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Meine Heimat, schonungslos

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#1 - 11.03.2014, 17:34 von Sven Lehmann

Es ist schon erstaunlich wie die SED alle Altbauten verfallen ließ und nur die Plattenbauten im Sinn hatte. An Erhaltung der Altsubstanz hatte man 0% Interesse, wieso eigentlich? (Ich meine jetzt nicht seitens der Bürger, da diese mangels Material nicht viel unternehmen konnten, sondern ich meine seitens der Parteiführung)

#2 - 11.03.2014, 17:34 von Ingo Meyer

Das sind ganz tolle Zeitzeugnisse! Als ich noch ein Kind war, machten sich meine Eltern über die Akürzung VEB für Volkseigener Betrieb lustig, in dem sie die Abkürzung für "Vorsicht es bröckelt" persiflierten. Ich bin der felsenfesten Auffassung, dass wenn man Bürgern das Recht auf Privateigentum nimmt, dass dann das dabei herauskommt, was auf den Bildern sichtbar wird. Die ganze Arbeitskraft des Ostens wurde für gegenseitiges Aufpassen, beschnüffeln und hohe Reparationen für die UDSSR eingesetzt. Nur wenn man die Menschen einsperrt und Vergleiche verweigert, kann man sie in diesem Elend halten. Ich sage als Westdeutscher: Der Solidarbeitrag Ost war bitter notwendig. Eine späte Wiedergutmachung für die, die die Kriegsfolgen überwiegend tragen mussten. Aber die Bilder sind auch ein Mahnmal für diejenigen SED-Nostalgiker, die noch immer meinen, es wäre ja alles gar nicht so schlecht gewesen. Dem Fotografen Siegfried Wittenberg empfehle ich in schwarz-weiß die Aufnahmen in Duisburg und Oberhausen zu wiederholen. Da kommt dann noch das Grafitti dazu!

#3 - 11.03.2014, 17:52 von Mathias Kuchenbecker

Ganz großes Kino! Da hat einer sämtliche Baustellen im alten Rostock fotografiert. Rostock war 1989 beileibe nicht nur Baustelle, liebe Leute. Das hier ist ein wunderschönes Beispiel, wie man Leute durch Halbwahrheiten verblöden lässt. Danke dafür!

#4 - 12.03.2014, 09:16 von Regina Horn

Ach, Herr Kuchenbecker,
auch wenn Sie noch immer eisern zur Fahne stehen, es nutzt ja nunmal nix: selbst ausgesprochen Gutwillige können doch wohl erkennen, dass auf den Fotos keine wie auch immer gearteten "Baustellen" zu sehen sind.
"Leute verblöden." Hm.
Ich für mein Teil würde diese Fotoreihe auf dem nächsten Parteitag der LINKEN als Riesenposter ausstellen.

#5 - 12.03.2014, 09:16 von Malte Dornieden

Ich selbst habe aufgrund meines Studiums von 2009-2013 in Rostock gelebt (sogar in der abgelichteten Wollenweberstraße) und habe diese Zeit sehr genossen.Meiner Meinung nach ist das Rostock von damals, vor allen Dingen was die Innenstadt und Warnemünde angeht, mit dem Rostock von heute eigentlich garnicht mehr zu vergleichen, es hat sich eine Menge getan. Besonders um die östliche Altstadt herum entstanden gegen Ende meiner Zeit dort sogar soviele schicke Neubauten, dass es mir fast schon zuviel wurde.

Mfg

#6 - 12.03.2014, 09:16 von Michael Schnickers

Gerade wurden noch die SED-Nostalgiker erwähnt- und schon taucht der Erste auf. Schlimmer als Baustellen sind die ganzen Straßenzüge, die dem Verfall preisgegeben waren. Kein Wunder, dass die Menschen froh waren, wenn ihnen eine Wohneinheit im vergleichsweise geräumigen und lichten Plattenbau zugeteilt wurde.
Heute werden diese Wohnmaschinen nach und nach abgerissen- gut so!

#7 - 12.03.2014, 09:16 von Peter Grolig

Ja, vielleicht wurden viele Altbauten und Kirchen vernachlässigt. Daran hatte die SED vielleicht kein Interesse. Aber schauen wir doch mal ins Jetzt und Heute: Heute sind die Leute verkommen, arbeitslos und krank, kaum Zähne im Maul und die Klamotten wie Penner in den 1980er Jahren. Dafür sind die Innenstädte schön, sauber, ohne menschlichen Müll (Bettler und Wohnsitzlose-die hat man andernorts entsorgt), voller junger, aktiver Menschen. Die Alten, Kranken, Armen und Ausgebeuteten verbringt man heute lieber an Randorte-damit sie das Auge des Betrachters nicht beleidigen.
Die totale Verelendung großer Teile der Bevölkerung wird diese Nation wieder in große Schwierigkeiten bringen - das sagt nicht Nostradamus, das sage ich.
Über den "Zeitschlüssel" lasse ich mich -genau wie Nostradamus- auch nicht aus.

#8 - 12.03.2014, 09:16 von Peter Grolig

Ich stimme Ihnen in großen Teilen zu. Jedoch was den Solidaritätsbeitrag betrifft, bin ich gänzlich anderer Meinung: Der Soli war und ist eine "Lügensteuer" mit der der Kanzler der Einfalt ähm Einheit, Kohl, die Einheit ohne Steuererhöhung finanzierte. Er hat das westdeutsche und das ostdeutsche Volk somit belogen und betrogen. Alle Regierungen nach Kohl haben sich an diesem Betrug ebenfalls schuldig gemacht, da sie das Geld ebenso kritiklos genommen und verprasst haben.

#9 - 12.03.2014, 09:16 von Michael Weber

>Es ist schon erstaunlich wie die SED alle Altbauten verfallen ließ und nur die Plattenbauten im Sinn hatte. An Erhaltung der Altsubstanz hatte man 0% Interesse, wieso eigentlich? (Ich meine jetzt nicht seitens der Bürger, da diese mangels Material nicht viel unternehmen konnten, sondern ich meine seitens der Parteiführung)

Das kann man 1:1 für jede große Stadt der BRD auch schreiben. In Berlin und Frankfurt/Main, schlimmer noch im Ruhrpott, werden alte Häuser vorsätzlich ruiniert in dem man einfach Regenrinnen abnimmt oder Dachfensterglas entfernt. Die Kommunen interessiert es auch nicht weiter.

Es sind sicher schöne Zeitdokumente aber ganz ehrlich? Wenn ich mir heute meine Kamera nehme und einen schwarz-weiss Film einlege, kann ich genau so deprimierende Bilder aus Berlin, Frankfurt/Main und der Gegend um Gladbach/Essen liefern.

Wem das nicht reicht der fahre in die USA abseits der Touristikzentren. Das alles hat nichts mit VEB zu tun oder Planwirtschaft, auch nicht mit 'kein Privatbesitz erlaubt'. Es zeigt lediglich die deprimierende Untätigkeit des Menschen per se.

#10 - 12.03.2014, 09:16 von Stefan Hellem

Nun ja ... verblöden ... wie man's nimmt! Ich hätt' da noch ein paar "Halbwahrheiten": Halberstadt, Leipzig, Quedlinburg, Rudolstadt, Halle, Greifswald, Görlitz ... Nehmen Sie mal Fotos von Halberstadt zur Hand, Herr Kuchenbecker: hier hat man diese "Baustellen" (ganze Straßenzüge) einfach zugemauert. Quedlinburg (Weltkulturerbe inzwischen) wurde großflächig abgeräumt. Das kriegsunversehrte Halle kannte sich seit den 60ern mit Abrißbaggern bestens aus, und die Pläne für Rudolstadt sahen weitflächigen Abriß in der Altstadt für die 90er Jahre vor. Weitere Verblödungshalbwahrheiten auf Nachfrage!

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