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Aufstiegsverweigerer: Karriere? Ohne mich!

Boris Schmalenberger Dickes Gehalt und Macht? Ach, lass mal... Konzerne machen gerade die verblüffende Erfahrung, dass viele Einsteiger die klassische Karriere meiden: kaum Freiraum und Freizeit, zu viel Druck, zu öde. Sie suchen anderswo ihr Glück. Oft gehen ausgerechnet die Talentiertesten.
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#10 - 27.08.2012, 10:18 von marthaimschnee

Zitat von sysop
Oft gehen ausgerechnet die Talentiertesten. [/url]
Das kenn ich aus eigener Erfahrung. Für Ingenieure beispielsweise gibt es kaum attraktive Aufstiegschancen, die nicht in reiner Personal- oder Budgetschubserei enden. Nur ganz selten fällt mal ein höherwertiger Posten mit technisch interessantem Hintergrund ab. Da bleibt man eben lieber in der Entwicklungsabteilung, auch wenn man ständig - sogar vom Chef - gefragt wird, warum man sich auf diesen oder jenen sicherlich viel besser bezahlten Karriereposten nicht bewirbt. Kein Bedarf, Danke!

#11 - 27.08.2012, 10:20 von siegfriedderdrachentöter

Beobachtung

In meinem Freundeskreis, viele Manager von der ersten und zweiten Ebene in Unternehmen, Mitte 40 bis Mitte 50, die wollen auch nicht mehr so viel Verantwortung übernehmen, weniger Stress haben, aber auch weniger Geld verdienen. Klar, man ist nach Jahren unter extremen Druck mit Fokus immer 100%ig Ergebnisse zu bringen schon stark ausgebrannt. Alle kritisieren heutzutage, wissen es besser, Führung wird erwartet, aber nicht mehr so respektiert und akzeptiert wie früher, da macht man sich so seine Gedanken. Auch die jüngeren Mitarbeiter sind nicht mehr so ehrgeizig sobald sie einige "traumatische" Erfahrungen in der heutigen Arbeitswelt machten. Da nützt es einem nichts, wenn man seine Mitarbeiter schützt, die sehen doch auch jeden Tag den Druck auf ihre Vorgesetzten und spüren den selbst, da die sich auch jeden Tag beweisen müssen. Unschöne Entwicklung, wo ich meinen Söhnen heute einen anderen Job als meinen empfehlen werde. In den Medien werden ja auch Manager nur skrupellos betrachtet.

#12 - 27.08.2012, 10:20 von tempus fugit

Touché???

Zitat von genlok
Weil man ein Gehalt bekommt. Das hat nichts mit Teilhabern zu tun. Wenn man einverstanden ist mit dem Gehalt das man bekommt, sollte man seiner Arbeit nachgehen. Man sollte das Individum nicht überschätzen. Gibt 7 Milliarden Menschen auf der Welt, man is leicht ersetzbar. Sollte jedem klar sein. Immer diese romantische Vorstellungen der Realität. Man sollte in Deutschland nicht meckern, immer noch machen wir Geld vom Sessel aus oder zumindest Schreibtisch, während in den Schwellenländern mit Schweiss Geld verdient wird.
Es geht nicht um 'ein Gehalt' oder einen 'Schreibtisch' - es geht um die sogenannte 'Karriere' - und ich weiss, wovon ich spreche!

Ich weiss auch um die Sklaven! Wobei ich nicht mal die DE-Grenze
überschreiten muss, obwohl ich 'erdnahe' auch die Verhältnisse
in Schwellenländern kennenlernen durfte!

Wenn ich 'durfte' schreibe, dann deshalb, weil ich dieses traurige
Wissen als Gewinn verbuche!

#13 - 27.08.2012, 10:21 von MartinB.

Pöh.

Zitat von genlok
Wenn man einverstanden ist mit dem Gehalt das man bekommt, sollte man seiner Arbeit nachgehen.
In meinem Arbeitsvertrag steht etwas von "40 Stunden / Woche" und "Softwareentwickler". Nichts von "freiwillige Überstunden" und "Anstreben einer Führungsposition".

Ich denke, ich mache meine Arbeit, und ich mache sie den Umständen entsprechend sehr gut.

Wenn ich aber dafür sorge, das auf meiner Gleitzeituhr keine erheblichen "Plus-Stunden" auflaufen, dient das der Erhaltung meiner Arbeitskraft. (Und der Vermeidung der "Gleitzeitkappung" am Ende des Monats...)

Mir da irgendeine Verweigerungshaltung unterstellen zu wollen, geht m.E. mal gar nicht.

#14 - 27.08.2012, 10:22 von Thaeve

Ich sehe eine Gefahr dabei.

Schon heute ist es ofmals so, daß Leute aufsteigen und "Macht" erhalten, die sie besser nicht erhalten sollten, während jene, die sie besser hätten haben sollen diese nicht anstreben.

Je mehr gute Leute sich aus dem Rattenrennen raushalten, desto mehr mittelmäßig begabte Machtmenschen mit großen Präsentationsfähigkeiten werden aufsteigen - und das nicht zum Besten von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik.

#15 - 27.08.2012, 10:25 von Ossi Ostborn2.0

optional

Zitat von sysop
Dickes Gehalt und Macht? Ach, lass mal... Konzerne machen gerade die verblüffende Erfahrung, dass viele Einsteiger die klassische Karriere meiden: kaum Freiraum und Freizeit, zu viel Druck, zu öde. Sie suchen anderswo ihr Glück. Oft gehen ausgerechnet die Talentiertesten.
Das ist doch aber ein alter Hut. Schon seit Jahrhunderten machen sich die klügsten und fähigsten selbstständig und arbeiten entweder alleine für sich oder werden Chef im EIGENEN Unternehmen. Selbstständigkeit ist der einzige Weg für ein selbstbestimmtes Leben, dazu muss man nicht Myriaden von Psychologen, Coaches und HR-Gurus befragen, es ist einfach logisch. Wes Brot ich ess', des Lied ich sing'....uralt und immer noch wahr. Wenn ich meine eigenes Lied singen will, dann muss ich mein eigenes Brot backen....

#16 - 27.08.2012, 10:26 von Websingularität

Wenn man Talent hat, dann ...

kann man auch seine eigene Firma gründen.
Aber das ist auch wieder anstrengend und muss sich in einem unfairen Markt behaupten.
Ich kann Leute verstehen, welche sich dem westlichen Karrieredenken widersetzen.

#17 - 27.08.2012, 10:28 von schrahm

Zitat von sysop
Dickes Gehalt und Macht? Ach, lass mal... Konzerne machen gerade die verblüffende Erfahrung, dass viele Einsteiger die klassische Karriere meiden: kaum Freiraum und Freizeit, zu viel Druck, zu öde. Sie suchen anderswo ihr Glück. Oft gehen ausgerechnet die Talentiertesten.
Meine 15 jährige Tochter ist in der Schule von den Fragen zu ihren Zukunftsplänen genervt.Sie hat noch keine konkrete Vorstellung,was sie nach der Schule machen will.
Wenn ich sie später mal frage wie es ihr geht,und sie kann sagen,dass sie glücklich ist,wäre ich als Vater mehr als zufrieden.

#18 - 27.08.2012, 10:29 von Koana

Der ungeschliffene Diamant....

Zitat von sysop
Dickes Gehalt und Macht? Ach, lass mal... Konzerne machen gerade die verblüffende Erfahrung, dass viele Einsteiger die klassische Karriere meiden: kaum Freiraum und Freizeit, zu viel Druck, zu öde. Sie suchen anderswo ihr Glück. Oft gehen ausgerechnet die Talentiertesten. [urlhttp://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,851667,00.html[/url]
.... hat das nicht jeder schon mal so oder ähnlich von einem Lehrer, einem Führungsfuzzi oder von anderer Seite gehört?

Wer die Welt reflektiert steht unweigerlich irgendwann an dem Punkt wo er entscheiden muss - stehe ich zu meinen Werten, oder passe ich mich an - Loyalität ist nichts weiter als gut geschliffen zu sein!

Es gibt wenige Bereiche in unserer Arbeitswelt, wo man ohne große Zugeständnisse an Dummheit, Ignoranz und Eitelkeit, sein Potential frei entfalten kann.

Selbst in der Kunst - wo wohl Talent wichtiger als sonst wo ist - vor allem auch eine frühe Bereitschaft zu harter Disziplin und Leidensmut - zählt nicht das Können alleine.

In unserer Wirtschaftswelt jedoch wird die Selbstverleugnung und das Prinzip Heuchelei auf die Spitze getrieben - vielleicht mit der Ausnahme Politikbetrieb - wo es seine absolute Blüte erfährt.

Es ist schön zu lesen, dass anscheinend mehr Menschen als bisher sich dieser Formung verweigern.

Wer weiß, vielleicht kommt man über diesen Umweg plötzlich zu längst nötigen Erkenntnissen und überdenkt unsere Handlungsprozesse von Grund auf neu - noch wäre Zeit dazu.

#19 - 27.08.2012, 10:31 von tigermommy

Du kannst ne Vollwurst vor dem Herren ...

Zitat von Tatsache
Daran sind die Firmen selber schuld. Nach 10 Jahren in einem DAX-Konzern weiß ich jetzt wie man Karriere macht. Erstens: Erst nach Hause gehen, nachdem der Chef gegangen ist. Zweitens: Dem Chef immer recht geben. Drittens: Im Personalausweis steht unter Geschlecht: "weiblich". Was bei Beförderungen niemals auch nur im entferntesten eine Rolle gespielt hat war fachliche Qualifikation oder generelle Eignung. Wer bei uns pünktlich Feierabend machte, hatte keine Chance, selbst wenn die Arbeitsergebnisse hervorragend waren. Umgekehrt wurden wegen langer Anwesenheit reichlich Leute befördert, deren Leistungen nachweislich schlecht waren. Die guten Leute, die nicht 14 Stunden täglich arbeiten wollen, und in der Regel ihre Arbeit auch in 8 Stunden schaffen, suchen Alternativen oder kündigen innerlich. Fehlleistungen wie die "Energiewende" oder der Berliner Flughafen oder die Finanzkrise oder, oder ... sind auch vor diesem Hintergrund zu sehen.
sein. So lange du genug schleimst und Überstunden abreisst kommst du weiter. Kann ich zu 100% bestätigen. Wenn solche Unternehmen dann doch mal an die Wand fahren hält sich mein Mitgefühl in überschaubaren Grenzen.
Und wieder mein Lieblingthema, aber keineswegs OT:
Eine Freundin hat im Bewerbungsgespräch erfahren, dass in der Firma alle einmal im Monat zusammen Fasching feiern und Anwesenheit Pflicht ist. Im Arbeitsvertrag stand zwar nichts davon, aber es wird erwartet. Sie war perfekt geeignet hat aber den Ringelpiez abgelehnt. Die Firma hat dann dann Wurst genommen, die aber schön mitfeiert. Ich hoffe noch den Namen herauszubekommen.
Vielleicht ist aber auch der Inhaber Kostümfetischist.
Ich spiele gerne Schach und werde ein Unternehmen gründen. Einmal die Woche mit dem Chef Schach spielen und verlieren ist Pflicht. Schöne neue Welt!

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