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Versorgungskrise bei Schwangeren und Müttern: Schwere Geburt

Getty Images Geschlossene Kreißsäle, zu wenig Personal, keine Übersicht über Behandlungsfehler: Kinderkriegen ist in Deutschland zum Risiko geworden. Eine rasche Lösung der Probleme ist nicht einfach.
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#1 - 01.05.2019, 15:16 von heinrich.busch

Wieso keine rasche Lösung ?

Selbstverständlich ist das rasch möglich. Ich weiss wieviel Hebammen inzwischen als Krankenschwestern arbeiten, weil die Politik bewusst und vorsätzlich die Geburtshilfe kaputt gespart haben und der Versicherungsmarkt Summen pro Geburt verlangt die bei einem Mehrfachen dessen liegt was die GKV pro Geburt bereit ist zu zahlen.
Das dt.Gesundheitswesen ist insgesamt am Boden, wird schön geredet , aber die Geburtshilfe hat die SPD und CDU nach Afrika verlagert.

#2 - 01.05.2019, 15:22 von Markstein

Hausaufgaben?

Taja, die Hebammen hat man in unmögliche Versicherungen getrieben, alles noch mal von vorne nach hinten geregelt. Klar, dass niemand mehr den Job machen will. Und für Eltern, die bei der Geburt ein Kind verlieren ist ja auch stets klar, dass die Ärzte bzw. Hebamme dran schuld sind. Willkommen einmal mehr in der überfressenen Gesellschaft auf dem absteigenden Ast.

Und was habe ich zuletzt noch hier gelesen? Afrika braucht dringend 13.000 Hebammen? Mal absehen davon, wo diese Zahl herkommt, Afrika comes first? Machen wir doch erst einmal unsere Hausaufgaben.

#3 - 01.05.2019, 15:43 von stammeskrieger

Die Beseitigung der Hebammen...

...war ein erster Schritt in die Katastrophe. Informieren Sie sich bitte hier:
https://www.hebammenblog.de/hebammenberuf-retten/
Hinzu kommt männliche Überheblichkeit in Kreissälen. Die Halbgötter in Weiß haben schließlich studiert - Hebammen stören da nur.
Und nun gehts weiter Bergab. Nach der Industriealisierung der Geburt müssen nun die Kosten weiter gesenkt werden...

#4 - 01.05.2019, 15:44 von straksine65

Macht Gewinn. Macht mehr Gewinn!!!

Der Gesundheitssektor soll Gewinne erwirtschaften. Anleger sollen zufriedengestellt werden. Es muss Dividenden geben.
Und dann wundert man sich???
Eine Freundin von mir ist Hebammenausbilderin. Als sie vor ein paar Jahren ihr erstes Kind erwartet hat, erzählte sie mir, dass sie zur Entbindung in ihr heimatliches England ginge. Daraufhin sagte ich zu ihr: Wieso das denn? Hier kennst du doch alles... Woraufhin sie nur lapidar meinte: Eben.

#5 - 01.05.2019, 15:51 von jjkoeln

Privat vor Staat - Ideologische Fehlallokation von Ressourcen

Mal wieder ein Beispiel warum privatwirtschaftlice profitorientierte Maßstäbe ungeeignet für die Daseinsvorsorge sind. Privat vor Staat führt zuexternalisierten Kosten zu Gunsten von Profiten und zu einer gigantischen Fehlallokation von Ressourcen.

#6 - 01.05.2019, 15:57 von MyMoon

Risiko

Wir wohnen in Stuttgart, und auch da hat eine Geburtshilfeabteilungen eines Krankenhauses geschlossen. Ergebnis ist das alleine bei einer Info Veranstaltung des Klinikum Stuttgart ca. 300 Leute da waren. Da wurde einem auch mittgeteilt das man wenn die Wehen einsetzen vorher anrufen soll ob überhaupt ein Platz im Kreissaal frei wäre. 1-2 Ausweichkliniken sollte man sich auch vorher anschauen damit man weiss wohin man muss.
Und genau das ist eingetreten, Klinikum Stuttgart war voll und dann kam die 25 minütige Fahrt nach Winnenden in die Rems-Murr-Klinik.
Da würden wir Gott sei Dank sehr gut versorgt und unser Sohn kam gesund zur Welt.
Eine Hebamme finden ist auch nicht gerade einfach, da haben wir es gleich gelassen.
Termine bei Frauenärzten bekommt man wenn man neu umgezogen ist auch nicht oder erst in 2 Monaten...
Wenn das so weiter geht Frage ich mich wozu ich Krankenversicherungsbeiträge bezahlen muss ?
Was bringt es mir wenn dutzende Krankenkasse jährlich Gewinne erwirtschaften aber die Versorgung immer schlechter wird?
Mir als Beitragszahler wäre es lieber die Gewinne würden in das Gesundheitswesen zurückfließen statt in riesige Glaspaläste der Krankenkassen investiert werden.
Wie bei Kindergärtnerinnen, der Altenpfleger werden die Hebammen nicht ihrem Wert entsprechend bezahlt.

#7 - 01.05.2019, 16:00 von camshaft_in_head

Gestern

hat die Entbindungsstation in Peine dichtgemacht da das Krankenhaus vor einigen Jahren privatisiert wurde! Ein Weg von min 25km (inkl. Staugefahr) in umliegende Krankenhäuser in Hannover, Hildesheim, Celle oder Braunschweig ist nötig. Was ist wenn zwischendrin etwas passiert? Wer haftet dafür? Es gibt künftig keine geborenen Peiner mehr. Und ich schäme mich dafür!

#8 - 01.05.2019, 16:09 von bigfritz

Geburtsvor- und Nachsorge online, wenn keine Hebamme zur Stelle

Ich weiß, das ist kein Ersatz für eine Hebamme vor Ort. Für Fragen und Probleme vor und nach der Geburt, soweit sie sich im Bereich des Alltäglichen bewegen, gibt es z.B. www.kinderheldin.de - eine Online-bzw. Telefonhilfe, die auch zunehmend mit Krankenkassen zusammenarbeitet, die dann die Kosten übernehmen. Vorher prüfen, ob die eigene Krankenkasse dazugehört. Die kompetenten Hebammen können einem bei vielen Fragen online oder per Telefon weiterhelfen.

#9 - 01.05.2019, 16:10 von asentreu

Warum nicht anders?

Stundenlanges unwürdiges Leiden wie man es Patienten bei keinem anderen Ereignis zumuten würde, die Gefahr von Vaginal- und Dammrissen, die Gefahr von Harn- und Stuhlinkontinenz, ein eventuell nötiger Notfallkaiserschnitt, die mangelnde Planbarkeit die Bedarfsspitzen und mangelnde Auslastung erzeugt...

Warum machen wir, wenn wir ein effizientes Gesundheitssystem wollen, nicht einfach den Kaiserschnitt zur Norm? Wer mag darf dann gern immer noch vaginal gebären, im Geburtshaus.

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