Forum
Gesundheit

Zwischen Nähe und Distanz: Partnerschaft mit einem Depressiven

Corbis Zugucken, wie der Partner immer weniger Freude empfindet - aber kaum etwas dagegen tun können: Angehörige von Depressiven sind häufig hilflos und wütend zugleich. Wissen über die Krankheit kann helfen, die schwere Zeit gemeinsam zu meistern.
zum Artikel
Im mobilen Forum können sie die Beiträge nur lesen.
Um zu kommentieren, verwenden Sie bitte die Kommentarfunktion im Artikel.
    Seite 5/5    
#40 - 02.08.2013, 16:35 von rabenkrähe

jaja

Zitat von sysop
Zugucken, wie der Partner immer weniger Freude empfindet - aber kaum etwas dagegen tun können: Angehörige von Depressiven sind häufig hilflos und wütend zugleich. Wissen über die Krankheit kann helfen, die schwere Zeit gemeinsam zu meistern.
....................

Das wichtigste für die MitBetroffenen ist, sich mit anderen MitBetroffenen zu treffen und auszutauschen.
Weil nur die emotional und überhaupt nachvollziehen können, in welche Hilflosigkeit und Eigenwilligkeiten man da hineingezogen wird.
rabenkrähe

#41 - 04.08.2013, 09:15 von chrome_koran

Zitat von vonwoderwestwindweht
Prinzipiell richtig. Nur gibt es leider sehr bzw. ZU viele Ärzte, die sich auf dieser Haltung ausruhen und sich quasi für unfehlbar halten, weil sie ja anno dunnemals ein Studium absolviert und seitdem auch die ein oder andere Fortbildung absolviert haben und nun mit der Haltung praktizieren, ihr eigenes Tun nicht mehr groß hinterfragen zu müssen.
Vermutlich. Es gibt so viele Ärzte, dass es darunter auch solche geben wird – rein statistisch. Wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass ein Arzt tatsächlich behaupten würde, unfehlbar zu sein; nicht nur, weil dies die Haftungsfrage etwas verkomplizieren würde. Haben Sie Daten zu der Anzahl der Ärzte, die eigene Unfehlbarkeit postulieren?

Und selbst wenn es so wäre, wie Sie behaupten: das bedeutet NICHT, dass Quacksalber aus Definition immer Recht haben. Das bedeutet auch NICHT, dass die Medizin Unrecht hätte. Das bedeutet einfach nur: Dunning-Kruger hatten Recht :)

#42 - 06.08.2013, 12:40 von lasorciere

Ursachen und Auswirkungen der Depression

Depression hat viele Gesichter. Ich bin zwar selbst nicht depressiv, jedoch mit einem depressiven Partner verheiratet. Und ich rate jedem, der in der gleichen Situation ist: denkt darüber nach, ob ihr es wirklich auf Dauer packt. Denn der Weg aus der Depression ist unheimlich lang, wenn nicht gar unmöglich. Es ist eine Krankheit, die nie vollständig ausheilt, und oft hat sie ihre Ursachen in körperlichen Beschwerden, zum Beispiel Diabetes, vielleicht noch im Zusammenspiel mit einer anderen körperlichen Krankheit, wie Leber- oder Schilddrüsenerkrankungen. Diabetes resultiert oft aus ungesunder Ernährung und Bewegungsunlust, was wiederum auch beides durch die Depression verstärkt werden kann - ein Teufelskreis, den es irgendwie zu durchbrechen gilt. Depressive Männer haben oft noch ein Alkohol-Problem, vor allen Dingen dann, wenn auch Diabetes im Spiel ist. Der Zuckerspiegel steigt, weil man "normalen" Alltagsstress nicht packt, man bekommt dadurch Durst, und der Depressive greift in solchen Situationen lieber zu Bier als zu Mineralwasser, was sich natürlich auf Psyche und Verhalten wiederum äußerst ungünstig auswirkt. So unglaublich das nun klingt: meinem Partner und mir hat eine vorübergehende Trennung geholfen. Ich hätte es erst mal nicht ausgehalten in dieser Partnerschaft, sondern wäre selbst vor die Hunde gegangen. Nachdem ich eine eigene Wohnung nicht weit von ihm entfernt hatte, sahen wir uns zwar auch meist täglich mehrere Stunden, aber da ich nun "am Kraterrand" stand und nicht mehr mit ihm "im Krater", war ich besser in der Lage, ihm herauszuhelfen. Und er hat dadurch etwas mehr Antrieb und Selbständigkeit entwickelt, natürlich mit Hilfe seines Therapeuten, der auch dazu geraten hatte. Denn, es ist keinem geholfen, wenn der erst gesunde Partner auch noch vor die Hunde geht. Und nicht jeder gesunde Partner kommt damit klar, häufig allein etwas unternehmen zu müssen, den Haushalt neben dem Beruf noch zu erledigen oder auf Sex zu verzichten, weil die meisten Depressiven "absolut null Bock" darauf haben. Ich behaupte nicht, dass vorübergehende Trennung ein Patentrezept ist, manche Partnerschaften gehen dadurch in die Brüche, aber das ist in solchen Fällen vielleicht auch besser. Ich kann noch nicht sagen, ob meine hält, aber wenn nicht, dann stehen zumindest die Chancen gut, dass eine Freundschaft bleibt.

#43 - 07.08.2013, 14:16 von g.rod

Zitat von Evoken
Eine ist auch noch etwas anderes. Es ist eine eigene Erkrankung - richtig diagnostiziert - für ein ganzes Leben. Die Prognose bei einer Depression nach F32.2 sieht da schon bedeutend besser aus - sie ist nicht lebenslang. Ansonsten ......
Eine bipolare Störung zeigt sich (einfach formuliert) durch wechselnde Stimmungsbilder (manisch und depressiv). Bipolar bedeutet “entgegengesetzt”. Das Krankheitsbild wird auch als manisch-depressive Erkrankung bezeichnet. Bei den Betroffenen wechseln Phasen der Depression mit Episoden der Manie ab. “Manisch” bedeutet starke Erregung, Hyperaktivität und Unruhe bei grundlos heiterer Stimmung. Zudem sind Menschen in einer manischen Phase meist blind und taub für die Gefühle ihrer Mitmenschen, sie schweben quasi in einer anderen Sphäre. Sie reden viel und weitschweifig, neigen zur Ideenflucht und Realitätsferne bis hin zum Größenwahn. Nach einigen Wochen der Manie kehrt sich das Befinden der Menschen mit bipolarer Störung ins Gegenteil um und sie verfallen in eine Depression. Die depressive Phase dauert meist viel länger als die Phase der Hochstimmung, im Allgemeinen erstreckt sie sich über mehrere Monate. Die Stimmung der Patienten ist stark gedrückt, sie zeigen kaum mehr Antrieb. Die Depression äußert sich in Gefühlen der Sinnlosigkeit und der inneren Leere. Nichts macht den Patienten mehr Freude, alle Aktivitäten des täglichen Lebens scheinen nicht mehr der Mühe wert zu sein. Sie leiden an Schlafstörungen und Appetitlosigkeit oder sie schlafen und essen zu viel.

#44 - 14.09.2013, 08:02 von thinkgreen01

optional

Ich habe 15 Jahre mit meinem Partner durchgestanden. Nach der Therapie hat er mich verlassen, weil ich ihn mein Anblick ständig an die schlimmste Zeit seines Lebens erinnerte. Haus, Kinder, alles egal. 15 Jahre meines Lebens - weg - verschwendet ! Geht lieber rechtzeitig und sucht euch jemanden, der eure Gefühle erwiedern kann.

    Seite 5/5