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Trauma Zweiter Weltkrieg: "Aus dem Massengrab auferstanden"

privat Wer überlebte, war oft lebenslang traumatisiert. Bernhard Schulz war Soldat der deutschen Wehrmacht - und verfluchte am Ende den Krieg. 1946 schrieb er auf, wie das Grauen in Russland ihn innerlich zerriss.
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#1 - 15.04.2018, 11:49 von Andreas Strey

Gut, leider wurden

in den Nachkriegsjahren lieber Landser und andere „Heldengeschichten“ veröffentlicht.
Der nicht zu begreifende Wahnsinn des Krieges, das vergessen jeglichen Menschseins, all das muss unserer Gesellschaft wieder klar werden.
Es muss aufhören!

#2 - 15.04.2018, 11:56 von Mona Furth

Gut, dass der Sohn die Schriften veröffentlicht hat. Ich bin zur Hälfte bei meiner Oma und dadurch ebenfalls mit Geschichten aus dem Krieg aufgewachsen. Man darf nicht vergessen, dass das Trauma für viele Menschen in ähnlicher Form noch Realität ist. Viele Kinder aus den Kriegsgebieten kennen nichts anderes.

#3 - 15.04.2018, 12:10 von David Denninger

Beeindruckender Text ...

... und sehr berührend. Erinnert mich an das Schicksal meiner eigenen Großeltern und steht für so viele Menschen. Auch ein Aufruf zum Pazifismus in der heutigen Zeit, in der der Krieg wieder näher gerückt ist.

#4 - 15.04.2018, 12:16 von Friedrich Johannes Engelke

Traumatisierung

Es handelt sich um eine klassische Traumatisierung des Verfassers, die von der Rechtsprechung der Sozialgerichte nach dem II. Weltkrieg (Thema: Versorgungsleistungen) zunächst bei ehemaligen deutschen Soldaten nicht anerkannt wurden. Ich habe noch Soldaten erlebt, die bis in die achtziger Jahre täglich mit den U - Booten auf die See hinausfuhren. Es gibt aber auch eine andere Gruppe, jene die nach dem Krieg ihre Erlebnisse mehrere Jahrzehnte lang nicht mit einem Wort erwähnten - bis sie in hohem Alter, teilweise dement, immer wieder Angriffe psychisch auf der Pflegestation durchlitten. Ein nicht genügend erforschtes Gebiet, wobei nach insbesondere die Frage offen bleibt, welche Personen derartige Erlebnisse nicht verarbeiten können und warum das so ist, wie andere Personen das alles verarbeiten, trotz schwersten Erlebens.

#5 - 15.04.2018, 12:19 von Andrea Kruck

gibt es irgendwo den Gesamttext?

Ich würde mir wünschen, dass irgendwo mehr als nur dieser Ausschnitt zu lesen wäre. Auf der angegebenen Webseite findet man dazu nichts.
Zig tausende mit vergleichbaren Erlebnissen haben nie darüber gesprochen und sich hoch traumatisiert gegenüber ihrer Umwelt unerklärt verhalten, ihren Schmerz und Tod an ihre Kinder und Kindeskinder weiter gegeben. Deswegen ist so wertvoll, was Bernhard Schulz hinterlassen hat. Solche Erlebnisse wirken sich bis zu 7 Generationen auf die Nachkommen aus. Wer heute unter unerklärlichen Depressionen leidet, sollte die Geschichte seiner Ahnen über 7 Generationen kennen.

#6 - 15.04.2018, 12:23 von Uwe Airborne

Laut, ganz laut im Bundestag vorlesen und im Bundesrat und in den....

... Landesparlamenten und auf den Marktplätzen und ..... überall. Vielleicht würde das den aktuell politisch unverantwortlich Handelnden helfen zu verstehen, dass sie gerade - mit Tornados und Tankflugzeugen an einem völkerrechtlich illegalen Angriffskrieg - einer sogenannten Koalition der Willigen - in Syrien beteiligt sind - genau wie ihre Väter und Großväter in Polen, Belgien und Holland - und gerade einen völkerrechtlich illegalen Luftschlag gegen Ziele in Syrien öffentlich gut geheißen haben und das als Teil der Nato noch einmal getan haben! Dass sie die Bundeswehr "ihre Parlamentsarmee" unrechtmäßig einsetzen und damit Deutsche Soldaten ein weiteres Mal unrechtmäßig in den Krieg schicken! Wo bleibt der Aufschrei der Gutmenschen? Ich schäme mich!

#7 - 15.04.2018, 13:04 von Wilfried Huthmacher

Warum er Greuel ausspart....

"Der Autor spiegelt auf beklemmende Weise das lange tabuisierte Kriegstrauma der Veteranen wieder - die Untaten der Wehrmacht spart er freilich aus."

Nach Durchlesen des Textes schließe ich mal, dass er DAS was er an Untaten der Wehrmacht gesehen haben wird, schlicht nur noch als Kinkerlitzchen gegenüber dem anderen Grauen an der Front eahrgenommen hat.
Wenn Landser dann einem Bauern oder einer Bäuerin die letzte Kuh oder das letzte Stück Wäsche nahmen, weil sie selbst nichts mehr von hinten bekamen, war das für ihn als Soldaten der jahrelang an de Front stand, schlicht normal. Und Greuel gegen Partisanen gab es "gar nicht" - der reguläre Soldaten hat sich immer darauf bestanden, dass er als Soldat und Uniformträger im Kampf zu stehen hatte und der Zivlist als Nichtkombattant als quasi "unbeteiligter Zuschauer" am Rand zu stehen hatte. Deshalb wurden Franqtiralleurs, Freischärler oder Partisanen auch immer von irgendwelcher Kriegsgesetzen oder "Quartier" ausgenommen. Das mag für uns als "Nichtkrieger" ungerecht klingen aber für die alten Wehrmachtssoldaten die ich noch kennenlernte, war das so.
Insofern werden auch dem Autoren Bernhard Schulz die Verbrechen von Landesern zwar nicht entgangen sein, sie waren aber für ihn aber schlicht normal.

#8 - 15.04.2018, 13:12 von Wasili Papadopoulos

Das sollte freilich der Herr Gauland mal lesen, dann würde sich sein Stolz über die, nach seinen Worten, "Leistung" der deutschen Soldaten, schnell wandeln in bitteres Mitgefühl, für eine ganze Generation, die in der Hölle landete und furchtbare Taten, an millionen von Zivilisten ermöglichte.

Ehre gab es da keine, nur Abgründe, Elend, Hunger, Verwahrlosung und Parasiten

#9 - 15.04.2018, 14:01 von Albert Augustin

Hitler-Verbrecher

Wenn man das liest und reflektiert so erhält man/frau einmal mehr Gewissheit, was für eine Verbrecherclique mit Hitler und Consorten ab 1933 in Deutschland am Werk war, deren wirken noch bis heute nachhallt !

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