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Schlacht am Waterberg: "Aufräumen, aufhängen, niederknallen"

Im August 1904 sammelten sich deutsche Truppen zur Entscheidungsschlacht gegen die aufständischen Herero. Die Wucht der Rebellion in Deutsch-Südwestafrika hatte die Kolonialisten überrascht - sie rächten sich mit dem ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts.
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#1 - 08.08.2014, 15:29 von Stephan Haag

sich mit dem ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts

Völkermord aus heutiger Sicht. Damals war das, so hart es klingt, kein Völkermord.

#2 - 08.08.2014, 16:16 von Claus Adam

Sachlicher wäre besser

Der Hauptgrund des Hererokriegs war deren Verarmung durch die Rinderpest, die aus einem Hirtenvolk ein Volk von Landarbeitern gemacht hatte.
80.000 ist die absolut höchste Schätzung für die Zahl der Herero vor dem Krieg, geringere gehen von 35.000 Menschen aus.
Neben den 123 toten Deutschen am Anfang starben weitere 1400 deutsche Soldaten im weiteren Verlauf des Krieges (meist an Krankheiten).
Die Nennung aller Fakten macht einen geschichtswissenschaftlichen Artikel einfach seriöser.

#3 - 08.08.2014, 16:20 von Boris Preckwitz

Korrekturen

Der Artikel ist Ausdruck einer politisch motivierten Pseudo-Geschichtsschreibung. Zunächst ist festzustellen, dass der erste, grausame und opferreiche Genozid des 20. Jahrhunderts zwischen 1899-1902 von USA im amerikanisch-phillippinischen Krieg verübt wurde. Auch die Amerikaner, ebenso wie die Briten im Burenkrieg, richteten dabei Konzentrationslager ein. Zweitens begann der Herero-Aufstand mit der Ermordung deutscher Zivilisten - in heutiger Terminologie handelt es sich also um terroristische Akte bzw. um Kriegsverbrechen der Herero (sofern man den Aufstand als Krieg bezeichnen will). Weiterhin ist fraglich, ob die überwiegend vom Kommandeur von Trotha im Alleingang beschlossenen Maßnahmen als Handlungsabsicht der deutschen Reichsregierung gesehen werden können. M.E. ist dies nicht der Fall. Zudem führten die Deutschen selten mehr als 2000 Soldaten ins Feld - gegen eine vielfache Übermacht, die mit dem Gelände in der Waterberg-Gegend, übrigens auch mit der Omaheke bestens vertraut war. Im Verhältnis zu den Kolonialverbrechen anderer europäischer Länder, etwa Englands oder Frankreichs, die noch bis in die 1960er Jahre verübt wurden, trägt Deutschland eine sehr geringe Verantwortung. Das verständliche Bemühen um postkoloniale Gerechtigkeit führt aber in Artikeln wie diesen zur Geschichtsverfälschung.

#4 - 08.08.2014, 16:34 von Markus Kranz

Selbst wenn die Regierung den Völkermord anerkennen würde, gäbe es ja doch niemanden mehr, der entschädigt werden könnte. Was mich zu dem Gedanken bringt, wie andere Nationen eigentlich mit der Last ihrer Geschichte umgehen? Wenn man z.B. an die Greueltaten der Engländer in Indien denkt. Oder die der Franzosen in Afrika.

#5 - 08.08.2014, 16:36 von Jochen Mayer

wie sieht denn eine offizielle Entschuldigung aus?

Also ein Mitglied der Regierung bittet um die Vergebung von Schuld: wenn das keine offizielle Entschuldigung der Regierung ist, was fehlt denn dann noch?

#6 - 08.08.2014, 16:48 von Martin Rammelt

schlacht verpaßt,beim genozid geholfen:mein opa.

mit dem nachschub beschäftigt ,im schatten eines baumes schlafend,verpaßte mein opa die heiße phase der schlacht am waterb..mit exotischen tierfellen und souvenirs versorgt,kam er mit der wöhrmann-linie zurück nach ober-schlesien. als dummer junge erlebte er das abenteuer afrika,von dem er stolz erzählte. in der folge-zeit half ihm edgar von ballestrem als mit-afrikaner bei seinem berufsweg als untadeliger staatsbeamter...ein deutscher,der in afrika schicksal spielte..

#7 - 08.08.2014, 16:57 von Hans-Gerd Brummel

Der Kolonialismus ist das eigentliche Übel !

Wer ohne weitere Sachkenntnis diesen Artikel liest, könnte auf den Gedanken kommen, dass die diabolischen Deutschen mal wieder völlig aus der Rolle gefallen sind, dazu noch garniert mit Begriffen wie "Völkermord", "Konzentrationslager" oder auch "niederknallen bis zum letzten Mann", die eindeutige Nazi-Bezüge haben, sozusagen die Vorwegnahme der NS-Diktatur im wilhelminischen Kaiserreich. Ich wende mich nicht gegen die Berichterstattung an sich, gehe auch davon aus, dass die Fakten korrekt wiedergegeben wurden. Wogegen ich Einwände habe, ist die ausschliessliche Fokussierung auf die Niederschlagung eines Aufstandes in einer deutschen Kolonie. Es hätte dem Artikel gut getan, hier ein grössere Perspektive aufzuzeigen, die Gräueltaten des Kolonialismus an sich. Deutschland kam hier ziemlich spät, die klassischen Kolonialmächte Spanien, Portugal, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und nicht zu vergessen Belgien gaben den Takt der Unterdrückung und Ausbeutung seit langem vor. Das soll die Taten in "Deutsch-Südwest" nicht verharmlosen oder gar entschuldigen, aber die Unterdrückung der Urbevölkerung in Kolonien hatte ein weit größeres Ausmaß. Allein in dem persönlichen Besitz des belgischen Königs befindlichen "Belgisch Kongo" geht man von nahezu 10 Millionen Opfern aus, die Handverstümmelungen nicht mitgerechnet. Eroberungen, Wilkür und Bestrafungsaktionen waren in allen Kolonien an der Tagesordnung. Die Kolonialmächte hatten einfach die besseren Waffen. Erst mit dem äthiopischen Kaiser Haile Selassie, der erfolgreich gegen die Italiener kämpfte, wendete sich langsam das Blatt. Kurioserweise waren es gerade Deutschland und Japan, die (bestimmt nicht beabsichtigt), mit dem 2. Weltkrieg das Ende des klassischen Kolonialismus einläuteten. Nach 1945 fielen die klassischen Kolonien zusammen wie Dominosteine.

#8 - 08.08.2014, 17:20 von Patrick Bonfert

Schreiben so doch mal...

auch einen Artikel über die Gräueltaten der Belgier im Kongo.

#9 - 08.08.2014, 18:29 von Roland Bauer

Wieder die bösen Deutschen

Den ersten Völkermord im 20. Jahrhundert haben meines Wissens die Belgier im Kongo verübt. Das mindert nicht die deutsche Schuld, aber wir wollen hier doch korrekt sein.

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