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Aufstieg im Job: Beförderungen schaden der Psyche

Corbis Weiterkommen, mehr Verantwortung, ein höheres Gehalt - fast alle Arbeitnehmer streben nach Beförderungen. Jetzt zeigt eine australische Studie: Ein Aufstieg im Beruf macht weder glücklicher noch gesünder. Die Psyche leidet sogar auf lange Sicht mehr als zuvor.
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#1 - 25.07.2012, 16:23 von Maynemeinung

Sommerloch

Zitat von sysop
Weiterkommen, mehr Verantwortung, ein höheres Gehalt - fast alle Arbeitnehmer streben nach Beförderungen. Jetzt zeigt eine australische Studie: Ein Aufstieg im Beruf macht weder glücklicher noch gesünder. Die Psyche leidet sogar auf lange Sicht mehr als zuvor.
Folgt man der Logik dieser Studie sitzen in den Vorstandsetagen der DAX-Konzerne nur kreuzunglückliche Psychopathen, während unten in der Poststelle fröhliche Menschen der Verrichtung nachgehen.

Sollte man vielleicht empirisch prüfen.

#2 - 25.07.2012, 16:35 von zaphod1965

Nach 13 Wochen in der Psychsomatik...

...hatte ich vor 9 Jahren eines wirklich gelernt: Für meine berufliche Karriere werde ich ganz sicher nie wieder meine (seelische und körperliche) Gesundheit opfern.
Keine Gehaltserhöhung ist das jemals wert.

#3 - 25.07.2012, 17:04 von vogtnuernberg

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Zitat von sysop
Weiterkommen, mehr Verantwortung, ein höheres Gehalt - fast alle Arbeitnehmer streben nach Beförderungen. Jetzt zeigt eine australische Studie: Ein Aufstieg im Beruf macht weder glücklicher noch gesünder. Die Psyche leidet sogar auf lange Sicht mehr als zuvor.
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Immerhin 3 Jahre hält die Wirkung an. Alle anderen bleiben weitere 3 Jahre unzufrieden.

Aber davon abgesehen: Karriere um sein Glück zu finden ist ohnehin lächerlich. Mehr Geld hingegen ermöglicht schon mehr Freiheiten und macht unabhängiger von Ggesellschaftlichen Normen und Repressionen.

Daher: Lieber nicht zufrieden sein im Job, dafür gut Geld verdienen und sich ansonsten frei von Zwängen kaufen.

#4 - 25.07.2012, 17:17 von sozialminister

Ach wirklich?

Warum werden immer Gelder für Studien verschwendet die das offensichtlichste der Welt zu Tage fördern? Jeder Angestellte kann sich doch selbst ein Bild davon machen, daß seine Vorgesetzten zwar reicher aber dafür auch weitaus gestresster sind.

Zitat von Maynemeinung
Folgt man der Logik dieser Studie sitzen in den Vorstandsetagen der DAX-Konzerne nur kreuzunglückliche Psychopathen, während unten in der Poststelle fröhliche Menschen der Verrichtung nachgehen. Sollte man vielleicht empirisch prüfen.
Es gibt Menschen, die das durchaus aushalten können. Es geht hier ja um Mehrheiten und nicht um Ausnahmen. DAX-Vorstände gibt es in diesem Land weitaus weniger als Postellen-Arbeiter. Wenn die meisten Arbeiter tatsächlich urplötzlich als Vorstände arbeiten müssten, dann wären sie vielleicht sogar unglückliche Psychos.

In der Regel muss man sich aber erstmal dorthin hocharbeiten und auf dem Weg dahin merkt man doch, ob man dafür gemacht ist oder nicht, bzw man disqualifiziert sich ohnehin schonmal, weil man auch auf niedrigeren Posten den Leistungsdruck nicht abkann.

#5 - 25.07.2012, 17:17 von sissifuß

optional

"Folgt man der Logik dieser Studie sitzen in den Vorstandsetagen der DAX-Konzerne nur kreuzunglückliche Psychopathen"
Das halte ich für gar nicht so abwegig, anders ist deren Verhalten auch nicht zu erklären.
Allerdings glaube ich weniger, dass diese Herren (und zunehmend auch Damen) weder irgendwelche Skrupel , noch in der Studie beschriebene Symptome haben. Solcherlei Krankheitsbilder überlässt diese Kaste eher den unteren Etagen, die auch um den Faktor 1000 weniger Geld bekommen

Auch ich durfte schon erfahren, dass Engagement und Identifikation sich im Saldo nicht lohnen. Man hat Glück, wenn man "nur" aus ideologisch, politischen Gründen aus höheren Positionen bei Beibehaltung des Gehaltes abserviert wird. Seit dem sind Blutdruck, Blutwerte und Psyche wieder im grünen Bereich

S.

#6 - 25.07.2012, 17:30 von oschultheiss

Es kommt auf das Motiv an...

...eine Vielzahl von empirischen Studien zeigt, dass Menschen mit einem starken Machtbedürfnis durchaus von Beförderungen profitiert. Machtbedürfnis wird in diesen Studien übrigens nicht per Selbstreport der Probanden gemessen (das ist meistens unvalide), sondern mit indirekten Methoden. Aber Menschen ohne Machtbedürfnis können eben auch kreuzunglücklich werden, wenn sie die Karriereleiter nach oben fallen und plötzlich andere Menschen managen müssen statt, wie vielleicht bisher, Sachprobleme lösen zu dürfen. Es kann also durchaus sein, dass hinter dem scheinbaren Haupteffekt "Karriereerfolg macht unglücklich" ein verborgener Wechselwirkungseffekt steht. Vielleicht waren in der untersuchten Stichprobe besonders viele Leute ohne ausgeprägtes Machtbedürfnis vertreten. Deren Unglück über den erhöhten Status kann dann den Gesamtmittelwert nach unten reißen. Da das nicht gemessen wurde, wäre ich vorsichtig damit, aus dieser Studie die allgemeine Schlussfolgerung "erhöhter Status = schlecht fürs Wohlbefinden" zu ziehen.

Prof. Dr. Oliver C. Schultheiss
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen

#7 - 25.07.2012, 18:27 von Grafsteiner

Sehr richtig

Der 16-Stunden Tag macht nur Workaholic´s glücklich. Und die sind sowieso berauscht und nicht zurechnungsfähig.

Mit der Karotte vor der Nase fängt man mehr Mäuse für den Chef. Seit Jahrtausenden arbeiten Sklaven und bis heute haben die nicht gemerkt, dass die nichts anderes als eine Funktion zum Gelderwerb des "Chefs" sind.

Nein, Sklaven wollen nicht frei sein, sie wollen Sklavenaufseher werden und die Peitsche schwingen.

#8 - 25.07.2012, 20:28 von irreal

Okey, in Australien ist das vielleicht so, aber

Zitat von sysop
Weiterkommen, mehr Verantwortung, ein höheres Gehalt - fast alle Arbeitnehmer streben nach Beförderungen. Jetzt zeigt eine australische Studie: Ein Aufstieg im Beruf macht weder glücklicher noch gesünder. Die Psyche leidet sogar auf lange Sicht mehr als zuvor.
in Deutschland muss man nicht befördert werden um die Verantwortung als Arbeitnehmer für seinen Chef zu übernehmen, weil allein das Wissen, dass wenn man nicht genauso viel verantwortung und Initiative wie der Chef übernimmt und besitzt muss man zu Hartz4 und dann ist man ganz legal enteignet aller Ersparnisse, die man da vielleicht mal als Sicherheit im Alter ansah.

Also in Deutschland braucht ein normaler Arbeitnehmer (also die wahr Produktiven dieses Landes) keine Beförderung, weil die Angst der legalen Enteignung (Hartz4) befördert einen selbst.

Ich sags eben wies ist!

#9 - 25.07.2012, 20:46 von ogniflow

Gesundheit

Zitat von irreal
Also in Deutschland braucht ein normaler Arbeitnehmer (also die wahr Produktiven dieses Landes) keine Beförderung, weil die Angst der legalen Enteignung (Hartz4) befördert einen selbst. Ich sags eben wies ist!
Um gesundheitlichen und psychischen Problemen aus dem Weg
zu gehen, haben die Bänker und Manager auf Beförderungen
verzichtet - und sich ihr Gehalt in den letzten 20 Jahren ohne
Beförderung um 1500% erhöht. Hoffentlich überstehen die
1-Euro-Jobber z.B. in Berlin ihre Lohnerhöhung auf 1,50.

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