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Ost-Berliner Fotos: Aus der DDR in die Südsee

Harf Zimmermann In den Achtzigern fotografierte Harf Zimmermann seine Ost-Berliner Nachbarn in der Hufelandstraße. Hinter maroden Altbaufassaden entdeckte er exotische Gegenwelten zum grauen sozialistischen Alltag.
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#1 - 26.03.2018, 15:41 von Gerold Gerber

Falscher Eindruck

Die Fotos mit den depressiv aussehenden Menschen vermitteln einen völlig falschen Eindruck der damaligen Zeit. Als Westdeutscher, der das Glück hatte, in den 1980ern ein paar Mal in der DDR bei ganz normalen Leuten eingeladen gewesen zu sein, kann ich sagen: Die Ossis lachten unglaublich viel und waren sehr fröhlich. Einzig die grauen Fassaden - das stimmt. Farbe war nicht in den Städten.

#2 - 26.03.2018, 16:21 von Heike Scherer

Falscher Eindruck II

Eins darf man auch nicht vergessen: Auch bei uns im Westen Deutschlands wurde es erst mit der Zeit so richtig unerträglich bunt und hektisch. Auch bei uns ging es früher langsamer zu, die Schaufenster waren altmodisch verglichen mit heute, die Sortimente in den Bäckereien spärlicher (aber lokal gebacken), die Innenstädte dunkler. Es war sicher anders als im Osten, aber mit Sicherheit auch anders als heute.

#3 - 26.03.2018, 16:41 von Sebastian Haerter

Ein Eindruck von vielen

Gut, das gleich die ersten beiden Kommentare die Fotos als "Falschen Eindruck" klassifizieren. Schnell die Deutungshoheit an sich reißen, wie sooft bei Fotostrecken aus der DDR. Nicht, dass man sich da noch eine eigene Meinung bilden muss. Ich versuche es - ganz subjektiv - trotzdem. Man kann die Abgelichteten als depressiv hinstellen, man muss aber nicht. In meinen Augen sind die meisten konzentriert, selbstbewusst und durchaus nicht schwermütig. Obwohl sie angesichts der baulichen Zustände ihres Wohngebietes durchaus Grund dazu gehabt hätten. In diesem Zusammenhang bedenke man die Technik des Fotografen, die eine z. T. lange Belichtung und längere Konzentration der Fotografierten erforderte. Und, liebe Frau Scherer, ganz sicher waren auch die Schaufenster und Städte im Westen in den Nachkriegsjahren unbunt, aber nicht mehr 1987, denn aus dieser Zeit stammen die Fotos ... die ich ganz nebenbei für vorzüglich komponierte Zeitdokumente halte. Aber ich gönne jedem seine Sichtweise.

#4 - 26.03.2018, 16:42 von Linda Zenner

Ich hatte die auch....

eine Fototapete mit Palmen und Meer in meinem Jugendzimmer :D und ich lebte NICHT im Sozialismus. Für ein Arbeiterkind der Siebziger war die Südsee genauso ein unerreichbarer Traum wie für die Leute hinter der Mauer.

#5 - 26.03.2018, 18:26 von Peter Schmidt

Reicht dann irgendwann auch!

Jaaaaa, wir Ossis waren suuperkomisch! Haha, was haben wir gelacht. Aber ersten habe ich Subbotniks als durchaus nützliche Veranstaltungen in Erinnerung, wobei ich auch erlebt habe, dass das anschließende Grillen zu einer legendären Party durchzündete. Wessis aus der Zeit waren viel bessere Konsumenten (wie jetzt fast alle), aber cool war dort auch nur ein kleiner Prozentsatz. Ich habe genug von dieser Hagenbeck-Attitüde, die uns permanent der Lächerlich preisgeben möchte.

#6 - 26.03.2018, 18:51 von Tilmann Krieg

irgendwann viel später…

wird man mal Spiegel online in irgendwelchen nostalgischen Guckkästen finden: "jaja, so war das damals: langsames Internet, immer ein Bild anklicken, 4 Sekunden warten, bis das Bild für die Werbung nach unten gerutscht war, und dann nochmal von vorne beginnen, die Bildunterschrift zu lesen… " Wie hieß es noch bei Uriah Heep: "today is only yesterday´s tomorrow."

#7 - 26.03.2018, 19:05 von Uwe Schwarz

Die Bildunterschriften

sind mal wieder zum Davonlaufen. Ich würde mir eine Redaktion wünschen, die den Mut hat, gute Fotos für sich wirken zu lassen und nicht durch kenntnislose Texte zu ruinieren.

„In Wirklichkeit konnte man sich diesen von oben angeordneten Einsätzen kaum entziehen.“ – Und flugs werden Fotos aus den 80er Jahren die Zustände der 50er/60er Jahre untergejubelt. Als würde man über die Kanzlerschaft von Helmut Kohl schreiben, dass es da noch die Prügelstrafe in der Schule gab.

Also, auch wenn es nicht ins schön-schaurige Gruselbild der DDR passt: Subbotniks gab es in den 80er Jahren nicht mehr, und den Aufforderungen der „Hausgemeinschaftsleitung“ zum Frühjahrsputz in der Nachbarschaft kam man entweder nach – oder eben nicht, wenn man nicht wollte. Viele wollten aber, denn sie wussten: Wenn wir den Mülltonnenplatz nicht aufräumen, tut es niemand. Es ist interessant und wäre eine sozialpsychologische Untersuchung wert, dass diese Bereitschaft 1989/90 binnen kürzester Zeit erlosch und plötzlich überall Dreck herumlag. Der entfallene Gruppendruck kann nur einer der Gründe gewesen sein.

#8 - 26.03.2018, 19:25 von Uli Zimmermann

Super Fotostrecke ...

... ohne Wenn und Aber!

#9 - 26.03.2018, 20:40 von Tilmann Krieg

Wieso

tauche ich eigentlich bei meinen Beiträgen plötzlich mit meinem Klarnamen auf und nicht mehr mit meinem Benutzernamen? Nicht, dass mich das stören würde, aber irgendwas ist da doch schiefgelaufen.

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