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Besuch beim Psychologen: Mangelware Mann

Corbis Männer suchen zunehmend Hilfe beim Psychologen - am liebsten bei einem Mann. Das könnte bald schwieriger werden: Der Anteil der Frauen unter den Therapeuten steigt drastisch.
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#10 - 12.04.2016, 10:57 von Luna-lucia

ach ja, und die

Zitat von AHF84
Das war mein erster Gedanke! Ohne Männerquote geht es hier nicht. Es sollte damit begonnen werden, dass offizielle Anlaufstellen für Psychologen von Männern besetzt werden. Gleichzeitig brauchen wir einen Einstellungsstopp für weibliche Absolventen im Bezug auf die Therapeutenausbildung. Ich erwarte vom Gesetzgeber, das bei gleicher Eignung Männer bevorzugt werden, um den entsprechenden Anteil zu erhöhen. :)
freie Berufswahl gibts dann eben nicht mehr!

#11 - 12.04.2016, 11:08 von biber01

@Unsicherheit

Das immer femininere Bildungs- u. Erziehingssystem sozialisiert deutsche Jungen immer weiblicher. Ehemals als typisch männlich besetzte
Fähigkeiten u. Neigungen wie Durchsetzungsfähigkeit, Mut, Agressivität, Gewaltbereitschaft werden zunehmend aberzogen. Das führt dann zu Szenen wie Sylvester auf dem Kölner Hauptbahnhof. Es gab so gut wie keine Gegenwehr der anwesenden deutschen Männer (damit meine ich nicht die Politisten) gegen die sexuellen Übergriffe auf ihre Frauen. Vor 50 Jahren hätte das sicherlich anders ausgesehen.

#12 - 12.04.2016, 11:13 von alsterherr

Zitat von Luna-lucia
ach ja, und die freie Berufswahl gibts dann eben nicht mehr!
Womit Sie das beste Argument gegen die Frauenquote geliefert haben!

#13 - 12.04.2016, 11:17 von held_der_arbeit!

Bin selbst männlicher Psychologe

Und hadere aufgrund der beschriebenen Probleme mit der Therapeutenausbildung.
Keine Vergütung in der postgradualen Ausbildung trotz Master/Diplom bei horrenden Kosten fürs Institut, und danach nochmal 30-50000 für einen unsicheren Kassensitz.
Eine schwache, übermäßig verständnisvolle (weil aus Psychologen bestehende) Lobby tut wenig um das zu beheben.
Und gerade weibliche Kollegeninnen finden sich überdurchschnittlich häufig mit dieser Lösung ab, weil ja im Zweifel der Partner irgendeinen "Männerberuf" hat und voll verdient.
Es würde mich nicht wundern wenn sich das über kurz oder lang auch auf Psychologengehälter auswirkt (schon jetzt arbeiten viele zu Sozialpädagogensätzen).

Das vielzitierte Problem der Gender Pay Gap betrifft eben nicht Frauen per se, sondern Berufe in denen viele Frauen arbeiten.

Ich wünschte die Politik würde sich das mal zu Herzen nehmen

#14 - 12.04.2016, 11:18 von tpro

Interessant sind die Gründe:

"...Manche Themen, wie zum Beispiel den Bereich Sexualität und Partnerschaft, besprechen Männer eben lieber mit einem anderen Mann..."

Zu meiner Zeit gab es noch einen echten Freund, im richtigen Leben, mit dem man solche Sachen besprach. Keine 1000 "Freunde" bei Facebook.

Oder, als 25-jähriger der Alte zuhause, der mit seiner Lebenserfahrung einem erklären konnte, wie man 25 Jahre lang mit ein und derselben Frau zusammenleben kann und wie man im Leben gefährliche Klippen umschifft.

#15 - 12.04.2016, 11:32 von AHF84

Zitat von Luna-lucia
freie Berufswahl gibts dann eben nicht mehr!
Ich möchte nur darauf hinweisen, dass es eine gewisse Ironie in meinem ersten Post gab, den anscheinend nicht alle verstanden haben...

#16 - 12.04.2016, 11:42 von nettes Gespräch

Zitat von tpro
Interessant sind die Gründe: "...Manche Themen, wie zum Beispiel den Bereich Sexualität und Partnerschaft, .....
Ich bin der letzte der Psychotherapie in jeder Lebenskrise empfiehlt, aber wenn Sie an einer "echten" psychischen Störung leiden reicht häufig das Gespräch mit dem echten Freund oder dem Vater nicht mehr. Die Leute gehen ja nicht unbedingt "nur" wegen Partnerschaftsproblemen in Therapie. Aber Probleme in diesen Bereichen sind eben auch Teil der Psychotherapie, in der ja verschiedenste Lebensbereiche beleuchtet werden.

#17 - 12.04.2016, 11:43 von Eurokritischer Geist

Zuwenig Verdienst, Unterwerfung gefordert, weiblicher Masochismus

Wo ist der Beleg für die von Foristen aufgestellte Behauptung, dass mehr Frauen Psychotherapeuten werden, weil sie von ihrem normal verdienendem Mann während der Ausbildung unterstützt werden? Ich bin selbst Psychotherapeutin und habe das kaum angetroffen. Ich denke, die "Verweiblichung" hat andere Gründe. Mediziner, bei denen der Männeranteil traditionell höher ist, werden kaum noch Psychotherapeuten, seit die Weiterbildungsanforderungen genauso hoch sind wie bei anderen Fachärzten, man aber viel viel weniger verdient. So entscheiden sich hauptsächlich Psychologen für diesen Beruf und da ist der Frauenanteil höher. Es sind vor allem die vergleichsweise geringeren Verdienstmöglichkeiten und die Art der Ausbildung daran schuld, dass die Männer sich was anderes suchen. Die Ausbildung zum Psychotherapeuten zwingt einem nach einem langen Studium nochmals in einen Ausbildungsstatus, in dem man umsonst (!) arbeiten muss, ohne Status. Das erfordert einen gewissen Masochismus, den Frauen eher aufbringen. Grundsätzlich sehe ich diese Entwicklung mit Sorge, denn je mehr Frauen einen Beruf ausüben, umso mehr verliert er gesellschaftlich an Ansehen (s. Grundschullehrerinnen) und wird auch zunehmend schlechter bezahlt.

#18 - 12.04.2016, 12:10 von Jota.Nu

erst wenn...

...der letzte Mann strickend auf der Couch gelandet ist,
die Attribute des Männlichen völlig im Feminismus aufgegangen sind und
Erfolg im beruflichen Leben von Quoten abhängig geworden ist,
werdet ihr merken, dass degressive Geburtenzahlen in Deutschland genau damit zu tun haben!

Gleichberechtigung von Mann und Frau hat es schon immer gegeben!
Frauen sind die Mächtigen!
Männer sind die Starken!

Frauen müssen sich ihrer Macht wieder bewusst werden, so wie die Männer ihrer Stärke!
Anders geht es nicht!

#19 - 12.04.2016, 12:13 von Micael54

Schlechte Dienstleistung, schlechter Lohn

Wenn ich Probleme habe, dann will ich mich von jemandem beraten lassen, der mindestens 100.000 Euro im Jahr verdient, der Porsche fährt und ein Appartement im Trump-Tower in New York hat. Es nervt einfach, dass an Menschen Pädagogen und Psychologen herummurksen, die weniger verdienen als ein guter Automechaniker. Was hilft der Rat von jemandem, der auch nach fast 10-jähriger Ausbildung nicht in der Lage ist, wirklich gutes Geld zu verdienen? Jeder – auch ein Psychologe – kann sich dumm und dämlich verdienen, wenn er eine Dienstleistung mit großem Nutzen anbietet. Wer nach 10 Jahren Ausbildung genauso schlecht verdient wie ein Sozialpädagoge, der hat offensichtlich auch nicht mehr anzubieten.

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