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Waffenspaziergang gen Russland

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#1 - 02.06.2011, 08:14 von Steffen Rau

Hmm, naja. Nette Geschichte, wenn auch zu emotional, unseriös und phantasievoll für meinen Geschmack.

Wenn man den "Welt am Sonntag" Bericht zum eben gleichen Thema liest, wird ein Unterschied von Tag und Nacht zum Thema deutlich. Auf der einen Seite eine sorgfältig recherchierte und mit Nachweisen unterlegte historische Aufarbeitung, und auf der anderen Seite ihr Text.

Historische Aufarbeitungen sind schwierig genug. Zu leicht passiert es, dass aus dem Material falsche Schlüsse gezogen werden oder aus dem Kontext gerissen und verfälscht werden. So wie es offensichtlich hier geschehen ist.

Schade eigentlich.

#2 - 03.06.2011, 09:10 von torsten steinbeck

allein folgende Bildunterschrift beweist, dass es sich hier auch nur wieder um eines der üblichen Geschichtfälscherbücher handelt:

"Brandschatzungen: Wo die Wehrmacht durchzieht, hinterlässt sie verbrannte Erde. Die Propaganda behauptet, die Sowjets selbst hätten die Dörfer in Brand gesteckt, damit das Hab und Gut der Bewohner nicht an die Deutschen fällt."

So ein Schwachsinn! Keiner vorwärts gehende Truppe würde es im Traum einfallen erobertes Gebiet abzufackeln und zu zerstören, was sollte das auch für einen Sinn ergeben, vor allem für die nachrückenden Truppenteile?! Natürlich hat die rote Armee bei ihrem Rückzug die Taktik der vebrannten Erde angewandt, was auch schon Napoleon zum Verhängniss wurde. Das ist im Übrigen durch genügend Augenzeugenberichte bestätigt.

Es gibt auch glaubhafte Berichte, dass dabei nicht selten Rotarmisten in Wehrmachtsuniformen aktiv waren um den Partisanenkampf zu provozieren. Darüber Bücher zu schreiben wäre interessant, aber das paßt ja nicht in das Welt bild....Gute Nacht!

#3 - 03.06.2011, 09:10 von

Schliesse mich Herrn Rau an. Propaganda ist natürlich immer Propaganda. Die anderen kriegführenden Seiten haben da ja auch einiges zu bieten. Hat sich bis heute nicht geändert. Was sich geändert hat ist das Verhältniss getöteter Soldaten zu Zivilisten, jedenfals bei den Kriegen die die Industrienationen führen. ". Weltkrieg ca. 1 zu 1, Irakkrieg 1 Soldat auf 10 Zivilisten, wobei die Zahlen was die Zivilisten betrifft sehr schwanken. Das heisst dann in der Propaganda präzise Schläge.

#4 - 03.06.2011, 09:10 von Lukas Lichte

Bildunterschrift 4 lautet: "Wo die Wehrmacht durchzieht, hinterlässt sie verbrannte Erde. Die Propaganda behauptet, die Sowjets selbst hätten die Dörfer in Brand gesteckt, damit das Hab und Gut der Bewohner nicht an die Deutschen fällt. "

Das zeigt, dass der Verfasser keine große Ahnung von militärischer Taktik hat. Welchen Sinn sollte es machen, wenn eine vorrückende Truppe das eroberte Gebiet verwüstet? Wie soll denn da der Nachschub laufen?

Ich darf Wikipedia zitieren:
Zwei Wochen nach Beginn des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion befahl Josef Stalin, die wirtschaftlich kriegswichtige Infrastruktur in den Osten der Sowjetunion zu evakuieren und alle Güter in den von den deutschen Truppen bedrohten Gebieten zu zerstören, die diesen von Nutzen sein könnten. Er reagierte damit wie zuvor Alexander I. gegenüber dem Eroberungsversuch Napoleons und wie Peter der Große gegenüber Karl XI.

Eine genauere Recherche hätte solche unrichtigen Aussagen verhindert. Das Prinzip der "verbrannten Erde" wurde von den Deutschen erst ab 1943 angewandt, als die Front stetig zurückgenommen werden musste. Es ist schon peinlich, wenn man dies verwechselt!

Bei einem solch ernsten Thema sind Oberflächlichkeiten und schlampig recherchierte "Fakten" fehl am Platze!

#5 - 03.06.2011, 09:11 von

Sehr geehrter Herr Rau.

Was sie jetzt mit falschen Schlüssen meinen, erschließt sich mir nicht ganz. Gut, beide Artikel sind ja Artikel und keine wissenschaftlichen Arbeiten. . Die "Welt" hat online die Sicht der 7. Infanteriedivision mit Auszügen aus dem Divisionstagenbuch und anderen Dokumenten dargestellt. Da sie Kommentare und Einleitungen eingefügt hat, die auf die Gesamtperspektive hinweisen, wird eine Glorifizierung durch Verengung der Perspektive verhindert oder wenigstens erschwert. Der Beitrag eröffnet einen wichtigen Blick auf den Kriegsalltag und den unmenschlichen Umgang von Hitler und den Kriegsplanern mit den Soldaten der Wehrmacht, deren massenhaftes Hinsterben durch fehlende Ausrüstung schon in der Planung des Feldzuges in Kauf genommen wurde.

Dennoch hat die "Welt" vergessen, dass sich hinter dem Wehrmachtsjargon "Partisanenbekämpfung" meist Massenerschießungen von unbewaffneten Zivilisten verbargen. Und eine Armee, die in Hitlers Namen und in Kenntniss seiner Vernichtungsparolen den Weg freikämpft für die Massenvernichtung ist nicht nur "vielleicht" "mitverantwortlich" für den Holocaust.

#6 - 03.06.2011, 09:11 von

Hier geht es ja auch eher nicht um geschichtliche Abhandlungen, sondern um pädagogische Aspekte.

#7 - 15.06.2011, 10:13 von

>Das zeigt, dass der Verfasser keine große Ahnung von militärischer Taktik hat. Welchen Sinn sollte es machen, wenn eine vorrückende Truppe das eroberte Gebiet verwüstet? Wie soll denn da der Nachschub laufen?

Wer dann das eroberten im Jahre 1945 Östliches Preussen verwüstet hat?
Die vorwärts gehende Rote Armee oder die Wehrmacht bei ihrer Rückzug?

#8 - 05.07.2012, 11:26 von

Das kann ja gar nicht sein,daß sich Letten über deutsche Soldaten freuen.Also schnell mal ein "wahrscheinlich" eingeschoben, von wegen pol.cor.

Mein Gott !

#9 - 14.03.2014, 11:57 von Kai Bonte

Waffenspaziergang gen Russland

Soldaten auf Kamelen, beim Pilzeputzen, in der Sauna: Mit ihren Fotos von der Front ließen Hitlers Propagandakompanien den Überfall auf die Sowjetunion aussehen wie einen Abenteuerurlaub. Bisher unbekannte Bilder zeigen das "Unternehmen Barbarossa" als beschauliche Ouvertüre des Schreckens. Von Solveig Grothe

#10 - 01.12.2014, 17:49 von Hans-Gerd Brummel

Zu Bild 14

Zitat: "nimmt in Kauf, dass Millionen hungern". Das hat genau Stalin einige Jahre früher gemacht. Schauen Sie sich einmal die Gesichter der lokalen Dorfschönheiten an. Von Unterdrückung, Widerwillen, Einschüchterung etc. keine Spur. In der Anfangsphase des Überfalls auf die Sowietunion wurde den Deutschen insbesondere auf dem Lande, nach Jahren des Stalin-Terrors tatsächlich Sympatie entgegengebracht. Somit dokumentiert das Bild schon die damalige Situation. Das muss man als Autor des Artikels nicht negativieren, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Die deutschen Besatzer haben das dann aber nicht zu ihrem Vorteil genutzt und haben durch ihr Verhalten und insbesondere ihre Untermenschen-Ideologie diese anfängliche Unterstützung sehr schnell kippen lassen. Selber schuld ! Jeder kennt den Ausgang der Geschichte. Weniger tendenzielle Formulierungen dagegen hätten dem Artikel besser zu Gesicht gestanden.