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Ausbildungsabbruch: Jeder vierte Azubi will nicht mehr

Fast 150.000 Lehrlinge sind 2016 frühzeitig aus ihrem Ausbildungsvertrag ausgestiegen - ein neuer Höchststand. Einige Berufsgruppen sind davon besonders betroffen, heißt es in einem Zeitungsbericht.
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#1 - 04.04.2018, 09:08 von observerlbg

Wenn's nur die Vergütung wäre....

Ich war lange selbst Ausbilder und kenne noch viele andere Gründe, den Job hinzuschmeißen. Z.B. erkennt man/frau oft erst nach Monaten, dass einem dieser Job nichts gibt. Ich hatte z.B. ein Lehrling, der in unserer Elektronikbranche nicht klar kam. Er lernte rechtzeitig um in Mechatroniker und arbeitet nun seit Jahren selbstständig und zufrieden als Kfz-Techniker. Und aktuell ist die Situation sehr gut für Azubis, sich rechtzeitig umorientieren zu können, ich gönne es ihnen. Viele Arbeitgeber und Ausbilder sind noch nicht im Hier und Heute angekommen und agieren noch wie vor dreißig Jahren. Wie wollen die so Lehrlinge halten? Ich hatte übrigens mit der Fluktuation weniger Probleme, weil ich diese frühzeitig eingeplant hatte. Wer sich das nicht "antun" will, soll das Ausbilden halt lassen. ist ja immer auch eine finanzielle Frage.

#2 - 04.04.2018, 09:19 von ketzer2000

Nutzlose Statistik

Interessanter als diese Statistik der Abbrecher wäre, wenn man mindestens gleichzeitg erfahren könnte, wie viele Menschen ohne Berufsabschluss sind und ob sich das verschlechtert hat. Dass einige Lehrberufe keinen Lehrling mehr das Leben bestreiten lässt, kann ich grundsätzlich nachvollziehen, allerdings bin ich schon verwundert, warum bei 16-18 Jährigen das Geld nicht ausreicht. Sicherlich nicht für eine eigene Wohnung, aber für ein Leben bei den Eltern allemal.

#3 - 04.04.2018, 09:24 von kenterziege

Die Abbruchquote ist völlig normal

Schon seit Jahren liegt die Abbruchquote bei Lehrlingen weit über 20 %. Sogar in sehr begehrten Berufen, wie dem Kfz-Mechatroniker war sie immer so um 16 - 20 %.
Es gab schon vor 25 Jahren umfassende Unzersuchungen für die Gründe. Immer das Gleiche: Überforderung, angebliche Unterforderung, Schwierigkeiten mit dem Ausbilder, Schwierigkeiten in der Berufsschule.
Vergleicht man die Abbruchqouten mit denen der Hochschulen, ist das noch gering. Die Bezahlung ist es eher nicht. Manche Berufe mit miesem Image locken mit hohen Ausbildungsvergütungen - das bringt nicht viel.
Wir haben eben in der Gesellschaft hohe Wechselstimmung. Ehescheidungen: Über 30 % !
Zunehmend macht sich die sanktionslose Stimmung: " Ich habe keinen Bock mehr..." breit.
Und dann sollte man auch die Abbrecher herausziehen, die schon in der Probezeit ausscheiden. Dann war das eben ein Speed-Dating mit der Arbeitswelt!

#4 - 04.04.2018, 09:28 von großwolke

Sogenannte "Ausbildungen"

Sicherheitsfachkraft, Restaurantfachkraft, Verkäufer - was gibt es nicht alles für Berufe, die wohl nur in Deutschland eine mehrjährige Ausbildung zu Niedrigstentgelten rechtfertigen. Dabei handelt es sich oftmals nur um Anlerntätigkeiten, oder Jobs, in denen die formale Qualifikation in relativ kurzen Kursen vermittelt wird, der Rest ist Blähwerk. Klar schmeißen da viele hin, vor allem dann, wenn sie woanders für einen ähnlich niedrig qualifizierten Job als Ungelernte schon ein Stück weit über Mindestlohn bekommen können.

#5 - 04.04.2018, 09:34 von ch@rybdis

Interessant ...

... eine Abbrecherquote von 25 Prozent bei Ausbildungsberufen = eine "Randmeldung". 25 Prozent Abbrecherquote bei der Bundeswehr im Freiwilligen (!!!) Wehrdienst: dramatische Seite-1-Meldung, die Personalpolitik der Bundeswehr wird hinterfragt und die Ressortleitung zum Rücktritt aufgefordert. Schöne Doppelmoral *lol*

#6 - 04.04.2018, 09:39 von mirage122

"Warum tu' ich mir den Stress an?"

Das ist sicherlich eine Frage von nicht gerade minimaler Bedeutung, wenn doch überall junge Leute präsentiert werden, die als Blogger oder in der Lächerlichkeits-Branche bei youtube, RTL oder sonstwo eine Menge Kohle verdienen. Das sind doch gemeinhin die Vorbilder. Da muss man sich doch nicht täglich bei der Arbeit abquälen. Schöne Vorbilder hat unsere Gesellschaft geschaffen,

#7 - 04.04.2018, 09:39 von Koda

Manche zahlen sogar für ihre Ausbildung

Bei einer Bekannten hat mich das DAMALS gewundert => ich erhielt relativ viel Geld als Lehrling => gegmäß den Tarifen der chem. Industrie ging ich mit knapp 1000 DM nach Hause; eine Klassenkameradin erhielt nur 150 DM für die Ausbildung im Goldschmiedeberuf, eine andere Bekannte bezahlte sogar Geld für die Ausbildung zur Physiotherapeutin. So ist das eben.

#8 - 04.04.2018, 09:40 von territrades

Ganz ehrlich ...

Ganz ehrlich, ich hätte auch keine Lust für einen Hungerlohn, der nichtmal die grundlegenden Lebenskosten deckt, mich täglich mehr als 10h ausbeuten zu lassen. Im Unterschied zu anderen Ausbildungsformen gibt es ja auch keine wirkliche Perspektive, durch welche sich eine solche entbehrungsreiche Zeit später wieder bezahlt macht. Und da rede ich nicht nur von Uni, auch viele Ausbildungen in der Industrie sind attraktiv. In einigen Jahren wird vielleicht auch das Handwerk aufwachen und moderne Ausbildungen anbieten, nur im Gastgewerbe erwarte ich keine Verbesserungen. Ganz im Gegenteil, da gibt es mittlerweile eine große Schar importierter Fachkräfte, die sich nun im die Billiglohnjobs streiten dürfen.

#9 - 04.04.2018, 09:40 von max-mustermann

"Besonders betroffene Berufsgruppen sind Köche, Restaurantfachkräfte oder Friseure"

Welch überraschunf, miese Bezahlung und bei den ersten beiden auch noch unterirdische Arbeitszeiten das tut sich zu recht keiner freiwillig an.

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