu werden versucht, soll ihn ruhig beunruhigen. Im Gegensatz zu dem, was seine Opfer erlitten haben, ist das immer noch wenig.

#3 - 21.07.2008, 09:49 von

Es ist richtig, zu dem was seine Opfer erlitter haben, ist eine Strafe zum jetzigen Zeitpunkt zu wenig.

Die Frage ist ob es, wenn man ihn früher bekommen hätte eine Strafe gegeben hätte, die dem Verbrechen gerecht geworden wäre. Das einfache "Aufhängen" (war zu Nürnbergs Zeiten ja durchaus üblich) wäre vielleicht, weil es zu schnell geht, nicht ausreichend gewesen. Eine lebenslange Haft (bei einer Resthaftzeit von 40 Jahren) ginge einigen vielleicht nicht weit genug.

Ich bin überzeugt, dass ein Mensch der in Freiheit über 90 Jahre alt werden konnte, durch Pressemitteilungen nicht mehr zu beunruhigen ist. Der hat sein Leben gelebt. Die Jäger kommen zu spät.

#4 - 22.07.2008, 16:13 von

>Es ist richtig, zu dem was seine Opfer erlitter haben, ist eine Strafe zum jetzigen Zeitpunkt zu wenig.
>
>Die Frage ist ob es, wenn man ihn früher bekommen hätte eine Strafe gegeben hätte, die dem Verbrechen gerecht geworden wäre. Das einfache "Aufhängen" (war zu Nürnbergs Zeiten ja durchaus üblich) wäre vielleicht, weil es zu schnell geht, nicht ausreichend gewesen. Eine lebenslange Haft (bei einer Resthaftzeit von 40 Jahren) ginge einigen vielleicht nicht weit genug.
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>Ich bin überzeugt, dass ein Mensch der in Freiheit über 90 Jahre alt werden konnte, durch Pressemitteilungen nicht mehr zu beunruhigen ist. Der hat sein Leben gelebt. Die Jäger kommen zu spät.


Auch mit 90 Jahren beunruhigt es einen, wenn man zur Rechenschaft gezogen werden soll, Alzheimer mal aussen vor. Das ist völlig in Ordnung. Soll der Kerl sich Sorgen machen. Die Jäger kommen nicht zu spät... früher wäre besser gewesen - ohne Zweifel...
Man würde ihn wahrscheinlich auch nicht mehr aufhängen ( was ja auch nichts mehr ändern oder verbessern würde....) - die Signalwirkung ist meines Erachtens das Entscheidende...

#5 - 05.02.2009, 14:41 von

Spiegel online hat am 05.02.2009 den Tod von Herrn Heim vermeldet und datiert diesen auf das Jahr 1992.

#6 - 14.03.2014, 11:58 von Kai Bonte

Jagd durch die Jahrzehnte

Giftspritzen ins Herz und OPs ohne Betäubung: Aribert Heim gilt als einer der schlimmsten NS-Kriegsverbrecher - und mittlerweile als der meistgesuchte. Seit 45 Jahren wird erfolglos nach dem KZ-Arzt gefahndet. Nun glauben Nazi-Jäger, den mittlerweile 94-Jährigen eingekreist zu haben. Von Johanna Lutteroth