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Hausstaubmilben: Der Feind im Bett

SEBASTIAN KAULITZKI/ Science Photo Library/ Getty Images Sie mögen es feucht und warm, nisten zu Hunderttausenden in Matratzen und Decken: Hausstaubmilben lassen sich kaum aus dem Schlafzimmer verbannen. Für Allergiker werden sie zum morgendlichen Problem.
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#1 - 16.09.2019, 13:41 von Sibylle1969

Ich leide seit meiner Jugend an einer Hausstaubmilbenallergie. Leider hat mir damals in den 80er Jahren niemand gesagt, dass das dringend behandelt werden muss, so dass ich dachte, das sei lästig, aber harmlos.

So hatte ich im Laufe der Jahre den gefürchteten Etagenwechsel hin zum allergischen Asthma. Die Allergiebeschwerden wurden auch immer schlimmer mit den Jahren, wobei es im Winter immer am schlimmsten war. Zudem hatte ich ganz oft sehr unangenehmen Reizhusten. Morgens wachte ich stets mit einer total verstopften Nase auf. Anti-Allergiemittel wie Cetirizin waren bei mir entweder wirkungslos oder hatten zu starke Nebenwirkungen.

Verschreibungspflichtige Nasensprays wie Budenosid oder Nasonex half mir zwar sehr gut, verursachten mir bei längerer Anwendung aber so starkes Nasenbluten, dass ich es absetzen musste. Vor allem in Hotels waren die Beschwerden durch alte Matratzen, Vorhänge oder Teppichböden oft noch mal deutlich schlimmer als zuhause, wo ich weitgehend erfolgreich versucht hatte, die Milbenbelastung zu reduzieren. Die Ernährung hat keinen Einfluss bei mir, ich habe fast alle der im Internet kursierenden Tipps erfolglos ausprobiert, wonach bei ganz vielen angeblich die Allergie vollständig weggegangen sei, nachdem man auf Kuhmilch und Weizen verzichtet habe. Bei mir nicht... In meiner Verzweiflung habe ich auch alles mögliche an alternativmedizinischen Dingen ausprobiert, die aber alle komplett wirkungslos waren bei mir (kein Wunder, basiert deren Wirkung ja auch nur auf dem Placeboeffekt).

Was mir geholfen hat: 1. Neue Matratzen und neues Bettzeug gekauft und den milbendichten Spezialbezügen (Encasings) bezogen. Die Encasings und das Bettzeug muss zudem regelmäßig gewaschen werden. 2.Keine Teppichböden oder Teppiche in der Wohnung, sondern Laminat. Man muss mehrmals pro Woche saugen und feucht wischen, wobei der Staubsauger einen Staubbeutel mit HEPA-Filter haben sollte. 3. Keine Polstermöbel in der Wohnung. Ich habe auf Ledermöbel umgestellt. 4. Vor zweieinhalb Jahren habe ich endlich eine Desensibilisierung angefangen (die Ärzte waren unterschiedlicher Meinung, ob das bei mir sinnvoll sei oder nicht), und zwar mit dem Mittel Acarizax. Hier lässt man täglich eine Tablette unter der Zunge zergehen. Bisher bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die Allergiebeschwerden sind weniger geworden (ganz weg wird es natürlich nicht mehr gehen, weil ich es schon seit über 30 Jahren habe). Ich habe seit 2 Jahren keinerlei Reizhusten mehr gehabt und seit anderthalb Jahren keinen Atemwegsinfekt.

#2 - 16.09.2019, 14:17 von Leonia Bavariensis

Wichtige Hinweise fehlen

Da ich auch unter diversen Allergien leide, vermisse ich in dem Artikel so einige Tipps, die für mich hilfreich waren:
keine Bettfedern, sondern Hohlfaserfüllungen; keine Teppiche und auch keinen glatten Boden (da fliegen die Staubflocken möglicherweise in unzugängliche Ecken), sondern Sisal- oder Kokos-Bodenbeläge, wo sie festgehalten werden, bis der Staubsauger sie rausholt (außerdem sind diese Naturfasern gut für die Luftfeuchtigkeitsregulation).
Außerdem sollte man die Betten viel lüften, am besten hängt man die Bettdecken tagsüber irgendwo drüber (bei mir ist es eine Stange, die über Kopfhöhe quer von Wand zu Wand befestigt ist), statt das Bett zu machen und den Milben damit das perfekte Milieu zu bieten.

#3 - 16.09.2019, 15:37 von scherzischerzissimi

Ein Mittel gegen Hausstaubmilben ...

.. kann man sich selber anmischen. Neemöl, Isopropanol und Wasser vermischen, den Wirkstoff nach Dosieranleitung und die Hilfsflüssigkeiten 1 : 1. Damit die frischen Oberbetten und den Matrazenaufleger einsprühen, ebenso den Teppich. Das Neemöl ist ein Fraßgift für die Tiere, es lähmt ihren Verdauungstrakt und sie sterben. Seit über 20 Jahren gelingt es uns so, jegliche allergischen Attacken im Haus von uns fern zu halten. Die Rezeptur ist ein Nachbau des sündhaft teuren "Milbiol" aus der Apotheke. Die Menge Neemöl ist so gering und so gut verteilt, dass es nicht wahrnehmbar ist.

Ansonsten natürlich gut saugen, der früher propagierte glatte Boden ist kontrapoduktiv, weil er Stäube nicht bindet und sie immer wieder aufgewirbelt werden.

Seitdem sind bei uns Allergieschübe sehr selten und auch dann nur im Freien durch Pollenflug.

Gruß, ScherziScherzissimi

#4 - 16.09.2019, 17:49 von AZ1

Bettwäsche bei mindestens 60 Grad Celsius zu waschen

... ist leider schwierig geworden, seit die Waschmaschinen Energiesparen wichtiger nehmen müssen als Sauberkeit und Hygiene.

Konkret: Wenn man das Waschprogramm auf "60" stellt, wird das Wasser typischer Weise nicht auf 60 Grad erhitzt, sondern es wird deutlich kälter gewaschen. Um Keime zu töten empfiehlt es sich also, immer "Kochwäsche" einzustellen (die vom Gesetzgeber beabsichtigte Energieeinsparung ist dann natürlich dahin). Dann kann man hoffen, dass 60 Grad erreicht werden, aber nicht viel mehr als 60, damit die Wäsche nicht leidet.

#5 - 16.09.2019, 19:48 von wauz

Als erstes

sollte man sagen, dass die Hausstaubmilben eigentlich recht nützlich sind. denn sie sind Nahrungskonkurrenten der Schimmelpilze und verarbeiten die Mikro-Absonderungen der Menschen, also Schweiß, Fett Haut und Haare in eigentlich inerten Staub. leider sind in den Ausscheidungen der Milben auch einige Proteine enthalten, die bei manchen menschen das Immunsystem triggern. Diese Fehlreaktion nennt man Allergie. Und bei den Tierhaaren sind es auch nicht die haare selbst, sondern der Speichel, der sich beim Putzen der Tiere auf den Haaren absetzt.
Also kurz gesagt: die Milben machen nur ihren Job.

#6 - 16.09.2019, 20:39 von Little_Nemo

Zitat von scherzischerzissimi
.. kann man sich selber anmischen. Neemöl, Isopropanol und Wasser vermischen, den Wirkstoff nach Dosieranleitung und die Hilfsflüssigkeiten 1 : 1. Damit die frischen Oberbetten und den Matrazenaufleger einsprühen, ebenso den Teppich. Das Neemöl ist ein Fraßgift für die Tiere, es lähmt ihren Verdauungstrakt und sie sterben. Seit über 20 Jahren gelingt es uns so, jegliche allergischen Attacken im Haus von uns fern zu halten. Die Rezeptur ist ein Nachbau des sündhaft teuren "Milbiol" aus der Apotheke. Die Menge Neemöl ist so gering und so gut verteilt, dass es nicht wahrnehmbar ist. Ansonsten natürlich gut saugen, der früher propagierte glatte Boden ist kontrapoduktiv, weil er Stäube nicht bindet und sie immer wieder aufgewirbelt werden. Seitdem sind bei uns Allergieschübe sehr selten und auch dann nur im Freien durch Pollenflug. Gruß, ScherziScherzissimi
Dazu sollte allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass auch Niemöl nicht unproblematisch ist und Allergien auslösen kann. Experten raten daher meist davon ab.

Zum Artikel möchte ich noch anmerken, dass man beim morgendlichen Aufschütteln des Bettzeugs Vorsicht walten lassen sollte, denn dabei wird natürlich jede Menge Staub aufgewirbelt, den man nicht einatmen sollte. Eine Feinstaubmaske könnte hierbei (und auch beim Staubwischen und -saugen) zumindest Linderung verschaffen. In die Augen wird man den Staub aber trotzdem bekommen. Am besten wäre es, wenn man jemanden hätte, der das für einen macht. Aber das wäre wirklich Luxus.

#7 - 16.09.2019, 22:42 von chap1959

und wieder nur ein Artikel der beschreibt,

was alle Hausstaubmilbenallergiker schon wissen. Und wenn alles ausgeschöpft ist? Ich habe Ledersofas, Holzfussboden usw. usw.
Wer hat das Medikament, welches ultimativ für Abhilfe sorgt? Hgyposensensibilisierung ohne Erfolg, Sprays nur Kurzzeitlinderung; sogar OP der Nase ohne nennenswerte Erleichterung.
Vermutlich ist die Forschung und Entwicklung nicht vielversprechend in Bezug auf die Lukrativität. Sonst gäbe es schon längst ein Mittel. Ich wäre ein Käufer, weil mein Nase meist verstopft und mein Geschmackssinn damit meist nicht vorhanden ist.

#8 - 17.09.2019, 01:01 von halverhahn

Im Artikel einige grobe Fehler bzw Ungereimtheiten!

Milben sollen eine Temperatur von rund 25 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von etwa 70% bevorzugen?! Bzw gilt hier im Artikel als das „Optimum“?! Zum einen gibt es da völlig andere (fachliche) Einschätzungen zu... Deren Tenor lautet, so ab etwa 21 Grad und ab 50-60% Luftfeuchtigkeit und die Milben klatschen Beifall!
Zum anderen: wer hat in seinem (deutschen) Schlafzimmer dauerhaft 25 Grad und so eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit?! Im Zweifel niemand hier in D! Zumindest nicht längerfristig. Eher beträgt die Luftfeuchtigkeit in deutschen Wohnungen generell unter 50% oder gar noch unter 40%. Vor allem in der kühleren Jahreszeit sind viele Wohnungsinhaber gar noch bemüht, die Luftfeuchtigkeit auf ein höheres Level zu bekommen, damit Nase und Hals nicht so extrem austrocknen und damit Erkältungen womöglich einher gehen. Milben fühlen sich also auch bei moderateren Zimmertemperaturen und üblicher Luftfeuchtigkeit pudelwohl und vermehren sich dabei bestens!

Noch was: Teppiche sind bei Milbenallergiker eher zu bevorzugen. Teppiche „binden“ den Staub und man kann ihn inkl der Milben dann einfach absaugen. Bei Parkett, Laminat, Fließen und Co. wirbelt man dauernd den Staub wieder auf. Auch wenn man tagtäglich penibel putzen sollte...

#9 - 17.09.2019, 03:57 von fvaderno

Ein Rat, der leider nicht jedem hilft

Im Artikel steht, dass Wärme und Feuchtigkeit den lästigen Tierchen nutzen. Das Gegenteil ist Kälte. Wer es aus Energiespargründen verantworten kann, sollte das Schlafzimmer im Winter immer wieder auskühlen lassen. Die Viecher sterben ab. Vor wenigen Generationen schlief man im ungeheizten Schlafzimmer. Da dauerte es bis lange in den Sommer, bis sich die Population erholte und bald vom nächsten Winter wieder sterben musste. Auch in den Höhenlagen der Alpen oberhalb von 1.400 bis 1.700 m (Nördl. Alpen - Südl. Alpen) können die Biester nicht überleben.

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