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Psychologie: Anleitung zum Glücklichsein

Getty Images/ Caiaimage Glück und Zufriedenheit, darauf hoffen viele fürs kommende Jahr Eine Glücksforscherin erklärt, was jeder selbst tun kann, damit der Wunsch in Erfüllung geht.
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#1 - 30.12.2016, 15:31 von toskana2

Anleitung?!

Eine Anleitung für unser Glück kann es gar nicht geben.
Weil jede "Anleitung" dieser Art über den Kopf läuft.
Ob wir glücklich oder unglücklich werden,darüber entscheidet ausschließlich die Schicksalsgöttin Tyche!

#2 - 30.12.2016, 15:54 von Sabin Chen

Ich empfehle dazu das Buch "Anleitung zum Unglücklich sein" ! Ein grandioses Meisterwerk. Beim Lesen des Artikels hab ich mich gefragt, warum ich prinzipiell kurz vor Abschluss einer Aktion das Interesse verliere und mich etwas Neuem zuwende? Wird bei mir zu früh ausgeschüttet? Meist muss mein Mann meine sämtlichen Baustellen zu Ende bringen..

#3 - 30.12.2016, 16:25 von Pfaffenwinkel

Nicht schon wieder

Es gibt Bücher wie Sand am Meer, die uns sagen wollen, wie man glücklich wird. Die meisten sind nichtssagend wie die täglichen Horoskope.

#4 - 30.12.2016, 16:35 von StefanZ..

Glücklichsein mit Erfolgsgarantie

Die aufgezählten Punkte sind alle nützlich, aber doch recht vage, um die Sache nachhaltig anzugehen. Im Grunde gibt es nur zwei Aufgaben. Erstens, den im Artikel erwähnten Sinn des Lebens zu erforschen und schlussendlich zu erkennen. Dabei geht es nicht um x-beliebige Hobbies, Geld- Macht- oder Vergnügungsmaximierungen und dergleichen, sondern um die persönliche Weiterentwicklung/Evolution zu einem besseren Menschen, und auf dieser Basis aufbauend Hilfe für Mitlebewesen. Der zweite Punkt ist das Erlernen von ausgeglichen positiven Denkweisen verbunden mit dem bewussten kontrollieren von eigenen Gedanken und daraus entstehenden Gefühlen. So kann man sich in den meisten Fällen selbst aus Depressionen herausarbeiten, ohne Spezialisten hinzuzuziehen. Meine Leseempfehlung dazu ist: Die Macht der Gedanken von Eduard Albert Meier.

#5 - 30.12.2016, 16:53 von fpa

eigentlich alles richtig - nur ...

"Wie Glück entsteht und andauert, ...:
Selbstakzeptanz, soziale Beziehungen, Autonomie, Lebenszweck, aktive Umweltgestaltung, persönliches Wachstum."
Genau so ist es. Die Begründung jedoch, einfach nur hanebüchen.

Das mit dem Dopamin als Glückshormon ist einfach nicht aus den Köpfen herauszubringen, eine hartnäckige Mär wie die vom massiven Eisen im Spinat. Dopamin ist nicht etwa die Substanz, die nach einem Erfolg ein Glücksempfinden auslöst, sondern eine Substanz, die bereits bei der Hoffnung bzw, der Erwartung des Erfolgsglücks ausgeschüttet wird und uns so überhaupt erst arbeitsfähig macht. (Dazu empfehle ich diesen Youtube Clip von Prof. Robert M. Sapolsky https://www.youtube.com/watch?v=axrywDP9Ii0 ). Langeweile und Demotivation, aber auch chronische Unzufriedenheit, sind nicht etwa die Ursache , sondern die Folge von Dopaminmangel. Statt "Glücks-Hormon" sonnte man Dopamin besser "Motivations-Hormon" nennen.

Auch das Gleichsetzen von Glück und Zufriedenheit ist durchaus problematisch. Zufriedenheit hat viel mit Dopamin zu tun, Glück eher mit ß-Endorphin, also körpereigenem Morphium. Diese primär schmerzlindernde Substanz wird stets zusammen mit dem Stressregulierer ACTH gebildet, einem Botenstoff vom Gehirn zur Nebenniere, damit diese die körperlich (evolutionär) sinnvollen Maßnahmen zur Bewältigung der Stressreduktion einleitet. (Hier empfehle ich das Buch von Sapolsky "Warum Zebras keine Migräne kriegen".) Entsprechend verzahnt ist Glück mit Stress, mit wenig vorhandenem Disstress, ausreichend vorhandenem Eustress und einem gut funktionierendem Stressverarbeitungssystem (HPA-Achse).

Und jetzt kommt leider die Crux, weshalb man absolut sinnvolle Regeln nicht so einfach zu simplen Rezepten gemacht werden dürfen: Sowohl bei dem Ruhe-Dopamin-Level als auch bei der der HPA-Achse ist jeder Mensch individuell, beeinflusst sowohl von seinen Genen, wie auch von den Erfahrungen seines Lebens. (Beispiel 1: Vererbung/Dopamin/ADHS; Beispiel 2: Traumata/Stressverarbeitung/Junkee) D.h. die obigen sehr richtigen Empfehlungen können immer nur einen Rahmen schaffen, ein Klima aber nie ein Wetter. Die resultierenden Glücks- bzw. Erfolgserlebnisse kommen nicht unmittelbar, man verbessert damit nur die Chance, sie überhaupt einmal erleben zu können.

Jener Artikel lässt leider einen Schluss: "Nicht glücklich? Selbst Schuld!" zu. Und das gehört zu den Schlimmsten, das man Menschen mit dauerhaftem nicht-glücklich-und-zufrieden-sein antun kann. Schon beim ersten Punkt: Wie soll den bitte Selbstakzeptanz gelingen, wenn Fremdakzeptanz nicht da ist.

#6 - 30.12.2016, 17:29 von freiheitimherzen

zum Schießen

Zitat von fpa
... Schon beim ersten Punkt: Wie soll den bitte Selbstakzeptanz gelingen, wenn Fremdakzeptanz nicht da ist.
Sehr geehrter fpa,

Sie zäumen Ihre Pferde auch gerne von hinten auf, nicht wahr?

Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Wie sollen andere Sie akzeptieren, wenn Sie selbst es schon nicht können?

Und aus einer anderen Ecke gibt es auch noch guten Rat: Vor Schwätzern ist Vorsicht geboten, sie sind nicht vertrauenswürdig. Gilt zwar nicht 100%ig, hat aber eine hohe Trefferquote.

Viele Grüße
;-)

#7 - 30.12.2016, 17:37 von freiheitimherzen

Glücksforscherin?

Die Dame muß wohl noch eine Weile forschen, bevor Sie damit wirklich glücklich werden kann.

Die wirklichen Experten in Sachen Glück findet man im Buddhismus. Die haben einige Jahrtausende Erfahrung und Erfolge darin Menschen glücklich zu machen.

Und die sagen u.a., daß das Ziel der Aktivitäten immer der größtmögliche Nutzen für die größtmögliche Anzahl Menschen über den größtmöglichen Zeitraum sein soll.

Sonst wird das nichts.

Viele Grüße

#8 - 30.12.2016, 17:57 von herm16

Spon

Foristen aufmerksam lesen. Dann gibt es vielleicht weniger negatives.

#9 - 30.12.2016, 18:06 von fpa

Natürlich sind das sich ständig gegenseitig ergänzende Prozesse.

Zitat von freiheitimherzen
Sie zäumen Ihre Pferde auch gerne von hinten auf, nicht wahr? Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Wie sollen andere Sie akzeptieren, wenn Sie selbst es schon nicht können?
Aber wem fällt es am leichtesten, damit anzufangen?

Doch erst noch mal zur Wiederholung. Es lohnt sich wirklich Sapolsky's Vorträge zur Verhaltensbiologie anzuschauen, egal ob als Kurzclips oder als 24-teilige Vorlesung von der Stanford University. Und wenn Sie seine Aussagen dann besser als ich knapp formulieren könnten, ich wäre Ihnen sehr dankbar dafür.

Aber auch mit einem rein psychologischen Ansatz kommt nicht wirklich etwas anderes dabei heraus. Nehmen wir Eysencks "Big Five", und dort die Persönlichkeitseigenschaft "Neurotizismus". https://de.wikipedia.org/wiki/Neurotizismus , wo es eben auch um glücklich sein und zufrieden sein geht.

Wo man auf dieser Achse steht, das ist leider ziemlich stabil über das ganze Leben. D.h. aber nicht, dass man in Sachen Resilienz nichts zum Positiven verändern könnte. Nur der eine hat's (z.B. diese Selbstakzeptanz) quasi von Kindheit an, ohne selbst wirklich etwas dafür tun zu müssen. Und der nächste muss dafür unsagbar hart an sich arbeiten.

Und der erste hat keinerlei Grund stolz auf sich zu sein. Ja er sollte sich sogar schämen, wenn er die Schwierigkeiten und Mühen des anderen in Sachen Selbstakzeptanz einfach nicht sehen will, sondern ihn noch dadurch mit "selbst Schuld" kritisiert, indem er ihm seine eigene gar nicht erworbene, sondern von seinen Eltern geschenkte Selbstakzeptanz als leuchtendes Vorbild entgegenhält, mit einem "Mach's nur so wie ich, dann hast du keine Probleme."

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