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Psychische Gesundheit von Großstädtern: Stadt, Land, Stress

DPA The City never sleeps - genau dieser Gedanke zieht viele Menschen in die Großstadt. Doch der Metropolenstress kann krank machen. Psychiater fordern, das Wissen bei der Stadtplanung zu berücksichtigen.
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#1 - 30.08.2013, 14:21 von urban4fun

Zitat von sysop
The City never sleeps - genau dieser Gedanke zieht viele Menschen in die Großstadt. Doch der Metropolenstress kann krank machen. Psychiater fordern, das Wissen bei der Stadtplanung zu berücksichtigen.
Dass breitere Gehwege wunderbar zum Wohlbefinden beitragen, kann jemand gut nachvollziehen, der die Städte Stuttgart (so eng und zugeparkt, dass manchmal nichtmal ein Kinderwagen durchkommt) und Dresden kennt. Die Unterschiede sind wie Tag und Nacht.

Von den ganzen anderen Faktoren, die Dresden als Residenzstadt und Stuttgart als Autostadt und Milliardengrube, unterscheiden, mal ganz zu schweigen.

#2 - 30.08.2013, 14:34 von firoforo

Stadtplanung und Psychiater

Um zu verstehen, dass Grillen im Park, ein Plausch mit dem Nachbarn, generell Gemeinschaft mit anderen Menschen, gut fürs Gemüt ist brauch ich keinen Psychiater. Nicht einmal ein Studium oder Schule. Jeder Stadplaner der den Menschen ins Zentrum stellt beherzigt sowas, - auch wenn in der Umsetzung Kompromisse gemacht werden müssen....

Jedenfalls sollten die Herren Psychiater sich mal über Stadplanung schlau machen, bevor sie das Rad neu erfinden wollen.

#3 - 30.08.2013, 14:48 von Schmidtchen Schleicher

Da hätte man auch mal Georg Simmel vor 100 Jahren fragen können, der hat schon ganz gut den Einflus von Großtädten auf das Geistesleben beschrieben. Auch könnte man ja mal eine soziologische Antwort auf psychische Probleme geben, da würde sich so mancher Psychologe wundern und vielleicht mal darüber nachdenken, was für einen Mist er da eigentlich schreibt. Ein guter Statistiker ist noch lang kein guter (Sozial-)Wissenschaftler oder Forscher

#4 - 30.08.2013, 14:50 von singlesylvia

Aus dem Artikel:
Zitat von
In London sei die Zahl der psychischen Erkrankungen bei Migranten aus der Karibik acht Mal so hoch wie bei Einheimischen.
Na so was! Und mit dem unterschiedlichen Klima und Kulturkreis hat das nichts zu tun? Oder warum wurde es nicht erwähnt?
Zitat von
Vermutlich deshalb würden beispielsweise Migranten, die in einem sozial schwächeren Viertel zusammen lebten, seltener psychisch krank als solche, die allein in einer besser gestellten Umgebung wohnten.
Zitat von
Andreas Heinz, Direktor der Charité-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, sieht in der aktiven sozialen Ausgrenzung von Einwanderern ein dringliches Problem.
Wenn er damit meint, dass die Einheimischen diejenigen sind, die ausgrenzen, dann soll er bitte schön auch davon sprechen, dass die Einwanderer sich schon selbst dadurch ausgrenzen, dass sie aus einem anderen Kulturkreis kommen, eine andere Sprache sprechen und deshalb lieber im eigenen sozialen Umfeld leben wollen. Sehr oft kommen die Einwanderer zudem noch aus Gegenden, wo kognitves Kapital keine Priorität ist.
Das hätte ich ihm auch ohne Studie aus Mannheim sagen können.
Aber nach dem zitierten Satz davor ist das Zusammenleben ja förderlich für die psychische Gesundheit. Wozu also die Aufregung?
Zitat von
Stadtplaner und Architekten sollten stärker mit Psychiatern zusammenarbeiten, so die Ansicht der Forscher.
Bullshit. Forscher sollte mal öfter aus ihrem Elfenbeinturm herabsteigen und die Realität erkennen. Dann würden sie sicher vorschlagen, dass Stadtplaner und Architekten mehr mit den Leuten zusammenarbeiten sollten, in deren Gegend sie ihr Machwerk zu realsieren gedenken. Dann braucht's auch keine groß und teuer angelegten Studien mehr.


Also, ich persönlich: Auf dem Land würde ich verrückt werden. Ich brauche den Stadtlärm um mich, damit ich weiß, dass nicht nur ich noch lebe, sondern dass auch noch Leben um mich herum ist. Eine Umgebung mit Friedhofs-Character ist mal ganz nett als Urlaub, aber ständig? Ich brauche die Möglichkeit, wenn ich plötzlich Lust darauf habe, dass ich innerhalb der Stadt schnell mal irgendwo hingelangen kann. Auch das Wissen, dass in der Stadt die Versorgungslage vielschichtiger und weitreichender ist, hilft sehr beim Wohlfühlen in der Stadt, die in meinem Fall Hamburg ist. Stadtstress? Depressionen? No way and far from it.

#5 - 30.08.2013, 14:57 von AmRande

optional

Für Berlin hieße dies im Gegenzug: Jugendzentren, Beratungsstellen und Begegnungsmöglichkeiten offen halten. Außerdem: Breitere Bürgersteige, die Platz für eine Bank vorm Haus bieten. Plätze, die zum einladenden Treffpunkt werden. Mehr Grünflächen und freie Blickachsen. Mehr Wege zu Fuß. "Jeder Plausch mit den Nachbarn tut gut", sagt Adli, und Heinz betont: "Ein Park, in dem gegrillt wird, bringt mehr als eine perfekte Grünanlage, in der 'Rasen betreten verboten' ist."

Berlin hat in weiten Teilen breitere Bürgersteige, als man sie in vielen anderen Städten findet. Dazu kommen für städtische Verhältnisse ausgedehnte Waldgebiete und Seen. In dieser Hinsicht kann man kaum mehr leisten.
Woran es Berlin ebenfalls nicht mangelt, sind Einwohner, die untergebracht werden wollen.
Freie Blickachsen, die auch noch mit Sicht auf Himmelsblau (Luxus!) verbunden wären, in einer (gerne mit Bürogebäuden) verbauten Großstadt zu schaffen, hieße Abriss in Innenstadtbezirken und Neubau in Randgebieten, also Gegenden, an denen man bis dato noch Himmel sah. Beides übrigens mit horrendem Lärm verbunden.
Was den kontinuierlichen Lärm und damit verbundenen Grundstress mindern würde, wären radikale Verkehrseindämmung zu Land und Luft, damit hätten wir dann die gewünschte Entschleunigung, sowie - schlicht und einfach - mehr Rücksichtsnahme im Zusammenleben. Letzteres sollte man vielleicht gemeinsam mit Stressmanagement als Schulfach einführen.

#6 - 30.08.2013, 14:57 von karteileiche007

Grünflächen

Toll wäre es, wenn die wenigen Grünflächen nicht ständig von lauffaulen Hundebesitzern als Gassigehplatz missbraucht werden würden. Das täte auch der Gesundheit der Hundebesitzer selbst ganz gut, wenn sie statt nur bis zum Spielplatz vor dem Haus mal ein paar Meter weiter bis zum nächsten Hundeplatz laufen würden. Dann könnten Eltern in der Stadt ihre Kinder auch mal wieder über die Grünflächen rennen lassen ohne am Abend die Hundekacke aus den Kinderschuhen kratzen zu müssen. Leider werden die Spielplätze auch zu Treffpunkten für saufende und rauchende Jugendliche (und tw. leider auch Eltern!) die es offensichtlich lustig finden, Kippen in Sandkästen zu werfen oder Spielgeräte zu zerstören. Kein Wunder also wenn schon Kinder verhaltensauffällig sind.

#7 - 30.08.2013, 15:18 von postmaterialist2011

Kleinstadt/Land kann Stress verursachen .

Mir geht es genau andersrum. Als Kind eher ländlich aufgewachsen, wohne ich seit über 20 Jahren ausschliesslich in Grossstädten. Selbst Tokio, welches an Urbanität kaum mehr zu überbieten ist würde ich jederzeit wieder einem Wohnort auf dem flachen Land vorziehen. In der Grossstadt kann man sich seine Freunde und Menschen mit ähnlichen Interessen und Hobbies aussuchen, in der Pampa muss man mit Leuten die in der Nachbarschaft wohnen oder Personen mit denen man die Schulbank teilte vorliebnehmen. Soziale Kontrolle, mangelndes Kunst- und Kulturprogramm, beschränkte Einkaufsmöglichkeiten, Engstirnigkeit und Gruppenzwang sind weitere Punkte, die mich auf dem Land eher nerven würden. Was gibt es Schöneres als nach einer harten Arbeitswoche ins Theater, in ein Originalsprachenkino, ein exotisches Restaurant oder in eine Bar zu gehen und dort nicht immer die gleichen Gesichter zu sehen ?

#8 - 30.08.2013, 16:10 von mischpot

Der Stadtneurotiker

gerade Psychater sind Opfer des dumpfen Rhytmus einer Stadt, dafür können viele Ihre Spleens ausleben und fühlen sich pudelwohl. Oder stellen Sie sich mal die vielen Selbstdarsteller einer Stadt auf dem Land vor.

#9 - 30.08.2013, 16:51 von Boone

Lärm

Es ist der Lärm. 99% dieses Stresses wird durch Lärm verursacht und Lärm ist Verkehrr plus fehlendes Grün und zuviel Beton. Nur ist das alter Käse. Jeder weiß es, aber es wird dennoch nicht verändert, weil zu teuer und so wird unser Geldsystem, was wir partout nicht aufgeben wollen, zu unserem tödlichen Fluch.
Wir wär´s mal mit aufwachen?

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