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Ab April: Psychotherapeuten bieten neue Sprechstunde an

Getty Images Um die lange Wartezeit auf einen Therapieplatz zu verkürzen, bieten Psychotherapeuten ab April eine neue Sprechstunde an. In dringenden Fällen wird es auch Plätze für eine Akuttherapie geben.
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#1 - 29.03.2017, 10:27 von vhn

Sprechstunde

Muss erst ab 01.04.18 verpflichtend angeboten werden. Momentan ist noch nicht einmal klar, wie diese vergütet wird. Dies betrifft ebenso die Akuttherapie. Insgesamt sind die Änderungen eher kritisch zu sehen (wie es im Artikel auch anklingt). Es entsteht mehr Aufwand bei gleichbleibenden Kapazitäten. Die Krankenkassen erhoffen sich, dass durch die Sprechstunde die Zahl der Menschen sinkt, die potentiell eine Therapie benötigen. Was ich mir nicht vorstellen kann.

#2 - 29.03.2017, 12:21 von CancunMM

Sind schon lustig die Krankenkassen. Einerseits bezahlen sie Homöopathie mit ordentlichem Erstgespräch des sog. Therapeuten für eine ganze Stunde. Aber für Psychotherapeuten weiß man noch nicht mal die Vergütung und der Psychotherapeut soll in 25 Minuten eine Anamnese hinbekommen.
Und viele Psychotherapeuten haben gar keine Sprechstundenhilfe. Entweder sie schaffen sich jetzt eine an oder sie können nicht mehr so viele Patienten behandeln.

#3 - 29.03.2017, 15:06 von stellan0r

Psychologische Psychotherapeuten?

Und das ganze gilt jetzt nur für die Berufsgruppe der psychologischen Psychotherapeuten (also den studierten Psychologen mit der entsprechenden Ausbildung), aber nicht für die ärztlichen Psychotherapeuten (auch bekannt als Psychiater)?
Zahlen die Krankenkassen auch den Ärzten die Akuttherapie ohne Antragswirrwarr?

#4 - 29.03.2017, 16:24 von steffen.ganzmann

Sie täuschen sich.

Zitat von stellan0r
Und das ganze gilt jetzt nur für die Berufsgruppe der psychologischen Psychotherapeuten (also den studierten Psychologen mit der entsprechenden Ausbildung), aber nicht für die ärztlichen Psychotherapeuten (auch bekannt als Psychiater)? Zahlen die Krankenkassen auch den Ärzten die Akuttherapie ohne Antragswirrwarr?
Ein Psychiater muss noch kein Psychotherapeut sein (es gibt nämlich viele, die ihren Facharzt vor der letzten Änderung der Facharztausbildung machten) und ein Arzt für psychosomatische Medizin und Psychotherapie noch lange kein Psychiater.
Brauchen Sie notfallmässsig einen Psychiater, es gibt genügend psychiatrische Klinken, die Ihnen gerne weiterhelfen ...

#5 - 29.03.2017, 16:32 von x_Vendetta_x

Es kommt erst noch...

Der richtige Ansturm kommt erst noch und dann werden Massen an Psychologen, Psychiatern und Psychotherapeuten fehlen. Deutsche Studien gehen von ca. 8 Millionen Menschen in Deutschland aus, welche "behandlungsbedürftige psychische Störungen" haben. Teilweise sind diese Störungen nur temporär, jedoch finde ich die Zahl erschreckend.
Mir unverständlich warum darüber so wenig berichtet wird - zu komplex das Thema? Oder gibt es da Hemmschwellen wie einst (und zum Teil heute noch) beim Thema Alkoholismus? Das Leid der Betroffenen ist zum Teil unvorstellbar und der gesamte "volkswirtschaftliche Schaden", der durch unbehandelte psychische Störungen entsteht ist wahrscheinlich enorm.
Wenn die Problematik erstmal erkannt worden ist und publik gemacht wurde, werden sich Politik und Medien wieder vor lauter Aktivismus überschlagen, aber dann ist es schon wieder viel zu spät...leider.

#6 - 29.03.2017, 21:24 von -Psyc-

Unsinn

Wie schon im Artikel vermerkt, ist die Einführung von verpflichtenden zwei Sprechstunden pro Woche nicht die einzige Neuerung. Zusätzlich kommen verpflichtend 200 Minuten Telefonbereitschaft dazu. Natürlich unbezahlt. Eine psychologische Praxis wirft nicht genug ab, um eine Bürokraft einstellen zu können. Im Ergebnis heißt das, dass die Zeit für sechs Therapiestunden pro Woche nun anderweitig gebunden sind und der psychotherapeutischen Versorgung nicht mehr zur Verfügung stehen.
Wie das die Wartezeiten auf einen Therapieplatz verkürzen soll, kann mir mal einer erklären.

#7 - 29.03.2017, 22:04 von lothar63

Unsinn?

Das amateurhafte Rumgemurkse der Therapeuten hat erst zu der jetzt vorgeschriebenen telefonischen Erreichbarkeit geführt. Wenn Psyc Nr. 6 jetzt schreibt, dass er auf Therapiestunden zu ca 88 € verzichten will um eine Bürokraft für 20 € zu sparen, die ihn auch noch ansonsten entlasten könnte sagt das schon alles.

#8 - 29.03.2017, 22:23 von stellan0r

Relevanz

Zitat von steffen.ganzmann
Ein Psychiater muss noch kein Psychotherapeut sein (es gibt nämlich viele, die ihren Facharzt vor der letzten Änderung der Facharztausbildung machten) und ein Arzt für psychosomatische Medizin und Psychotherapie noch lange kein Psychiater. Brauchen Sie notfallmässsig einen Psychiater, es gibt genügend psychiatrische Klinken, die Ihnen gerne weiterhelfen ...
Aber darum geht es doch gar nicht (und Psychosomatiker sind darüber hinaus deutlich seltener als Fachärzte für Psychiatrie, welche von daher auch seltener in der Praxis im Notfall angesteuert werden würden (mal ganz davon abgesehen, dass der normale Patient in einer psychischen Krise in der Regel nicht zuerst einen Psychosomatiker aufsuchen würden)).
Der normale Patient weiß (zumindest am Anfang) in der Regel nicht mal was denn eigentlich der Unterschied zwischen diesen Berufsgruppen ist, bzw. dass es einen gibt.

Aber auch dies ist alles nicht Relevant auf meine Frage bezogen, wichtig wäre nur, ob diese Änderung nur Psychologen betrifft, oder ob das auch in irgendeiner Form in Zukunft bei den ärztlichen Psychotherapeuten (unabhängig von der absolvierten Facharztausbildung) berücksichtigt wird.

#9 - 29.03.2017, 22:40 von FraMe14

Ja, Unsinn!

Seit heute ist bekannt, dass die Sprechstunde und die Akuttherapie schlechter als eine normale Therapiesitzung dotiert wird. Schauen wir mal, wieviele Akuttherapien es künftig geben wird. :)

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