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Spätfolgen der Impfangst: Masern weltweit auf dem Vormarsch

Corbis Masern waren eine der meistgefürchteten und tödlichsten Seuchen der Welt. Dann kam die Impfung, und der Schrecken der vermeintlichen Kinderkrankheit geriet in Vergessenheit. Jetzt breiten sich die Viren auch in Deutschland wieder aus - als Spätfolge von Impfmüdigkeit und Fehlinformationen.
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#1 - 20.05.2013, 18:46 von Nevermeind

Zitat von sysop
(...) Jetzt breiten sich die Viren auch in Deutschland wieder aus - als Spätfolge von Impfmüdigkeit und Fehlinformationen.(...)
Mich wuerde brennend interessieren, ob dieser Zusammenhang so stimmt.

Geimpft wird zwar seit den 1970er-Jahren, verstaerkte Impfkampagnen gibt es aber erst seit wenigen Jahren. Gleichzeitig sei Impfmuedigkeit zu beobachten, so als ob seit Jahrzehnten fleissig geimpft worden waere und jetzt ploetzlich ein Umdenken erfolgte.

Auch zu meiner Masern-Zeit Ende der 1960er-Jahre galten Masern als gefaehrlich, an diese Warnungen kann ich mich noch genau erinnern. Es hiess aber stets, man muesse eben diese Kinderkrankheit auch als Kind haben, sonst koenne eine Ansteckung als Erwachsener gefaehrlich werden.

Wie viele schwere Verlaeufe mit Masern gab es denn 1968 und wie viele gibt es heute?

#2 - 20.05.2013, 19:39 von tr1n1ty_

Mich hatte es mit 20 erwischt

Da bei mir die Masernimpfung aus unbekannten Gründen vergessen wurde - Jeder dachte, ich sei geimpft - hatte ich mit 20 das zweifelhafte Vergnügen an Masern zu erkranken.

Es ist glimpflich abgelaufen. Allerdings entsinne ich mich, dass als Folge anschwellenden der Pusteln meine Halskette mir plötzlich die Luft abschnürte, sodass ich panisch aufgewacht bin und mit einem Messer diese abgeschnitten habe. Eng lag diese zuvor nicht an.

Sicherlich ist jegliche Impfung nicht von Schaden für die Pharmaindustrie. Für mich jedoch auch nicht. Aus quasi "religiösen" Gründen seinen Kindern Schutz zu verweigern, finde ich unverantwortlich.

#3 - 20.05.2013, 19:41 von Frittenbude

Panikmache

Zitat von sysop
...Völlig unumstritten ist dagegen, dass Masern auch bei ausreichender gesundheitlicher Versorgung ein hohes Risiko darstellen: Komplikationen und schwere Krankheitsverläufe sind häufig, bleibende Schädigungen nicht selten...
Es ist sehr wohl umstritten, wie gefährlich eine Masernerkrankung im Kindesalter tatsächlich ist, auch unter Fachleuten/Kinderärzten.

Unumstritten dürfte hingegen sein, dass die Impfung einen trügerischen Schutz bietet - versäumt man später als Erwachsener, die Impfung aufzufrischen, gehört man zur echten Risikogruppe mit den schweren Krankheitsverläufen. Die üblicherweise harmlose Erkrankung im Kindesalter schützt hingegen ein Leben lang.

Wenn im Artikel einfach behauptet wird, natürlich ohne konkrete Zahlen zu nennen, "Komplikationen sind häufig", so ist das schlicht Panikmache und einfach schlechter Journalismus.

#4 - 20.05.2013, 20:06 von yrickoff

Sterblichkeit und Spätfolgen

Die Todesrate liegt etwa bei 1 zu 500 bis 1 zu 1000. Das Risiko für Spätfolge (Gehirnhautentzündung, Taubheit etc.) bei 1 zu 100 bis 1 zu 500. Ohne Impfung, als bis in die 50er im Westen, erkrankten bis zu 350.000 jährlich in Europa und bis zu 500.000 in Amerika. Nicht umsonst heißt die Krankheit auch der rote Tot.
Nicht zu impfen ist Wahnsinn und erklärt sich nur aus öko-esoterischen Gründen und ist ohne Fakten.

#5 - 20.05.2013, 20:10 von petrapanther

Zitat von Nevermeind
Mich wuerde brennend interessieren, ob dieser Zusammenhang so stimmt. Geimpft wird zwar seit den 1970er-Jahren, verstaerkte Impfkampagnen gibt es aber erst seit wenigen Jahren.
Das ist falsch. In Grossbritannien wird seit 1988 geimpft.

Zitat von Nevermeind
Gleichzeitig sei Impfmuedigkeit zu beobachten, so als ob seit Jahrzehnten fleissig geimpft worden waere und jetzt ploetzlich ein Umdenken erfolgte.
Ja, sicher! So steht es auch im Artikel - in den Neunziger Jahren lag die Impfrate in England bei über 90%, nach der berüchtigten Wakefield-Studie fiel sie dramatisch:

MMR vaccine uptake statistics for England

Zitat von Nevermeind
Auch zu meiner Masern-Zeit Ende der 1960er-Jahre galten Masern als gefaehrlich, an diese Warnungen kann ich mich noch genau erinnern. Es hiess aber stets, man muesse eben diese Kinderkrankheit auch als Kind haben, sonst koenne eine Ansteckung als Erwachsener gefaehrlich werden. Wie viele schwere Verlaeufe mit Masern gab es denn 1968 und wie viele gibt es heute?
Laut WHO sterben jeden Tag 430 Kinder an Masern. Diese Todesfälle wären durch Impfungen leicht zu vermeiden.

WHO | Measles

#6 - 20.05.2013, 20:12 von Incubus6

Zitat von Frittenbude
Unumstritten dürfte hingegen sein, dass die Impfung einen trügerischen Schutz bietet - versäumt man später als Erwachsener, die Impfung aufzufrischen, gehört man zur echten Risikogruppe mit den schweren Krankheitsverläufen. Die üblicherweise harmlose Erkrankung im Kindesalter schützt hingegen ein Leben lang.
Nicht nachvollziehbar ihr Behauptung
Zitat von Frittenbude
Wenn im Artikel einfach behauptet wird, natürlich ohne konkrete Zahlen zu nennen, "Komplikationen sind häufig", so ist das schlicht Panikmache und einfach schlechter Journalismus.
Nein, Masern sind NIE harmlos und können schwerste Schäden verursachen

#7 - 20.05.2013, 20:20 von agua

Zu #1 Nevermeind

Es ist ein schwieriges Thema.Ich bin auch noch ein Jahrgang,der nicht gegen Kinderkrankheiten geimpft wurde.Alle,auch Masern,verliefen ohne Komplikationen.Ebenfalls bei den Nachbarskindern.Die ersten Kinderkrankheiten mit den befürchteten Komplikationen sah ich während meiner Ausbildung.In den meisten Fällen waren es Kinder bei denen aus dem Impfausweis ersichtlich war,dass sie geimpft waren.Dies hat mich zu einem Impfskeptiker gemacht.Meinen Sohn habe ich nicht gegen alle Krankheiten impfen lassen.Er hatte Masern und Windpocken ,zum Glück auch ohne Komplikationen.Hier in Portugal müssen die Eltern bei der Aufnahme in den Kindergarten alle Impfungen vorweisen können,gegebenfalls nachholen,wenn Impfungen nicht erfolgten.Somit sind alle Kinder eigentlich geimpft.Dennoch kommt es vor,dass Kindergartengruppen oder Klassen der Grundschule geschlossen werden,weil Windpocken oder Masern grassieren.Dies bedürfte nun einer Erklärung.?

#8 - 20.05.2013, 20:27 von my5cent

Warum gibt es keine valide Studien?

Und mich würde interessieren, warum es zum Thema Impfen keine randomisierte doppelt-verblindete, Placebo-kontrollierte Studien zum Thema Impfen gibt, obwohl diese für die Zulassung von Medikamenten eigentlich vorgeschrieben sind. Immerhin werden alleine in Deutschland jährlich 40000000 (40 Mio.) Impfdosen verimpft und das ohne valide Wirksamkeitsstudien.
Auch frag ich mich, warum z.B. in der Schweiz 1997 6400 Personen an Masern erkrankten, obwohl 75% davon gegen Masern geimpft waren.
Und warum wird man nicht darüber informiert, dass Personen, welche gegen Masern frisch geimpft sind, andere Personen mit Masern infizieren können (wegen Lebendimpfstoff)?
Und warum wird man nicht darüber informiert, dass nach Schätzungen des Paul-Ehrlich-Instituts nur ca. 5% aller Impfschäden gemeldet werden?
Fragen über Fragen und der Artikel gleicht eher einem Faltblatt der Stiko. Ein Hoch auf diese journalistische Arbeit.

#9 - 20.05.2013, 20:30 von DieButter

Schwerer Irrtum

Es ist allgemein bekannt, daß Masern im Erwachsenenalter oftmals schwerer verlaufen, als in der Kindheit.
Was viele zu dem Trugschluß verleitet, daß man Kinder lieber gezielt damit infizieren sollte, damit man später nicht zu den Erwachsenen mit den bösen Folgen zählt.
Dies ist BULLSHIT!
Masern ist eine hochansteckende Seuche, die auch im Kindesalter tödlich verlaufen kann und sogar über die sog. "subakute sklerosierende Panenzephalitis" erst im Erwachsenenalter dann auftritt. Es gibt keine Heilung dagegen, kein Antibiotikum, keine Hilfe, außer die Impfung, sonst stirbt man einen siechenden, jammervollen Tod. Und es kann jeden treffen, es ist bloß Zufall, wenn man davon im Krankheitsfall verschont bleibt.
Und gegen alle Komplikationen, die eine Masernerkrankung auslösen kann, reicht die regelmäßige Impfung. Sofern alle, mit genug Menschenverstand, mal den "Arsch in der Hose haben" regelmäßig durchgeimpft würde, dann könnte man diese Seuche sogar ausrotten. Das würde bedeuten: Keine Impfung mehr nötig, keine gezielte Ansteckung von Kindern (mit dem Risiko, daß ein paar davon halt einfach verrecken), keine hundertausende Tote jährlich mehr.
Bei Pocken hat das alles schon einmal funktioniert, es muss nur eine Generation der Menschheit einfach mal auch bei Masern durchhalten...

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