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Palast der Republik: Untergegangen als Ruine

/ Gerhard Kiesling Vor genau zehn Jahren verschwand der letzte Rest des Palasts der Republik. Udo Jeschke mied als DDR-Bürger das Gebäude mit der Spiegelfassade - bis eine Bluesrock-Band nach Ostberlin kam: Ten Years After.
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#1 - 02.12.2018, 17:27 von

Und was soll uns der Artikel sagen?

Alles in de DDR war schlecht, nicht Lebenswert....
Genau solche Artikel sind es, die den Graben nicht schließen.
Wir wissen, das nicht alles Gold war, vielleicht sollten wir mal zur Abwechslung auf den schlechten Dingen der Bundesrepublik Deutschland vor 1990 drauf rum reiten, immer und immer wieder. Wird aber wohl nie passieren, dafür werden die Medien schon sorgen.

#2 - 02.12.2018, 17:40 von Henning Boddin

Gedanken sind frei

Mein erster Gedanke, als ich den Retro-Bau des alten Stadtschlosses sah, war der, dass der Palst der Republik wesentlich schicker und architektonisch gelungener war. Die Menschen hatten durch die vielen, auch privaten, Veranstaltungen einen echten Bezug zu dem Gebäude. Dagegen sieht diese Beton-Version des alten Stadtschlosses als Königspalast mit den preußisch-militaristischen Verzierungen stinklangweilig und ideologisch gewollt aus. Es ging wohl nur darum, möglichst viele Erinnerungen an die DDR zu eliminieren.Peinlich das Ganze.

#3 - 02.12.2018, 17:41 von Olaf Behr

Der Spiegel ist eben kein Medium für Ostdeutsche

Vorweg: Ich habe wenig Symphatie für die Dummköpfe in Dresden und Chemnitz, die da auf der Straße rumrennen, sich von Rechten instrumentalisieren lassen und auf die Medien schimpfen. Aber mich kotzt die einseitige Berichterstattung der Westmedien mittlerweile auch nur noch an. Der Autorin kommt offenbar nicht mal eine Sekunde lang der Gedanke, dass der Palast für Millionen von Ostdeutschen eben auch ein Ort persönlicher Erinnerung und Identifikation war, politische Instrumentalisierung hin oder her, dass der Abriss als rein politisch motivierte Schändung empfunden werden könnte und dass man deswegen vielleicht ein wenig differenzierter an die Sache herangehen könnte. Nein, es wird die immer gleiche gähnende Botschaft verbreitet, er war Verschwendung, die Leute wurden darin bespitzelt, er war Ballast der Republik usw. usf. Nebenbei wird wie üblich hochnäsig das Leben in der DDR lächerlich gemacht und despektierlich über "Ehrich" und "Margot" berichtet, und der Abriss abschließend von einem Quoten-DDR-Regimegegner gutgeheissen. Ich kann es echt nicht mehr hören. Der Palast war ein herausragendes Bauwerk, ob ihn nun Hoecker befohlen hat oder nicht. Punkt. Und es hätte uns Deutschen gut zu Gesicht gestanden, aus ihm einen echten Palast des Volkes zu machen, statt ihn mit Millionenaufwand für eine dürftige Kopie eines Symbols des untergegangenen Kaiserreiches zu schleifen. Was mich ja wirklich mal interessieren würde: Kommt die Genüsslichkeit von Leuten wir Kolbe auch daher, dass der Westen ein Haus des Volkes wie den Palast trotz seiner Wirtschaftskraft nie zustande gebracht hat?

#4 - 02.12.2018, 17:52 von Thomas Storck

Den hätte man auf keinen Fall abreißen dürfen ...

und wenn es keiner Nutzen mag, dann als lost place erhalten
das Plattmachen war ein Deja-Vu der Treuhand 10 Jahre später ... so wird man dann endgültig zum Besserwessi
Und wer will denn bitte so ein, gääähn, neu aufgebautes Barock-Schloß

#5 - 02.12.2018, 18:07 von Ümit Degirmenci

Siegerjustiz in Gebäuden

sage ich als Wessi, was haben wir uns für historisch belastete Gebäude erhalten und den Palast der Republik als Monument der Zeitgeschichte beseitigte der Kapitalismus nach seinem Sieg einfach. Falls man mal ein Beispiel dafür braucht, weshalb Ostdeutsche sich nicht genügend gewürdigt fühlen: voila!

#6 - 02.12.2018, 18:08 von Emil See

Die Idee war eigentlich gut: Ein Palast der neuen Republik anstelle des alten Preußen-Schlosses, die Ausführung war schlecht, der Staat auch. Jetzt entsteht dort wieder eine Kopie des Preußen-Schlosses statt einem Repräsentationsgebäude der demokratischen Bundesrepublik! Kein gute Idee diese falsche Rückbesinnung auf Preußen, seinen Militarismus und sein zuletzt desaströses Herrscherhaus. Deutschland war und ist mehr als nur Preußen!

#7 - 02.12.2018, 18:13 von

nun ja-

ich war zu den zeiten auch oft im pdr- und wir haben viel spaß gehabt, der gin tonic war günstig ..- und wir waren keine glattgebügelten fdjler!- im gegenteil, und für uns war das festival des politischen liedes echt hammer, obwohl man sich natürlich ne kritische distanz bewahren mußte, fakt ist nun mal wir hatten da auch echt geile zeiten -

#8 - 02.12.2018, 18:15 von Poco Pocosen

Geschichtsvergessenheit

ist das bestem was man über den Abriss sagen kann. Satttdessen bekommen die Berliner ein gefaktes Stadtschloss, ein pseudopreussisches klein Disneyland in Berlin statt Wahrhaftigkeit. Man hätte den Asbest entfernen sollen und das Gebäude dann vernünftig weiternutzen. Die Sieger bestimmen nicht nur, wie Geschichte gedeutet wird, sie bestimmen auch über deren Monumente, die, die bleiben dürfen, die die weg müssen und die, die wieder gebaut werden. Nebenfrage: Warum stehen eigentlich noch Gebäude von Albert Speer herum und was sollte uns das sagen?

#9 - 02.12.2018, 18:16 von Stefanie Nochwas

Als Teenie hing ich viel mit meiner Freundin im Palast der Republik ab. Das Gebäude war für uns aufregend und man konnte gut in den breiten Ledersofas versinken und von den verschiedenen Etagen aus Leute beobachten. Das Gebäude hieß bei uns immer nur schlicht "Palast". Wir trafen uns demzufolge im Palast oder davor. Alle anderen Bezeichnungen wie Lampenladen etc. halte ich für eine Erfindung der westlichen Presse.

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