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Besuch beim Psychologen: Mangelware Mann

Corbis Männer suchen zunehmend Hilfe beim Psychologen - am liebsten bei einem Mann. Das könnte bald schwieriger werden: Der Anteil der Frauen unter den Therapeuten steigt drastisch.
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#60 - 17.04.2016, 14:41 von herrgeisler

Hpp

Ich bin Heilpraktiker für Psychotherapie (HPP) und behandle (als Mann) Männer, Frauen und Kinder/Jugendliche gleichermaßen.
Ist mir noch nicht untergekommen, dass mich ein Mann augewählt hätte, weil ich auch einer bin.
Eher weil ich meist sehr kurzfristig Termine frei habe.

#61 - 17.04.2016, 15:31 von Hamberliner

Nicht nur wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.

Vor allem sind Quacksalber überrepräsentiert. Solche, die einen freundlich und saturiert anlächeln und kassieren, ohne etwas zu bewirken. Dieses unsägliche "Biofeedback"-Spielzeug gehört mit zu deren Instrumentarium. Es bewirkt rein gar nichts, mit einer Ausnahme: Dem Patienten wird sehr viel Zeit gestohlen.

Ich kann nur empfehlen darauf zu achten, dass der Psychotherapeut zuallererst einmal Arzt ist, am besten Neurologe, und um Psychologen und Psychologinnen, die nie Medizin studiert haben, einen großen Bogen zu machen. Es gibt zwar viele respektable Heilberufe, für die man nicht Arzt zu sein braucht, aber ausgrechnet eine Erkrankung, die so ernst ist dass sie einen das Leben kosten oder zumindest ruinieren kann, soll ohne Arzt therapierbar sein? Das wär doch bar jeder Plausibilität.

#62 - 17.04.2016, 15:41 von Psycho2030

Ein krankes System

Das Berufsfeld Psychotherapie krankt unabhängig von der Geschlechtsfrage an allen Ecken und Kanten.

1. Hürde: Um das Psychologiestudium überhaupt beginnen zu dürfen, sind ein 1,x-Schnitt im Abi oder viele Wartesemester nötig.
2. Hürde: Zulassung zum Masterstudium - ohne Bachelorabschlussnote von 1,x wirds schwierig, da es nicht genügend Masterplätze für alle Bachelors gibt.
3. Hürde: Teure, lange Therapeutenausbildung
4. Hürde: Nach 8-10 Jahren ist man approbierte/r Therapeut/in, aber muss trotzdem noch auf einen freiwerdenden Kassensitz warten...

#63 - 19.04.2016, 06:29 von Hamberliner

Zitat von AHF84
Ich möchte nur darauf hinweisen, dass es eine gewisse Ironie in meinem ersten Post gab, den anscheinend nicht alle verstanden haben...
Wie man das vermeidet steht in Punkt 9 der Netiquette.

#64 - 19.04.2016, 19:12 von Eurokritischer Geist

Zitat von Hamberliner
Vor allem sind Quacksalber überrepräsentiert. Solche, die einen freundlich und saturiert anlächeln und kassieren, ohne etwas zu bewirken. Dieses unsägliche "Biofeedback"-Spielzeug gehört mit zu deren Instrumentarium. Es bewirkt rein gar nichts, mit einer Ausnahme: Dem Patienten wird sehr viel Zeit gestohlen. Ich kann nur empfehlen darauf zu achten, dass der Psychotherapeut zuallererst einmal Arzt ist, am besten Neurologe, und um Psychologen und Psychologinnen, die nie Medizin studiert haben, einen großen Bogen zu machen. Es gibt zwar viele respektable Heilberufe, für die man nicht Arzt zu sein braucht, aber ausgrechnet eine Erkrankung, die so ernst ist dass sie einen das Leben kosten oder zumindest ruinieren kann, soll ohne Arzt therapierbar sein? Das wär doch bar jeder Plausibilität.
Es gibt viele Studien, die die Wirksamkeit von Psychotherapie belegen. Das war die Voraussetzung, damit Psychotherapie überhaupt von den Krankenkassen bezahlt wird. Es gibt jedoch keine Studien, die zeigen, dass Ärzte die besseren Psychotherapeuten sind. Psychologen lernen - im Gegensatz zu Medizinern - bereits während ihres Studiums viel über die menschliche Psyche, dazu kommt die Therapieausbildung. Ich bin etwas überrascht über das Niveau so mancher Beiträge hier. Ich würde doch erwarten, dass man nur zu Themen etwas schreibt, zu denen man etwas sagen kann, was über private Vorurteile und Lust an der Provokation hinausgeht.

#65 - 21.04.2016, 00:33 von practicus

Kein Wunder!

Zitat von he.ro.lito
Bin selber (männlicher) Heilpraktiker für Psychotherapie nach einer ca 6 Jahre langen Ausbildung und Prüfung. Damit habe ich natürlich keine Kassenzulassung. Trotz vielfacher Informationskampagnen bleibt die Praxis gähnend leer. Und so geht es vielen Kollegen, und -Innen auch.
Wenn Sie glauben, dass die amtsärztliche Überprüfung zum "Heilpraktiker, beschränkt auf Psychotherapie" den Abschluss eines Medizin- oder Psychologiestudiums und einer anschließenden, mindestens dreijährigen Therapieausbildung AM PATIENTEN ersetzen kann, ist das kein Wunder!
Was Sie da als "Ausbildung" bezeichnen, ist nichts weiter als die Vorbereitung auf die amtsärztliche "Überprüfung", ob ihr Tätigwerden die "Volksgesundheit gefährdet".
Aus diesem Grund machen Sie sich ja auch strafbar, wenn Sie sich als "Psychotherapeut" bezeichnen.
Ein "gähnend leeres Wartezimmer" zeigt immerhin, dass die Patienten sich nicht täuschen lassen!

#66 - 21.04.2016, 01:14 von practicus

klar - aber

ins RLV fällt die ohnehin lausig bezahlte Probatorik und alle sonstigen Beratungen. Die "antragspflichtigen" Leistungen machen nur einen Teil der Leistungen aus!
Allerdings sind im Psychotherapeutenhonorar auch Kosten für Praxisräume und med. Fachangestellte enthalten, die in der Praxis nie oder nie in dieser Höhe anfallen.
Ich betreibe als Allgemeinarzt in geringem Umfang Psychotherapie in einem angemieteten Therapieraum.
Wähend in meiner Allgemeinpraxis der Betriebskostenanteil am Umsatz über 55% beträgt, liegt dieser Posten in psychotherapeutischen Praxen - vor allem Gemeinschatspraxen - eher bei 20% oder weniger!
Bei der Psychotherapie liegt der Kostenanteil knapp unter 10%!
Ein Psychotherapeut erzielt also bei einem Umsatz von 100 k€ einen Überschuss von 80-90k€, während ein Arzt dafür einen Umsatz von 178-200 k€ erwirtschaften muss!

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