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Besuch beim Psychologen: Mangelware Mann

Corbis Männer suchen zunehmend Hilfe beim Psychologen - am liebsten bei einem Mann. Das könnte bald schwieriger werden: Der Anteil der Frauen unter den Therapeuten steigt drastisch.
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#1 - 12.04.2016, 09:59 von supergrobi123

Klarer Fall:

Wir brauchen eine gesetzlich vorgeschriebene Männerquote von 50%!
Es ist egal, ob so viele Männer den Job überhaupt machen wollen. Es ist egal, ob so viele Männer qualifiziert sind. Es ist auch egal, dass 70% der Kunden weiblichen Geschlechts sind. Die Quote wird das auf magische Weise regeln. So wie es auch die Frauenquote in anderen Bereichen tut. Richtig?

#2 - 12.04.2016, 10:07 von nettes Gespräch

das liegt an der Ausbildung, nicht an mangelndem Interesse

Das hat auch mit der Therapeutenausbildung zu tun - Stand heute kostet die ca. 20.000-30.000 €, dauert 3-5 Jahre in Vollzeit, und man verdient erst nach der Hälfte der Zeit mehr als 400€ im Monat.

Die meisten Frauen die das machen haben einen "normal" arbeitenden Partner, damit man zusammen über die Runden kommt.

Bei den Geschlechterrollen in unserer Gesellschaft ist das andersherum nicht besonders akzeptiert (Mann lässt sich "aushalten").

#3 - 12.04.2016, 10:12 von AHF84

Zitat von supergrobi123
Wir brauchen eine gesetzlich vorgeschriebene Männerquote von 50%! Es ist egal, ob so viele Männer den Job überhaupt machen wollen. Es ist egal, ob so viele Männer qualifiziert sind. Es ist auch egal, dass 70% der Kunden weiblichen Geschlechts sind. Die Quote wird das auf magische Weise regeln. So wie es auch die Frauenquote in anderen Bereichen tut. Richtig?
Das war mein erster Gedanke! Ohne Männerquote geht es hier nicht. Es sollte damit begonnen werden, dass offizielle Anlaufstellen für Psychologen von Männern besetzt werden. Gleichzeitig brauchen wir einen Einstellungsstopp für weibliche Absolventen im Bezug auf die Therapeutenausbildung.

Ich erwarte vom Gesetzgeber, das bei gleicher Eignung Männer bevorzugt werden, um den entsprechenden Anteil zu erhöhen. :)

#4 - 12.04.2016, 10:18 von fr3ih3it

Das Studium der Psychologie an einer normalen staatlichen Universität ist mit einem derart harten NC belegt den viele Männer die gerne in diese Richtung gehen ausbilden würden schlichtweg nicht schaffen. Das gleiche gilt für den Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie.

#5 - 12.04.2016, 10:19 von vhn

Zulassungsmöglichkeiten

Bin selbst männlicher Therapeut und habe trotzdem keine Möglichkeiten mich niederzulassen. Es gibt keine neuen Kassensitze und wenn einer einen abgibt, wird oft gemauschelt (Kassensitz wird vom Inhaber nur an bestimmte Person abgegeben, sonst zieht er das Angebot zurück). Bei der Vergabe des Kassensitzes zählt auch an aller erster Stelle das Approbationsalter, nicht das Geschlecht. Fakt ist, es gibt zu wenig männliche Therapeuten. Das kassenärztliche System ist allerdings so verkrustet und bürokratisiert. Da sehe ich wenig Chancen dem gegenzusteuern.

#6 - 12.04.2016, 10:22 von testuser2

Die Ursachen liegen schon im einseitigen Bildungssystem

Ich habe einen (musikalischen und zum Glück gut an das insgesamt weibliche Bildungssystem angepassten) Jungen und eine plietsche Tochter. Meine Einschätzung ist, dass eine Vernachlässigung der Jungen und eine einseitige Förderung der Mädchen heutzutage im Kindergarten beginnt und sich diese durch die Schulzeit hindurchzieht. Auch wenn es der Gerechtigkeit wegen inzwischen auch einen boys-Day gibt, die angebliche Notwendigkeit, Mädchen besonders fördern zu müssen, hat sich im Bewusssein der Pädagogen sehr stark festgesetzt und prägt den Kindergarten- und Schulalltag. Es ist also nicht verwunderlich, dass sich inzwischen die besseren Noten der Mädchen auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt haben, und der Anteil der männlichen Ärzte und Psychologen aufgrund des NC in den Studienfächern drastisch zurückgegangen ist. Die Art und Weise, wie männliche und weibliche Ärzte mit Menschen umgehen, ist nach meinem Empfinden tatsächlich unterschiedlich, auch wenn ich das nicht ganz in Worte fassen kann und aus der Sicht eines Mannes sage.

#7 - 12.04.2016, 10:32 von he.ro.lito

Heilpraktiker

Bin selber (männlicher) Heilpraktiker für Psychotherapie nach einer ca 6 Jahre langen Ausbildung und Prüfung. Damit habe ich natürlich keine Kassenzulassung. Trotz vielfacher Informationskampagnen bleibt die Praxis gähnend leer. Und so geht es vielen Kollegen, und -Innen auch.

#8 - 12.04.2016, 10:37 von Phil2302

"Viele Männer werden nach dem Studium nicht Therapeut, sondern gehen in die Wirtschaft und in die Personalführung. "Weil man dort besser verdient", sagt Dorrmann." So kommen übrigens die Gehaltsunterschiede zwischen Mann und Frau zustande. Das sind die fabulösen 20 %, von denen hier regelmäßig zu lesen ist.

#9 - 12.04.2016, 10:42 von mayazi

Logik

Zitat von nettes Gespräch
Das hat auch mit der Therapeutenausbildung zu tun - Stand heute kostet die ca. 20.000-30.000 €, dauert 3-5 Jahre in Vollzeit, und man verdient.....
Dann liegt es aber nicht an der Ausbildung, sondern an den Geschlechterrollen in unserer Gesellschaft.

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