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NS-Täter in der DDR: Wie die Stasi SS-Leute aus Auschwitz erpresste

AP Als ehemaliger Auschwitz-Wachmann im antifaschistischen Musterstaat leben? Eigentlich undenkbar. Doch tatsächlich arrangierte sich die DDR mit vielen, die im KZ Dienst getan hatten. Der Preis: ein Zwangspakt mit der Stasi.
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#20 - 26.08.2014, 08:31 von Uta Barnim

In der DDR hat man die kleinen Nazis

in Ruhe gelassen in der BRD die Großen. Das ist der Unterschied.Artikel wie dieser sollen lediglich versuchen, diesen Unterschied einzuebnen.

#21 - 26.08.2014, 16:19 von Siegfried Wittenburg

@ Heinz Winkler

"Also war die DDR unmenschlich..." Stellt sich die Frage: WER war die DDR?

#22 - 26.08.2014, 21:40 von Olaf Marold

SS Leute aus Auschwitz von Stasi erpresst

Herr Benjamin Schultz, bevor Sie in Ihrer Recherche Behauptungen aufstellen,die einseitigt und unwahr sind, sollten Sie lieber mal in der alten BRD und der USA recherchen wie man dort solche Verbrecher hoffähig gemacht hat und wieder in Amt und Würden gehoben hat. Die Stasi mag sich auf soche Praktiken einlassen haben, dennoch war der Umgang mit Naziverbrechern in der DDR ein anderer.Aber leider wissen das ja westdeutsche Journalsten immer besser, wir wir die in diesem Lande gross geworden sind

#23 - 27.08.2014, 11:23 von Uta Barnim

@Olaf Marold

Sie haben völlig Recht. Die Strafverfolgung von NS Verbrechern in der DDR, mag nicht perfekt gewesen sein, Sie war allerdings außerordentlich konsequenter. Leute wie Globke, Filbinger, Gehlen,Schleyer usw. usw. die hätten in der DDR nicht nur keine Karriere gemacht, die hätte man zur Verantwortung gezogen.
Gut möglich dass auch in der DDR Schuldige der unteren und untersten Etagen der NS Hierarchie durch die Maschen geschlüpft sind. Die SED verstand sich ja auch ursprünglich, als großer Freund der kleinen Nazis.
Mit ist aber kein Fall bekannt wonach ein Nazi der sich in leitender Stellung maßgeblich schuldig gemacht hat, in der DDR in Ruhe gelassen wurde. Es gab somit deutliche Unterschiede in den beiden deutschen Staaten, was die Strafverfolgung von NS Täter betrifft. Und diese deutlichen Unterschiede, sollen mit Artikeln, wie den obigen relativiert werden.

#24 - 27.08.2014, 14:31 von Steve Kadisha

Überzogene Wortwahl

Herr Leyde ist als BStU-Mitarbeiter nur bedingt als unvoreingenommen anzusehen. Die Wortwahl von einer angeblichen "Täterschutzpolitik der Stasi " scheint deutlich überzogen und zugespitzter, als den historischen Tatsachen entsprechend. Keinem der von der Stasi als Agenten angeworbenen SS-Männer konnten solche konkreten Tatumstände vorgeworfen werden, dass sie nach den Maßstäben der alliierten Rechtsprechung oder des deutschen Nachkriegsrechts für eine Verurteilung gereicht hätten. Andernfalls wären die Männer vor Hilde Benjamin und Co. erschienen und abgeurteilt worden, schon weil sich die DDR nicht leisten wollte und konnte, das Risiko einer Entdeckung eines unbestraften Massenmörders durch Dritte (aus dem Westen) einzugehen. Zur IM-Arbeit gepresst wurden vielmehr die, für die es zu einer Aburteilung nicht gereicht hätte. Dass heute auch SS-Fernschreiber, SS-Wachposten etc. als Getrieberädchen des Massenmordes belangt werden, ist ein Entwicklung der Neuzeit und damals weder in West noch Ost als notwendig gesehen worden. Typisch war eher die Vita des Eberhard Cohrs, der als SS-Wachmann im KZ Sachsenhausen startete und es später in der DDR bis zum Kult-Komiker brachte. Der im Artikel durchscheinende Anspruch, bei 1,5 Millionen ehemaligen NSDAP-Mitgliedern im Stile einer "Aufarbeitung" eine striktere gesellschaftliche Ausgrenzungspolitik zu betreiben (das waren 10% der DDR-Bevölkerung!) und zusätzlich jedes SS-Mitglied zu verfolgen und gesellschaftlich zu delegitimieren und dann auch noch Millionen Flüchtlinge zu integrieren, hätte die fragile Nachkriegsgesellschaft im Osten völlig überfordert - und war noch nicht einmal von der sowjetischen Besatzungsmacht gefordert. Der versteckte Rigorismus des Artikels ist so leider nur "Aufarbeitungsdiktion" mit heutigem Anspruchsdenken, welche die konkreten historischen Umstände ausblendet und die Verfolgung der Nazi-Verbrechen in der DDR auf eine reine Wettbewerbssparte Ost-West reduziert, als hätte es im Osten keine eigenen Verfolgungsinteressen an Massenmördern gegeben. Das ist so verfälschend dargestellt wie schade. Dass die Stasi jede menschliche Schwäche und kleinste Verfehlung wie auh eine gesellschaftlich nicht rühmliche SS-Mitgliedschaft für eine Anwerbung zu nutzen suchte, ist die eine Sache ud unbestritten. Die indizierende Darstellung, dass man auf notwendige Strafverfolgung von SS-Tätern zu Gunsten einer IM-Tätigkeit verzichtet hätte, ist aber eine ganz andere Sache und wenig glaubhaft, weil nicht hinreichend belegt, auch nicht von Herrn Leide mit seiner angeblichen "Täterschutzpolitik".

#25 - 28.08.2014, 09:40 von Siegfried Wittenburg

Äpfel und Birnen

In der Diskussion sind Sie jetzt dabei, Äpfel und Birnen zu vergleichen und es schimmert die ehemalige Propaganda durch, deren Deckel o. g. Artikel etwas angehoben hat. Dieses kratzt bei manchen Lesern natürlich schmerzlich am Selbstwertgefühl, muss es aber nicht. Natürlich haben Nazis in einer Demokratie eher eine Chance, von Gleichgesinnten gewählt zu werden als in einer Diktatur. Nazis gab und gibt es nicht nur im Deutsch sprechenden Raum. Doch ich mag mir gar nicht ausdenken, wie in der DDR mit Juden umgegangen worden wäre, wo schon die SED Kirchen der Christen sprengen ließ. Andersdenkende hatten grundsätzlich weniger Chancen und viele gerieten in Schwierigkeiten, wenn sie der Ideologie nicht folgen wollten, was wiederum eine Parallele zum „1000jährigen Reich“ darstellt. Und auch heute sitzen in ostdeutschen Landtagen gewählte Neonazis. Es sind also längst nicht alle in Amerika. Deren Gedankengut wird uns noch lange verfolgen. Doch sie werden gewinnen, wenn sich Demokraten in Schuldzuweisungen verlieren.

#26 - 29.08.2014, 13:34 von Holger Meißner

SS Leute aus Auschwitz von Stasi erpresst

Hallo Leser,
ich kann Eure Reaktion teilweise verstehen, aber seit fair und kauft Euch den SPIEGEL. Denn da geht es nur um die BRD und nicht um die DDR. Wenn Ihr ihn gelesen habt, wird Ihr anderer Meinung sein.
Aber wenn man die Geschichte nach dem 2. Weltkrieg verfolgt hat, hat nicht nur die BRD, die DDR oder die USA profitiert von den Nazis.

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