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Zwischen Nähe und Distanz: Partnerschaft mit einem Depressiven

Corbis Zugucken, wie der Partner immer weniger Freude empfindet - aber kaum etwas dagegen tun können: Angehörige von Depressiven sind häufig hilflos und wütend zugleich. Wissen über die Krankheit kann helfen, die schwere Zeit gemeinsam zu meistern.
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#10 - 31.07.2013, 15:33 von dürrjähs

Nix Neues

Zitat von sysop
Zugucken, wie der Partner immer weniger Freude empfindet - aber kaum etwas dagegen tun können: Angehörige von Depressiven sind häufig hilflos und wütend zugleich. Wissen über die Krankheit kann helfen, die schwere Zeit gemeinsam zu meistern.
Schwach sehr schwacher Artikel,nur uralte Platitüden,natürlich gibt es Menschen,denen man helfen kann,es bleiben aber sehr viele auf der Strecke die selbst auf MKT oder EKT nicht anschpechen.Viele,selbst proffessionelle Helfer verstehen die Krankheit nicht.Es geht dabei nicht um eine vorrübergehende depressive Episode,sondern um die echte Depression-die verstehen ohnehin nur Betroffene.Im Straßenverkehr sterben ca. 3500 Menschen/Jährlich,Suizide ca.11000 Tote,davon ein hoher Prozentsatz Depressiver.Depression ist eine tödliche Krankheit!!!!!
Habe 35 Jahre in der Psychiatrie gearbeitet.

#11 - 31.07.2013, 15:58 von meinemeinung:

Verstehen

Wieder einmal geht dieser Bericht nicht auf Ursachen ein. Es wird einfach davon ausgegangen das es sich um eine Krankheit handelt. Oft ist Folge einer solchen Sichtweises das Menschen glauben das es sich dabei um Vorgänge im Gehirn handelt die am ehesten mit Medikamenten behandelt werden können. Ich glaube das so die wahren Ursachen eher verdeckt werden und Medikamente langfristig eher schaden als nützen.
Viel wichtiger ist nach meiner Ansicht eine intensive emotionale Aufarbeitung, bei der die Ursachen in den meisten Fällen bis in die Kindheit reichen. Erst durch das emotionale Verarbeiten kann es nach meiner Erfahrung zu einer Lösung kommen.
Sicher ist es dabei auch hilfreich den Partner einzubeziehen, den Psyche ist für mich ein dynamisches Geschehen das sich auch im Zusammenhang mit der Umwelt entwickelt.
Traurig das so wenig auf tieferliegende Ursachen und auf die Folgen der Verdrängung von Emotionen eingegangen wird.

#12 - 31.07.2013, 16:07 von mabo08

Wie wahr...

...von dieser Krankheit verstehen nur wirklich Betroffene etwas.

#13 - 31.07.2013, 16:19 von BettyB.

Angehörige leiden oft stärker als die direkt Betroffenen

Drum: Bildet Angehörigen-Gruppen, in denen ihr Euch ausauschen könnt und erkennt, nicht allein mit dem Problem der Depression eines Angehörigen konfrontiert zu sein...

#14 - 31.07.2013, 16:33 von chrome_koran

Zitat von agnostikerin
Hilfe im Umgang mit dem depressiven Partner finden Angehörige sowohl bei niedergelassenen Psychotherapeuten... Denkste! Da wird man aufgefordert, sich zu trennen und schon nach wenigen Wochen gefragt, ob man schon jmd. neues hat. Wenn nicht, hat man angeblich ne frühkindliche Bindungsstörung.
Sprechen Sie von einem Psychotherapeuten oder von einem Heil!-Praktiker mit entsprechender Zusatzbezeichnung?

Leider lässt sich nicht immer sofort erkennen, ob der Therapeut ein qualifizierter ist oder aus der Huschi-Wuschi-Ecke kommt.

#15 - 31.07.2013, 17:19 von Spiegelansgar

Man tankt wieder auf !

Das, was oft als "die" Depression bezeichnet wird, ist ein Sammeltopf von allerlei Missbefindlichkeit bis hin zu einer schwer einfuehlbaren und durch Lebenseinfluesse erklaerlichen Stoffwechselkrankheit, die irgendwann zum Selbstmord fuehren kann. - Ich habe noch selten erlebt, dass diese Erkrankung nicht rechtzeitig erkannt und sehr gut behandelt werden koennte. Bei allen Depressiven laesst sich eine elektrische Stoerung im Gehirn nachweisen, die den Gedankenablauf ins Negative beeinflusst. Diese elektrische Leitung kann durch Erfolgserlebnisse und zunehmendes Selbstvertrauen verbessert werden. Auf diesem Weg fuehren verstaendnisvolle Gespraeche und Einsicht vermittelnde Therapiemassnahmen ueber einen Weg von oftmals 6 bis 12 Monaten zu einer deutlichen Besserung. Gleichzeitig finden oft Veraenderungen im Leben statt - beruflicher oder privater Art, aber auch Erkenntnisse, an der Grundeinstellung zur eigenen Lebensfuehrung etwas veraendern zu wollen. Der medikamentoese Weg ist bei der Depression nicht die schrecklich herzlose Alternative zur Psychotherapie sondern die sinnvolle Ergaenzung jeder Psychotherapie. Die Kombination aus professioneller Therapie mit gleichzeitig medikamentoeser Behandlung holt den gruebelnden und schlaflosen Rueckzugskandidaten regelmaessig innerhalb von zwei Monaten wieder in den Fruehling eigener Entscheidungs- und Steuerungsfaehigkeit zurueck. - Unteressanterweise bewirken die Medikamente die gleichen Veraenderungen im Gehirn, wie auf viel langsamerem Wege die Erfolgserlebnisse: Sie bauen eine fluessigere Elektrik im Kopf auf und die Gedanken laufen freier und unbelastet. - Man erlebt sich als weniger gereizt...bekommt ein "dickeres Fell" und kann Stresserfahrungen besser wegstecken. Das fuehrt dann zur Umkehr der Abwaertsapirale: Statt neuer Niederschlaege werden Erfolgserlebnisse wahrgenommen: Die verbessern das Selbsvertrauen: Das Auftreten wird sicherer: Dadurch noch mehr Erfolg und Bestaetigung von aussen...man tankt wieder auf !

#16 - 31.07.2013, 17:27 von roki007

als gesunder geht man besser

leider ist es besser selber zugehen. nach 12 jahren mit einer manisch depressiven frau famd ixh selber nur schwer zurück in mein eigenes leben. jeder der behauptet er könne das, bitte sehr. ich nicht.

#17 - 31.07.2013, 17:31 von ankor64

Es war die Hölle für mich ...

Ich wünsche niemanden dass sein Partner erkrankt! Für mich war es die Hölle!
Meine Süße wahr ein unglaublich lebensfroher Mensch und sie hat es geschafft, mich aus einer gescheiterten Ehe heraus zu holen und mir immer eine unglaubliche Lebensfreude und Zuversicht zu geben. Ich habe sie geliebt dafür, sie hat mir ein vollkommen anderes Leben eröffnet. Dann, nach einigen Jahren wurde sie immer einsilbiger. Schlief schon am frühen Abend auf dem Sofa ein, kaum noch Sex, schon bald gar nicht mehr, Verschlossenheit. Gespräche verliefen im Nirvana, nicht heranzukommen. Versuche der Klärung. Besuch beim Arzt wurden zunächst abgelehnt, dann kam Zöliakie dazu, alles wurde den Wechsel in die zweite Lebenhälfte mit 40 geschoben. Obwohl sie vorher sehr kräftig war, magerte sie ab. Sie aß nichts mehr, freute sich anfangs sogar darüber ohne zu erkennen, wie dramatisch das für mich aussah!
Dann habe ich immer mehr gedrängt, dass sie endlich zu Arzt gehen soll. Heute weiß ich, dass dies genau verkehrt war. Sie ging zu einer Heilpraktikerin, Vitamin D Pillen sollten plötzlich helfen, so ein Quatsch!
Endlich, nach mehr als drei Jahren der Besuch eines Psychologen, der sie in eine Kur nach Brandenburg schickte, und dann kam alles raus. Ein Haufen unbezahlter Rechnungen, Titel, Lügen und Lebenslügen, Schulden, alles weil sie es nicht mehr hat regeln können. Ich war am Boden zerstört! Ich war selbst kurz vor der Depression. Sie ist dann nicht mehr zurück gekehrt, hat sich eine neue Wohnung gesucht, ohne dass ich irgendwas davon wusste.
Ich habe dann versucht alles zu verstehen, habe mich belesen, mit Psychologen gesprochen und habe versucht alles möglich zu machen, den Kontakt wieder hergestellt, ich wollte ihr helfen, wollte diese Liebe meines Lebens um kein Preis der Welt aufgeben.
Dann habe ich gemerkt, dass sie genauso weitermacht! Ich war am Boden zerstört und habe dann nur noch die Möglichkeit gesehen, den Kontakt abzubrechen um nicht selbst unter zu gehen.
Sie trifft sich noch regelmäßig mit meiner Mutter, aber ich kann es noch nicht mal ertragen, dass sie von ihr erzählt. Zu sehr hat mich dies heruntergezogen. Ich muss auch heute noch jeden Tag an sie denken. Aber das hat mich gerettet.

#18 - 31.07.2013, 17:34 von citizenk64

Zitat von dürrjähs
... Habe 35 Jahre in der Psychiatrie gearbeitet.
Eine Frage: woran könnte ein Mensch in der Psychatrie i.d.R. gestorben sein, wenn es nicht Suzid ist. Ein ferner Bekannter starb dort mit kaum mehr als 40, ich weiß jedoch keine Details (Kann den Suizid also nicht auschließen). .

#19 - 31.07.2013, 17:37 von ankor64

Geholfen hat mir ...

dieses Forum hier: http://www.deutsche-depressionshilfe.de/forum-depression/
Dort gibt es auch eine Rubrik für Angehörige, in dem man mit anderen Disskutieren kann. Manchmal reicht es schon seine eigene Geschichte aufzuschreiben. Vieles wird einem dann klarer. Aber am Anfang ist es auch sehr gut wenn man feststellt, dass man nicht allein ist.

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