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Umbau einer Zementfabrik: Das Schloss aus Beton

Ricardo Bofill Für dieses Projekt muss man nicht größenwahnsinnig sein. Aber es hilft. Der spanische Architekt Ricardo Bofill hat eine Industrieruine in eine traumhafte Wohn- und Bürowelt verwandelt.
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#1 - 03.07.2017, 08:24 von Anne Vitz

Hin- und hergerissen

Irre. Wie kommt man nur auf so eine Idee. (Das waren die ersten Gedanken.)
Es sieht klasse aus. In der Tat: Wenn man das Ding SO anfasst, hat es eine eigene Schönheit. (Zweiter Gedanke nach Betrachten der Fotos.)
Dritter Gedanke: Und wer bezahlt die Betriebskosten? Das ist verdammtnochmal Architektur für Reiche. Das kommt dabei raus, wenn ein Schöngeist seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse absolut setzt. In meinem Umfeld, sprich der BRD, brauchen wir eine Architektur, die nicht nur schön ist, sondern den humanen Bedürfnissen eines Gehaltsempfängers gerecht wird. Ich habe in den 67 Jahren meines Lebens zu viele Bauten gesehen, die von Fortschrittlern, von Architekturkünstlern mit einem ganz großen K im Selbstbild errichtet worden sind und sich einen Dreck um Alltagstauglichkeit kümmern. Nieder mit einer gedankenlosen Ästhetik!

#2 - 03.07.2017, 08:53 von Daniel Schiele

Das ist ein Faszinierendes Gebäude. Sicher kommt ihm zu Gute, dass sich die Heizkosten im frostarmen Süden in Grenzen halten. Gegen die Hitze des Sommers dürfte die Kombination aus grossen, hohen Räumen mit dem wuchernden Pflanzen eine gute Hilfe sein. Ob man das so ins kalte Germanien übertragen kann, wage ich zu bezweifeln. Vorausgesetzt das nötige Kleingeld wäre vorhanden, gefallen würde mir so eine Behausung sehr. Ein Stück Geschichte und Leben.

#3 - 03.07.2017, 09:18 von Volker Horstmann

Die Fabrik ist wirklich eindrucksvoll, da hat er aus dem Vorhandenen etwas Neues und sehr attraktives und ausdrucksstarkes geschaffen. Aber an der Fotostrecke seiner sonstigen Bauten sieht man, dass die Kreation völlig neuer Gebäude und Viertel auch nicht immer gelingt, dass Viertel Antigone in Montpellier schien mir schon auf den ersten Blick den Kulissenvierteln in China sehr ähnlich, wo jemand Fassaden aus einem Fotoalbum über Europa wild kombiniert und mit zuviel Deko versehen hat.

#4 - 03.07.2017, 09:25 von Christian Görrissen

Der Hammer - ernsthaft!

Aber auch hier zeigt sich wieder die Weltfremdheit solcher Projekte/Stars: An den unzähligen riesigen Glasflächen befindet sich kein einziger Schutz(aufkleber) für Vögel - möchte nicht wissen, wie viele Singvögel es schon an den Scheiben zerdeppert hat :(

#5 - 03.07.2017, 10:43 von Alexander Engel

Etwas arg kathedralenhaft - meinem Geschmack nach - aber auf jeden Fall gelungen. Ich meine mich auch an eine romanische Kapelle erinnern zu können, die er mal in ein Privathaus umfunktioniert hatte, und auch das war nicht schlecht. Was den Rest seines Werkes betrifft, kann man nur hoffen, dass da auch irgendwann Leute mit Dynamit und Presslufthammer anrücken - ist ist einfach nur entsetzlich.
Das ist einfach nur posmoderner, monumentaler Kitsch. Und was da sozial entstanden ist, reiht sich übergangslos in den katastrophalen Urbanismus der letzten 70 Jahre eine - trostlose Öde.

Was die Kritik einiger anderer Foristen betrifft, diese ganzen ressourcenschonenden und energieeffizenten Baukozepte, die sich in den letzten Jahrzehnten im Norden Europas entwickelt haben, sind in Südeuropa einfach unbrauchbar und auch nicht umsetzbar. Das beginnt bei der Orientierung der Fassaden bis hin zu, wie man Wind und Wasser miteinbezieht. Ein altbewärtes Konzept ist nach außen dicht und nach innen offen, aber das läßt sich allein bei Wohnungen schon kaum wieder umsetzen.

#6 - 03.07.2017, 12:13 von Jörg Flosdorff

César Manrique ..

... würde es freuen. Vielleicht würde mal ein (besser: mehr) gesponosrter Wettbewerb helfen, andernorts solchen Ruinen neues Leben einzuhauchen, siehe auch u.a. in Wien.

#7 - 03.07.2017, 13:19 von Soeren Balko

Wunderbare Architektur

Ein inspirierender Traum ist diese Architektur. Wenn auch die andalusische Sonne ihren Anteil am Erscheinungsbild hat. Die Wärmeisolierung dürfte bei den Betonwänden zudem ein Problem sein.

#8 - 03.07.2017, 15:41 von Miriam Märten

...

Einer der ganz wenigen Architekturbeiträge in Spon, der mir wirklich gefällt - absolut beeindruckend, vor allem die Einbeziehung der Natur und die vielen Pflanze.

#9 - 04.07.2017, 00:41 von Peter Schmidt

Dieses Haus kenne ich bereits aus einem uralten Beitrag der MTV Show "Cribs", in der Popsängerin Paulina Rubio durch das Haus führt.
https://www.youtube.com/watch?v=RTZfnO743Ig

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