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Psyche: Depression kann mit der Schilddrüse zusammenhängen

Getty Images/EyeEm Premium Depressionen und Angststörungen sind häufig, Schilddrüsenkrankheiten ebenso. Ärzte zeigen nun: Beides tritt auffällig oft zusammen auf. Die Erkenntnis kann Patienten helfen.
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#1 - 04.05.2018, 16:24 von held_der_arbeit!

Keine wirklich neue Erkenntnis

Das Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) depressive Symptome auslösen kann ist seit Jahren bekannt. Das das bei einer durch AIT verursachten Unterfunktion auch so ist, sollte niemanden überraschen

#2 - 04.05.2018, 16:50 von Nania

Wichtige...

... aber keine wirklich neue Erkenntnis. Wenn ich längere Zeit vergesse, meine Schilddrüsenmedikamente zu nehmen, dann merke ich das psychisch sofort. Auch meine Hausärztin wies schon vor zwei Jahren auf den Zusammenhang hin. Mit den Medis geht es mir deutlich besser - das bestätigt auch mein Umfeld.

Aber es freut mich, dass der Spiegel darüber berichtet, so verbreitet sich das Wissen weiter. Daher - neudeutsch: Thumbs up.

#3 - 04.05.2018, 16:51 von kurzanbinden

wichtige infos fehlen.

kommt jede SD Unterfunktion in Betracht? muss man die Untergrenze der Werte unterschreiten oder sollte man bei solchen Erkrankungen einfach versuchen die Werte zu optimieren? und welches anti depressiva ist durch die Bank gewichtsneutral?

#4 - 04.05.2018, 17:33 von mapcollect

Ist schon lange bekannt

insbesondere der Zusammenhang mit Panikattacken. Trotzdem scheint vielen Ärzten diese Korrelation unbekannt zu sein. Bei V.a. Depression oder Angstattacken sollte grundsätzlich der TSH Wert bestimmt werden.

#5 - 04.05.2018, 17:49 von chattagam

Zitat von kurzanbinden
kommt jede SD Unterfunktion in Betracht? muss man die Untergrenze der Werte unterschreiten oder sollte man bei solchen Erkrankungen einfach versuchen die Werte zu optimieren? und welches anti depressiva ist durch die Bank gewichtsneutral?
Am besten den (Haus)arzt Ihres Vertrauens fragen, da bekommen Sie die differenzierteste Antwort verständlich erklärt.
Ein Forum, indem es von Alternativ-paramedizinern, Schamanen und "böhseFarmalobby"-Verschwörungstheoretikern wimmelt, ist dafür nicht der RIchtige Ort.

#6 - 04.05.2018, 17:53 von dwg

Mit AIT ist wohl die Hashimoto Thyreoiditis gemeint. Diese geht im weiteren Verlauf in eine Schildrüsenunterfunktion über und diese ist zusammen mit den autoimmunen Prozessen seit langem für die genannten Symptome inklusive Depressionen bekannt. Dieses Wissen scheint aber nicht besonders verbreitet zu sein. Insbesondere wird auch gerne nur der Wert des TSH (Steuerhormon von der Hypophyse) genommen und dort nach recht weiten Grenzen geurteilt. Bei Hashimoto Thyreoiditis ist es jedenfalls sinnig auch die freien Schilddrüsenhormone T3 und T4 zu bestimmen und dafür zu sorgen, daß das TSH unter 1 bleibt. Das alles ist zwar nicht neu, aber schön, daß es publiziert wird.

#7 - 04.05.2018, 17:58 von rosenstein_marianne

Große Unwissenheit...

herrscht leider bei habt vielen Ärzten und ich selber kenne einige Frauen, bei denen nach Jahren der Treppe mit Antidepressiva erst festgestellt wurde, dass die Schilddrüse zu klein ist oder nicht funktioniert.
Nach Einstellung des ganzen hatte sich dann alles erledigt. Für Betroffene ist das einfach nur sehr schlimm.

#8 - 04.05.2018, 18:23 von reichsvernunft

Lange bekannt...

... selten verwandt. Gut, dass es hier mal publiziert wird. Wenn mir jemand sein depressives Leid klagt, jage ich den auch erstmal zum Arzt, Schilddryse, Blutzucker, Entzündungswerte, et cetera. Allein die Option, dass man nicht subjektiv "ein Versager" ist, der sein Leben nicht auf die Reihe kriegt, sondern vielleicht schlicht ein organisches Leiden, hilft vielen den Ersten Schritt zur Besserung zu tun anstatt sich zu verkriechen. Danke für diesen Beitrag.

#9 - 04.05.2018, 18:23 von einleservonvielen

Ursache und Wirkung - oder Wirkung und Wirkung?

Dass eine Überlastung des Stress-Systems (Trauma) in mehr Fällen zu Depressionen und Angststörungen als zu PTBS führt, ist seit einiger Zeit bekannt. Dass nach traumatischen Erfahrungen - mit mehreren Jahren Abstand - häufig Hashimoto, Diabetes II und andere körperliche Syndrome festgestellt werden, ist ebenfalls bekannt und die Wirkungszusammenhänge sind z. T. aufgeklärt (sofern man den Ausführungen von Prof. Ulrich Egle Glauben schenken darf). Auch der Zusammenhang zwischen Stressreaktion und Immunsystem ist gut belegt. Insofern scheint es am naheliegendsten, dass sowohl Depression und Angststörung wie auch Schilddrüsenfehlfunktion ein Resultat vorausgegangener Überlastungserfahrungen sind, die Trauma-therapeutisch behandelt werden sollten. Das wäre natürlich für die Forschungs-finanzierende Pharmaindustrie nicht besonders lukrativ, eine temporäre Trauma-Therapie anstelle einer lebenslänglichen Schilddrüsen-Medikamentengabe.
Und selbst wenn man diesen Zusammenhang nicht sehen will: warum sind die untersuchenden Mediziner nicht auf die Idee gekommen, dass die psychische Störung die Ursache und die Schilddrüsenfehlfunktion/Autoimmunreaktion die Folgewirkung ist? Der statistische Zusammenhang kann grundsätzlich in beide Richtungen interpretiert werden.

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