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Ausnahmesituationen im Job: "Aus Stress wurde Angst wurde Panik"

Thomas Stuckert Eine Schwimmerin im Rennen ihres Lebens, ein Gastronom im Blitzlichtgewitter, ein Dirigent im Verkehrschaos: Wie geht man im Beruf mit existentiellem Stress um? Die drei berichten von ihren schlimmsten Momenten - und wie es danach weiterging.
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#1 - 02.04.2013, 12:22 von sponner_hoch2

Bei allem respekt für die Schimmerin hier, aber: Arbeitet ihr Freund in der Redaktion? Was hat ihre Geschichte in diesem Artikel verloren?

Es geht hier doch (auch selbsterklätermaßen) um Außnahmesituationen. Wie beim Gastronomen mit der Existenzbedrohung.

Eine Qualifikationrunde für einen Sportler hat dagegen ichts mit Ausnahmesituation zu tun. Das ist ganz normales Tagesgeschäft. BEstimmt auch stressig, aber eben "Standardstreß" - also genau das, mit dem sich der Artikel (selbsterklärtermaßen) nicht beschäftigen wollte.

#2 - 02.04.2013, 13:33 von An-On

optional

Zitat: "Was hat ihre Geschichte in diesem Artikel verloren?"

Schau dir doch das Foto an: Ist halt als Eyecatcher gedacht. Anna Kurnikova und Tanja Szewczenko mussten ja auch nie herausragende sportliche Leistungen vollbringen, um in den Medien praesent zu sein...

#3 - 02.04.2013, 14:18 von Whitejack

Zitat von sponner_hoch2
Eine Qualifikationrunde für einen Sportler hat dagegen ichts mit Ausnahmesituation zu tun. Das ist ganz normales Tagesgeschäft. BEstimmt auch stressig, aber eben "Standardstreß" - also genau das, mit dem sich der Artikel (selbsterklärtermaßen) nicht beschäftigen wollte.
Naja, wenn man überlegt, wieviele Chancen einem Sportler durchschnittlich so bleiben, um an Olympia teilzunehmen, dann ist das definitiv kein Alltagsgeschäft. Für viele Sportler ist die Teilnahme an Olympia DER Höhepunkt ihrer Karriere (gerade dann, wenn sie nicht zur absoluten Weltspitze gehören, die sich locker für Olympia qualifizieren und dort auch noch Medaillen holen wollen) - daran zu scheitern, vergisst man sein Leben nicht.

#4 - 02.04.2013, 14:28 von koroview

Die Geschichte ist völlig richtig in dem Artikel. Es geht um plötzliche Momente, in den die Welt aus den Fugen gerät. Ich kann ein weiteres Beispiel von Malcolm Gladwell erwähnen. In seinem Artikel in the New Yorker "The Type of Failure",beschreibt er die berühmte Wimbledon- Finale zwischen J. Novotna und S. Graf. Novotna hat nach einem Doppelfehler plötzlich blockiert, "es ging nicht mehr" und letzen Endes verlor sie nachdem sie beim 1:0 im zweiten Satz mit 2 Breaks geführt hatte. Anschliessend hat sie auf die Schulter von der Herzogin von Kent ausgeheult. Und nachdem aus diesem Tal herausgekommen ist, später Wimbledon doch einmal gewonnen hat. Ich wünsche die Schwimmerin ein ähnliches Erfolg. Ich weiss nicht, ob sponner_hoch2 je mit einem ähnlichem Mass an Disziplin an irgendetwas gearbeitet hat als die junge Leistungssportlein. Sonst kann er dieser Art von Verzweiflung nicht annähernd nachfühlen.

#5 - 02.04.2013, 15:47 von _micka_

Eye-Catch

Ich finde auch, dass das Foto der Schwimmerin als Klick-Fang sicherlich gut funktioniert.
Aber die bewegendere Geschichte liefert der Dirigent.
Meiner Meinung nach befand sich aber die Mehrzahl der Menschen subjektiv empfunden schon in vergleichbaren Situationen. Ob es der Uni-Absolvent vor den Abschlussprüfungen ist oder das Pflegepersonal in der Notaufnahme....

#6 - 02.04.2013, 19:43 von donatellab

Lasse reden

Zitat von sysop
Eine Schwimmerin im Rennen ihres Lebens, ein Gastronom im Blitzlichtgewitter, ein Dirigent im Verkehrschaos: Wie geht man im Beruf mit existentiellem Stress um? Die drei berichten von ihren schlimmsten Momenten - und wie es danach weiterging.
Die einfachste und effektivste Möglichkeit ist es, sich mit dem Hintern drauf zu setzen. Hat mir in sehr vielen Ausnahmesituationen geholfen. Je heftiger das Chaos um mich herum, desto ruhiger agiere ich.

#7 - 02.04.2013, 19:47 von Talan068

Lesenswert

Endlich mal ein lesenswerter Bericht in der Rubrik.
Schön finde ich auch, die Bemerkung 'was Menschen leisten können, wenn man sie aus iherer Komfortzone holt'. Das lesen alle Führungskräfte gern und versuchen daher gezielt ihre Mitarbeiter aus der Komfortzone zu drängen. Blöd ist halt das das nur funktioniert, wenn es eine ECHTE Ausnahmesituation ist und diese nich täglich künstlich herauf beschworen wird. Und selbst wenn es eine Echte ist, funktioniert es nicht immer, wie man an der hübschen Schwimmerin sieht.

#8 - 04.04.2013, 16:56 von teletube

Also

Zitat von _micka_
Ich finde auch, dass das Foto der Schwimmerin als Klick-Fang sicherlich gut funktioniert. Aber die bewegendere Geschichte liefert der Dirigent. Meiner Meinung nach befand sich aber die Mehrzahl der Menschen subjektiv empfunden schon in vergleichbaren Situationen. Ob es der Uni-Absolvent vor den Abschlussprüfungen ist oder das Pflegepersonal in der Notaufnahme....
ich finde den Bericht des Restaurant-Besitzers weitaus brutaler. Was da alles dranhängt: Zuallererst die eigene Existenz, dann eventuell eine Rufschädigung, von der sie nie wieder wegkommen und womöglich noch nachfolgende Generationen betrifft. Ist nochmal gutgegangen, aber das mulmige Gefühl des Gastronoms ist ja heute noch vorhanden (und für mich verständlich).
Was die Musikanten betrifft: Schön geschrieben, aber ich denke, sämtliche Zuschauer waren über die Anreiseschwierigkeiten des Orchesters informiert und hätte auch etwaige Fehler verziehen. Halte ich nicht für vergleichbar mit dem EHEC-Fall.
Die Schwimmerin war auf jeden Fall ein Auffülltext.

#9 - 05.04.2013, 11:45 von liquimoly

Das ist doch das Normalste von der Welt !

Jeder von uns kennt die Situation:
Stress-Angst-Panik
Jeder kann hier ein paar persönliche Anekdoten beisteuern.
Wer das noch nicht erlebte, hat noch nicht gelebt.

Die mißlungene Olympia-Quali gehört genauso dazu wie die
falschen EHEC-Anschuldigungen und das Reisechaos.

In den drei beschriebenen Fälle sind dies jedoch einmalige Ereignisse, die sich nicht wiederholen sollten,damit sie nicht zur dauerhaften Überlastung führen.

Das eigentliche Problem sind dauerhafte Überbelastungen, so sollte sich ein guter Sportler, dessen Nerven in Qualirennen versagen, einen guten Coach für die Psyche suchen.
Oder ein Orchesterleiter nach wiederholtem Reisechaos fragen, ob Tourneen am anderen Ende der Welt im tiefsten Winter stattfinden müssen.
Oder ein Gastronom nach wiederholtem Auftreten von verdorbenen Zutaten konsequent seine Wahl der Lieferanten in Frage stellen.

Aber es bleiben Ausnahmefälle, von daher ist doch alles gut.

Ich suche daher noch immer nach dem tieferen Sinn der Story.