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Stasi-Auflöser Heinz Engelhardt: "Wir haben uns im Osten der Republik sehr wohl gefüh

action press Feste feiern, Bürger vorm Klassenfeind schützen, Pflicht erfüllen - knapp drei Jahrzehnte nach dem Ende der Schnüffelei packt jetzt Heinz Engelhardt aus, 1989 der letzte Stasi-General. Sein beklemmendes Fazit: Schön war's.
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#1 - 15.04.2019, 11:31 von Reinhard Hauschild

Die 100 oberen Leitungskader

der StaSi hätte man bedenkenlos ins Gefängnis stecken können.
Ebenso alle oberen 100 SED- Funktionäre.
Es hätte keinen einzigen Unschuldigen getroffen.
Stattdessen wurden alle hohen StaSi-, SED- und Regierungsmitglieder/ Mitarbeiter mit Samthandschuhen angefaßt von der westdeutschen Politik.
Es lief nicht anders als mit den Nazis nach dem Krieg.

#2 - 15.04.2019, 12:02 von Detlev Vreisleben

Turban S 1 (Bild 10)

Turban S 1 war ein Kurzwellen-Empfangssystem für den türkischen Botschaftsfunk. Der Abt. XI ist die Entschlüsselung gelungen.

#3 - 15.04.2019, 12:12 von Joachim Peter

...sein Tod tue ihm leid.

"Niemand jedoch hatte Gunter gezwungen, das Gesetz zu brechen (...) außer er selbst. Die Verantwortung für diesen Schritt lag ausschließlich bei ihm..." So wie: Selber schuld, dass er überfahren wurde, er weiß ja, dass man bei einer roten Ampel nicht über die Straße gehen darf. Wirklich? Oder gibt es da einen Unterschied? Vielleicht den, dass weder Autos noch Straßen zu dem Zweck gebaut werden, um Fußgänger daran zu hindern, sie zu überqueren. Und Ampeln schon garnicht. Und dass nirgendwo auf der Welt in der Straßenverkehrsordnung steht, Autofahrer mögen auf vorschriftswidrig die Straße überquerende Fußgänger achten, um rechtzeitig Gas geben zu können und sie zu überfahren.

#4 - 15.04.2019, 12:14 von Hans-Gerd Wendt

Lernprozesse

Es ist für alle schwierig, die DDR richtig zu begreifen. Wahrscheinlich wird man ein letztes Urteil - sofern es das geben kann - erst in Jahrzehnten fällen. Aber in einem Punkt darf ich dem Stasi-General Recht geben: In den ersten Jahren nach dem Fall der Mauer habe ich als "Westler" in Berlin mit vielen "Ossis" zusammengearbeitet. Und es war schon seltsam zu hören, wie resigniert und beinahe schon frustriert die Leute aus der Ex-DDR waren, weil sie im Alltags- und Berufsleben nicht zurecht kamen. Nicht wenige äußerten sich durchaus positiv über das vergangene Leben im "Sozialismus". Nicht, dass sie das alte Regime in gleicher Weise zurück haben wollten, aber bestimmte Aspekte ihres früheren Lebens vermissten sie doch. Vor allem die Solidarität untereinander und die Abgesichertheit ihres Daseins fehlte plötzlich. Ich persönlich habe damals viel gelernt über ein tolerantes Umgehen auch mit dem DDR-Stasi-Staat.

#5 - 15.04.2019, 12:26 von Wolfgang Schermuly

komisch

Bevor ich das gelesen hatte, hatte ich das assoziiert. Wir haben gegrillt und Bier getrunken. Fuer eine Schrebergartenidylle war die DDR immer gut.

#6 - 15.04.2019, 12:26 von Richard Heinen

Natürlich war es schön für ihn und

seine private und dienstliche Umgebung. Das hohe Amt verschaffte ihm Privilegien. Er wäre unglaubwürdig, wenn er das Gegenteil vertreten würde.
Ob der "Normalbürger" der DDR auch so urteilt, wage ich zu bezweifeln. Mangelwirtschaft, Bespitzelung, Einsperrung, Zwangsmitgliedschaft in halbmilitärischen Organisationen und bestellte Jubelorgien für die Staatsspitze sind nicht gerade so prickelnd, dass man ständig vor Begeisterung Luftsprünge macht.

#7 - 15.04.2019, 12:40 von

Buch statt Knast

Es ist eine Zumutung, dass dieser Genosse General sein Buch voller Gift publizieren darf, anstelle, dass er in einem Gefängnis sitzt. Eine Zumutung den ehemaligen Opfern gegenüber, die durch solche wie er, mundtot, eingesperrt oder sogar getötet wurden.

#8 - 15.04.2019, 12:50 von Marc Schürmeyer

Es ist erschreckend, wie universell scheinbar dieses Muster der Bewältigung ist ... das fand sich schon nach der Nazizeit. Es scheint schon irgendwie an der Philosophie des Beamtentums zu liegen, dass der Kontext, in dem die Arbeit vollzogen wird, für die Bewertung des eigenen Tuns überhaupt keine Rolle spielt. Man sehe sich Filbingers Argumentation an "Was gestern Recht war, kann heute nicht Unrecht sein" oder Eichmanns Einlassungen als ein "Freund der Juden", der gleichzeitig Hunterttausende in den Tod geschickt hat. Ebenso wie diese hat dieser Herr nicht das mindeste Gespür dafür, dass er in seiner Funktion als Stasi-General einer menschenverachtenden Diktatur aktiv in führender Position gedient hat und sein Apparat im speziellen abertausenden Bürgerinnen und Bürgern der DDR größtes Leid zugefügt hat. Er war Teil dessen, dass dieses autoritäre, widerliche Regime Bestand haben konnte. Aber diese Überlegung taucht in den Gedanken zu seiner Biografie überhaupt nicht auf. Er hat eine reine Binnensicht seiner Tätigkeit, die grundsätzliche Legitimation dieses Staatswesens, seines Apparats und seiner Position wird qua Beamtenraison wird von ihm in keiner Weise in Frage gestellt. Vermutlich müssen einem solche Personen in ihrer Beschränktheit, die Realität ihres Tuns wahrnehmen zu können, eigentlich leid tun. Wie schon Hannah Ahrendt festgestellt hat: Das Böse ist banal. Es entsteht aus der Unfähigkeit oder Verweigerung zu Denken. Das hat nichts mit Intelligenz zu tun, es geht schlicht darum zu erkennen, dass aus dem eigenen Tun Böses erwächst und die eigene Verantwortung daran wahrzunehmen. Solange es genug Menschen gibt, die zu einer solchen simplen ethischen Selbstreflektion nicht fähig sind, so lange wird es auch künftig Diktaturen leider möglich sein, sich zu etablieren und zu halten.

#9 - 15.04.2019, 13:24 von Andreas Artemedia

Ehrliches Buch

Ich werfe dem General nicht vor, dass er seinen Dienst erfüllt hat. Und auch nicht, dass er das heute immer noch ähnlich sieht. Aber ich finde es erstaunlich, dass Niemand in seinem Umfeld ihn vor der Veröffentlichung gewarnt hat. So kommt ein sehr ehrliches Buch heraus. Man muss da nichts gut finden und es auch nicht kaufen. Außer man forscht in der Richtung Psychologie oder Ideologie.

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