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Schwangerschaftsabbrüche: Hadern Sie damit, dass Sie ungeborenes Leben beenden?

Bert Bostelmann / DER SPIEGEL Frauenärztin Nora Szasz ist angeklagt, gegen das Werbeverbot für Abtreibungen verstoßen zu haben. Hier erklärt sie, warum sie die Eingriffe vornimmt und dass strengere Gesetze nicht die Zahl der Abbrüche senken.
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#1 - 23.03.2018, 12:08 von seamanslife

an Scheinheiligkeit ist unsere Politik/Justiz nicht zu überbieten

Heute morgen gegen 05:00 Uhr hat in Schwerin eine Zeitungszustellerin ein ca. 2 Stunden altes Baby vor einem Hauseingang eines Mehrfamilienhauses bei ca. 0° Außentemp. gefunden.
Schwangerschaftsabbruch wird durch wen auch kriminalisiert. Jedenfalls ist der Klerus und die CDU mit dabei, christlich halt.

#2 - 23.03.2018, 12:11 von viceman

uns blüht ,

wieder mal tiefstes mittelalter. diese sog. lebensschützer sind doch einfach nur religiös verbrämte eiferer, die mit dem echten leben sowieso nichts am hut haben. meiner meinung nach gibt es genug menschen auf der welt und da sollte man nicht noch " ungewollte, ungeliebte kinder " in die welt setzen. solange man mit kindern, behinderten kindern sowie , materiell ausgegrenzt wird , solange kinder ein riesiges finanzielles risiko darstellen, muss es neben der möglichkeit zum schwangerschaftsabbruf auch die möglichkeit geben, sich dazu zu informieren.... wer das als werbung auslegt und es gerichtlich verfolgen läßt, der ist ein unmensch, meine meinung!

#3 - 23.03.2018, 12:14 von Glückspilz

Hochachtung ..

.. für Ärzte/innen die Humanität und Professionalität verbinden. Das sie dafür jetzt auch noch vors Gericht gezerrt werden finde ich fürchterlich. Gäbe es mehr solche Menschen wie Frau Szasz, wäre die Welt eine bessere.

#4 - 23.03.2018, 12:15 von olli0816

Man sollte diesen Paragraphen streichen

Werbung für Abtreibungen machen halte ich sowieso für eine sinnlose Sache, weil sicherlich kaum eine Frau diese "Dienstleistung" mit großer Freude in Anspruch nimmt. Ich bin mir sicher, dass der größte Teil der Frauen, die abtreiben, ziemlich viele Gedanken damit verbracht haben, ob sie es tun. Und diejenigen, die es auf die leichte Schulter nehmen, werden es mit und ohne Werbung genauso vornehmen lassen. Ärzte zu kriminalisieren, weil sie diesen Eingriff vornehmen und darüber informieren, dass sie es tun, ist nicht richtig. Eine Frau, die in eine solche Situation kommt, muss die Möglichkeit haben, sich völlig neutral zu informieren und den Arzt aussuchen können, wo sie sich am besten aufgehoben fühlt.

Man kann zwar den Beratungstermin durchaus voranstellen, er sollte aber keine Inquisition sein, sondern die Frau über die Möglichkeiten neutral aufklären. Ich stelle mir eine Situation absurd vor, wo eine Frau vergewaltigt und dadurch schwanger wurde, wie sie in einem Beratungstermin sitzt, wo ihr erklärt wird, wie schön es sei, eine Mutter zu sein. Der Gedanke lässt mich frösteln.

Das Gesetz kommt mir vor wie ein Relikt aus den 50er-Jahren. Fehlt nur noch die Clementine, bei der alles so porentief weiß ist. Leute, wir befinden uns im Jahr 2018 und Abtreibungen sollten alleine die Sache derer sein, die es angeht. Keine außenstehenden Menschen oder der Staat darf hier etwas zu sagen haben, die geht es schlicht nichts an.

#5 - 23.03.2018, 12:15 von Hirschkuh 48

nein, natürlich hadere ich nicht...

es ist ein Zellhaufen. Biologie, sonst nichts. Kein Geschenk Gottes.
Als nicht erwünschtes Kind aufzuwachsen ist die größere Bürde, als erst gar nicht geboren zu werden.

#6 - 23.03.2018, 12:22 von st.peterording

Moralvorstellungen von vorgestern

Das Verhalten der SPD ist sehr entäuschend. Dass sich die CDU/CSU unter dem Einfluss der Kirchen an Moralvorstellungen aus der Bronzezeit orientiert ist natürlich noch schlimmer.
Ein Gesetz, das im Kern die Hilfeleistung für Frauen in Notsituationen immens erschwert, gehört ganz einfach abgeschafft.
Die Schwangerschaftsunterbrechung im frühen Stadium ist keine Kindstötung. Beim Embryo handelt es sich um einen Zellhaufen ohne wesentliche Merkmale eines Menschens (Nervensystem, Stoffwechsel, Bewußtsein, Leidensfähigkeit usw.). Was sollen diese üblen Parolen von selbst ernannten Lebensschützern?

#7 - 23.03.2018, 12:28 von M. Michaelis

Das Problem ist dass der Begriff Notsituation sehr weit gefasst ist. Im engeren Sinne gibt es in Deutschland kaum Notsituationen. In der Regel werden Abtreibungen vorgenommen weil die Frauen überfordert sind, die Schwangerschaft nicht in die Lebensplanung passt oder Lebenspartner oder Familien Druck ausüben. Ein weiterer grosser Bereich sind Behinderungen des Kindes.

Ein weiteres Problem ist dass Abtreibungen eigentlich der ärztlichen Aufgabe zuwiderlaufen da dieses nicht auf den Erhalt von Leben und nicht dessen Tötung ausgerichtet sein soll. Schwangerschaft ist keine behandlungsbedürftige Krankheit.

#8 - 23.03.2018, 12:30 von buddha2709

Kraft

Ich wünsche den Ärztinnen , die sich für ein verantwortungsvolles Abtreibungsrecht einsetzen, viel Kraft. Engelmacherinnen sind Allerletzte was wir brauchen.

#9 - 23.03.2018, 12:32 von k.dick

Vorwärts in die Zukunft, zurück ins Mittelalter

Ich erkläre meine volle Solidarität mit Frau Dr. Szazs. Der Bauch einer Frau, gehört der Frau. Wenn unsere Gesellschaft nicht die Rahmenbedingungen schaffen will, dass sich mehr Menschen für Kinder entscheiden, dann ist es halt so, dass sich auch Frauen entsprechend ihrer persönlichen Situation für den Schwangerschaftsabbruch entscheiden. Was für eine gesetzliche Moral: Wir werben für Panzer und Kriegsschiffe, wir liefern Waffen in den Niger um Flüchtlinge mit unseren Waffen zu töten. Und hier tun wir alles um Frauen schwere Entscheidungen auch noch so schwer wie möglich zu machen. Aber wir stellen eine Ärztin die sich in den Dienst von Menschen stellt und zwar den existierenden vor Gericht. Diese Gesellschaft ist echt krank.

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