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Stress im Job: Deutlich mehr Krankschreibungen wegen Überlastung

DAK / Wigger Immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland leiden an Überlastung und Erschöpfung. Die Folge: mehr als 30 Millionen Krankschreibungen im Jahr. Die Linke fordert nun eine Anti-Stress-Verordnung.
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#30 - 06.05.2018, 10:37 von carryflag

Typisch Deutsch

Andere Länder kenn das so gar nicht - aber natürlich sind ja nur die Deutschen Betriebe solche katastrophalen Ausbeutungsstätten. Komisch auch das besonders in Deutschen Behörden, welche ja für Leistungsdruck bekannt sind, eine ein extrem hoher Krankenstand herrscht. Ich habe das jetzt schon mehrfach beobachtet - dabei war zu 100% das familiäre Setup/Situation ausschlaggebend. Scheidung, Haus, Kinder/Kita, Eltern usw. usw. - hier wird typisch Deutsch wieder alles den Faktor Arbeit zugeordnet, auch wenn er nachweisslich nichts damit zu tun hat (Wadenbeinbruch Fußball = Arbeitgeber zahlt usw.). Und zum Druck in Unternehmen: Ja, der ist sicherlich partiell stark gestiegen und manche absorbieren diesen, hier muss eine gute Führungskraft ansetzen. Fakt ist aber auch, dass die Leistungsverweigerer einfach weiter eine ruhige Kugel schieben und es im Deutschen Arbeitsrecht nahezu keine Möglichkeit gibt zu sanktionieren - und das Wissen diese Personen ganz genau, wenn Sie sich mit nichts auskennen, damit kennen Sie sich aus. Das die Belastung dann auf einige wenige fällt, ist absolut ungerecht. Das diese Personen dann vielleicht noch ein Gehaltserhöhung bekommen, die vom Deutschen Staat bestraft wird (kalte Progression), ist ein weiteres Unding. Leistungsträger zahlen die Zeche, müssen am meisten arbeiten, sind am meisten von ihren Familien getrennt (Geschäftsreisen) und zahlen die mit Abstand höchsten Einkommenssteuern (was gerne vergessen wird, denn nur überdurchschnittliche Einkommen erbringen 80% des Einkommenssteuereinkommens in DE). Eben TYPISCH DEUTSCH.

#31 - 06.05.2018, 10:41 von genugistgenug

Stress weil ungeeignet?

Zitat von varlex
Interessant wäre jetzt zu wissen: 1. Ob diese Steigerungen nur auf mehr Stress auf der Arbeit zurückgehen. 2. Ob Aufgrund der zunehmenden Aufklärung über psychische Krankheiten und deren geringere Stigmatisierung mehr Leute eher zum Arzt gehen. (Bevor es zu ernsthaften Ausfallerscheinungen kommt) 3. Ob die Ärzte sensibler auf die Thematik reagieren und eher und länger krank schreiben. Einfach nur ein paar Zahlen hinklatschen und irgendwas fordern ist mir zu populistisch. Interessant wären auch absolute Zahlen, wieviele Patienten es betrifft und ob es da eine ähnliche starke Steigerung seit 2012 gibt. Ich selbst habe im Bekanntenkreis so einen Fall. Da ist man dann schnell mal ein halbes Jahr krank geschrieben. Danach erfolgt eine Wiedereingliederung in den Betrieb, den die Krankenkassen bezahlen. Dies kann ebenfalls 3-6 Monate dauern.
Nachtrag 4.
Kann es nicht auch sein, dass dieser gehäufte Stress entsteht, weil die Personen für ihre Aufgabe ungeeignet sind? Also man nur gewohnt ist, darüber zu reden, aber Entscheidungen/tägl. Arbeit zu viel Stress sind und man nicht organisiert ist Doch vor allem, dass man keine klare Kante mehr zeigt sondern sich mit "ich bin sowieso klein und kann nichts machen" von Wochenende zu Wochenende durchwurstelt. Allerdings tritt das nun auch in der Technik vermehrt auf "wir kriegen sonst kaum was anderes mehr, wir müssen halt live testen" - doch diese Leute bleiben nur kurz, sobald die Fingernägel ab sind, sind sie weg.
Vor kurzem kam doch hier ein Bericht, wonach 80% der Studenten nicht studienfähig sind. Und wenn ich überlegte welche Verantwortung wir tragen (IT Support), da kann schon ein kleiner Fehler einige Hunderttausende kosten - das unter "Stress" weil auch der Produktionsausfall kostet. Doch dafür wurden wir und haben uns selbst ausgebildet und sind reingewachsen.
Vor 2 Wochen haben wir im Baumarkt das Personal in Selbststress gesetzt. Online bestellt zur Abholung 50 St. für gesamt 9,95 (große Preisgarantie auf den Preis) - bereit gestellt waren 5 St. für 9,95 (Einzelpreis 1,99 pro Stück) - große Aufregung, viel Telefoniererei live (Filialleiter "mache Pause" andere durften aber nicht entscheiden) - wir haben nichts gesagt - nach 10 Minuten kamen die dann mit einer Preisreduzierung vn 99,50 auf 9,95 an und es ging weiter - wie reduziert man den Einzelpreis - was kostet ein Stück bei dem neuen Preis - die haben dann zu zweit den Taschenrechner gequält "50 Stück durch 9,95 = xxxx" kann nicht sein, die Kunden haben ja schon 19,9 Cent gesagt (ohne Taschenrechner) .... Ergebnis: Wir wurden gefragt ob wir noch 5 Cent mehr zahlen, weil man dann 20 Cent/St. eingeben kann. Daran waren insgesamt 5 Personen beteiligt (ohne die am Telefon) und keine hatte den Durchblick oder konnte noch rechnen. Kein Wunder dass die voll im Stress waren. Achso, der Fehler in der Datenbank wurde natürlich nicht weitergemeldet und geändert - denn es gab ja schon neue "Arbeit". Unser Problem wurde einfach durch neues überdeckt und vergessen. Der Schaden für das Unternehmen geht also weiter.

#32 - 06.05.2018, 10:43 von Das Pferd

Zitat von Sensør
Da leben Sie aber im Paradies. In meinem Betrieb winken verantwortungsbewusste Mitarbeiter den Wahnsinn mit der tollwütigen Geschäftsführung ab und verantwortungsresistente Leute übernehmen die Führungsposten. Da krankt dann schnell mal eine halbe Abteilung, woran natürlich die bösen Billigangestellten selber schuld sind.
das gibt es, keine Frage. Wenn eine Geschäftsführung durchdreht, bleibt ihnen eigentlich nur die Abstimmung mit den Füssen.
Aber dafür gibt es durchaus Optionen in der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

#33 - 06.05.2018, 11:06 von kratzdistel

die ursachen haben wohl andere gründe

die erschöpfungen und Überlastungen sind durch ständigen mediemkonsum mit smartphones veranlasst. wie soll sich jemand erholen, wenn er in ständiger psychischer anspannung mit seinem smartphone ist.

#34 - 06.05.2018, 13:57 von le.toubib

Nun gut.

Zitat von cave68
[...] aber wenn man es von aussen betrachtet hat sie ein anderer Mediziner krankschreiben lassen ohne dass sie krank waren. Finde ich persönlich auch sehr problematisch und ich kann mir vorstellen,dass dies leider sehr häufig auch bei wesentlich nichtigeren Gründen angewandt wird [...]
Ich drückte es anscheinend nicht richtig aus, ich hatte zwar noch keinen burn out, aber ich war ganz, ganz knapp davor. Da hätte wahrscheinlich schon der nächste grössere Anschnauzer gereicht, e.g. dass ich beim CT schon wieder einen Röntgenfilm zu viel verbraucht hätte ...

#35 - 06.05.2018, 21:15 von herm16

Ueberforderung

nur am Arbeitsplatz? Glaub ich nicht. Wir überfordern uns ständig, im Beruf, in der Freizeit. Die Folge, der Körper kommt nicht mehr zur Ruhe. Ich glaube auch nicht, dass ständig am Smartphone hängen gesund ist

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